Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Lubminer Strand ohne Eis und Bockwurst
Vorpommern Grimmen Lubminer Strand ohne Eis und Bockwurst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 28.06.2016
„Wir könnten sofort in die Bresche springen!“ Schawi-Geschäftsführer Bernd Hühr und Mitstreiterin Marja Krabbe mit Protest-Unterschriftslisten vor den mobilen Versorgungsfahrzeugen ihres Unternehmens. Sie dürfen nicht ausrücken. Quelle: Sven Jeske

Das ging wohl gründlich daneben: Nachdem die Seebadgemeinde die mobile Versorgung von Strandbesuchern mit Kaffee, Eis und Bockwurst neu ausgeschrieben und an ein ortsfremdes Unternehmen vergeben hat, ist der Service für Sonnenanbeter und Badende zum Erliegen gekommen.

Es gibt einen Gemeindebeschluss.

Der gilt.“Bürgermeister Axel Vogt (CDU)

Seit Saisonstart habe der auserwählte Dienstleister nicht ein einziges Versorgungsfahrzeug in die Spur geschickt, bestätigte Bürgermeister Axel Vogt (CDU) gestern. Ob die Firma, für die sich die Vertreter der Kommune entschieden hatten, in diesem Sommer überhaupt noch tätig wird? Niemand weiß es. „Sie reagiert nicht“, sagt Vogt. Für Besucher des Lubminer Strands heißt das, entweder Proviant mitzunehmen oder aber die Promenade aufzusuchen, an der es verschiedene Imbiss-Anbieter gibt.

Bernd Hühr, Geschäftsführer des örtlichen Sport- und Freizeitzentrums Schawi, könnte die bislang ausgebliebene Strandversorgung sofort aufnehmen. Er hat die Fahrzeuge und das Personal dafür. Doch er darf nicht. „Die Gemeindevertretung hat den Service per Beschluss an ein anderes Unternehmen vergeben“, erklärt Bürgermeister Axel Vogt. Damit habe jenes Unternehmen de facto das Recht, die Strandversorgung immer noch aufzunehmen. Daran rütteln ließe sich nicht mehr, da die politischen Vertretung des Seebads nun in der Sommerpause sei und erst im August wieder zusammenkäme.

Bernd Hühr hat kein Verständnis dafür. Bis Freitag hatte er gehofft, mit seinen Leuten einspringen und die Strandversorgung damit noch retten zu können. „Doch das ist wohl nicht gewollt“, mutmaßte er gestern. Jahrelang war Schawi mit seinen Eis- und Bockwurstwagen am Strand präsent. 2015 gar als Platzhirsch, nachdem das Unternehmen eine Ausschreibung der Dienstleistung durch die Gemeinde dank Höchstgebot für sich entschieden hatte. Das Gebot war nicht ohne: 27500 Euro Einnahme aus dem Strandgeschäft sicherte Schawi der Gemeinde seinerzeit zu. „Am Ende des Sommers 2015 hatten wir allerdings deutlich weniger durch die Strandversorgung eingenommen“, schildert Hühr. Die Konsequenz: „Um die Zusage gegenüber der Gemeinde einzuhalten, mussten wir Einnahmen aus anderen Geschäftsbereichen heranziehen.“ Weil offenbar gewesen sei, dass 27500 Euro am Strand nicht zu erwirtschaften sind, habe er im Herbst 2015 das Schawi-Engagement zurückgezogen, so Hühr. Die Seebadgemeinde schrieb die mobile Strandversorgung daraufhin neu aus.

Auch Schawi bewarb sich, allerdings zu anderen Konditionen: Nunmehr bot Hühr der Gemeinde 6500 Euro für die Strandversorgung an. Das in etwa, sagt er, habe sein Unternehmen auch in den vergangenen Jahren, mit Eis und Bockwurst für Badebesucher gutgemacht. Die Gemeindevertretung nahm die neuerliche Schawi-Offerte zur Kenntnis, entschied sich aber für den Mitbewerber. „Wir konnten da nicht wissen, dass der nichts von sich hören und sehen lässt“, gibt Axel Vogt zu bedenken.

Den Strandbesuchern ist das wohl schnuppe. Mehr als 250 unterschrieben am Wochenende ein von Schawi aufgesetztes Papier, mit dem die umgehende Wiederaufnahme der Strandversorgung gefordert wird.

Sven Jeske

Grimmener Projektchor gastierte in Rolofshagen und Horst

28.06.2016

In Peter Paul Kluits Garten fühlen sich Mensch, Tiere und Pflanzen gleichsam wohl

28.06.2016

Die Konzertreihe „Naturklänge“ in Starkow wird am kommenden Freitag fortgesetzt. Der Countertenor Karsten Henschel aus Wien und sein Ensemble Concerto Giovannini ...

28.06.2016
Anzeige