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Grimmen Mammutblätter am Rebstock und opulente Kakteenblüte
Vorpommern Grimmen Mammutblätter am Rebstock und opulente Kakteenblüte
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13:02 18.07.2017
Eckhard Hinz (74) und seine Frau freuen sich jährlich über die großen Kaktusblüten. Nur zwei Tage Freude haben sie daran. Quelle: privat
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Grimmen

Die Gartenolympiade 2017 ist eröffnet: Gleich zum Auftakt des Wettstreits der Kleingärtner warten die Grimmener mit Kuriositäten und Raritäten auf. So wurden der OZ-Lokalredaktion von von Heinz Kurze Weinstöcke mit Blättern in einer überdimensionalen Größe gemeldet. Eckhard Hinz wartet mit riesigen Kakteenblüten auf.

Gartenolympiade: Grimmener melden Kuriositäten und Raritäten

Heinz Kurze ist 84 Jahre alt, stammt aus einem Weinanbaugebiet, war selbst einst Weinbauer und baut sogar in Grimmen seit 1962 Wein an. Solche großen Blätter aber hat er sein Leben lang noch nicht an einem Weinstock gesehen. 35 Zentimeter Durchmesser hat eines der Blätter, die er in die OZ-Lokalredaktion in Grimmen gebracht hat. Dabei werden – laut Fachlektüre – die wechselständigen Blätter eines Strauches nur fünf bis 15 Zentimeter groß.

In Sachen Weinanbau kennt sich Heinz Kurze aus. Als er acht Jahre alt war, erzählt er, hat seine Mutter vom Opa ein fünf Morgen großes Anbaugebiet bei der Lutherstadt Eisleben geerbt. Nach seiner Armeezeit, als junger Mann, hat er das Weingut weitergeführt. „Eineinhalb Jahre lang. Meine Mutter und ich hatten aber unterschiedliche Auffassungen, wie das Gut weitergeführt werden soll“, erzählt der Grimmener Senior. Er sei weggezogen – in den Norden. Heute bereue er manchmal die Entscheidung, das Weingut aufgegeben zu haben. Denn der Weinanbau hat ihn sein Leben lang nicht losgelassen.

1962 pachtete er einen Kleingarten in der Trebelstadt. Später baute er auf seiner Scholle in der Anlage Hoikenrade II verschiedene Sorten dieser leckeren Frucht an. „Ich hatte mal etwa 20 verschiedene Sorten. Jetzt sind es nur noch sieben“, erzählt der rüstige Rentner. Zehn oder elf Stöcke ranken sich um Kurzes Laube.

Aus seiner rund 55-jährigen Kleingärtnervergangenheit zieht der Grimmener eine Erkenntnis. „Das Klima hat sich in der Zeit sehr verändert“, meint er. Früher habe er die Weinstöcke noch unter Glas gesetzt, um sie vor Frost zu schützen. „Ein Jahr habe ich sogar Decken vorgehängt“, erzählt Kurze. Diese Maßnahmen müsse er nun schon seit einigen Jahren nicht mehr vornehmen. Und auch der Herbst sei milder geworden, ist er überzeugt, was für die Ernte überaus von Vorteil sei.

Die riesigen Blätter des entsprechenden Stocks in seinem Garten – die genaue Sorte wisse er leider nicht mehr – stammen auf alle Fälle von einem, der blaue Früchte trage. Im September seien die Trauben reif. „Dieser Stock wird beschattet von einem Gingkobaum. Deshalb fällt die Ernte davon eher gering aus“, berichtet der 84-Jährige. Derzeit stehe er noch in Blüte, vier Trauben werde er davon in diesem Jahr ernten können, schätzt er ein.

Mit seinen Weintrauben ist Heinz Kurze schon ein alter Hase bei der Gartenolympiade. Vor fünf Jahren gewann er mit einer 500 Gramm schweren Rebe bei dem schon traditionellen OZ-Wettbewerb der Grimmener Redaktion. „Aber ich hatte auch schon eine die schwerer war. 800 Gramm hat die gewogen“, erzählt Kurze. Verarbeiten würde er die süßen Früchte zu Saft. „Früher habe ich auch noch Wein angesetzt. Das mache ich heute aber nicht mehr“, sagt er. Aber auch heute noch bekomme jeder Besucher in seinem Garten eine Traube geschenkt.

Im Gegensatz zu Heinz Kurze, der viel Erfahrung vorweisen kann, hat sich der Grimmener Eckhard Hinz einfach in der Kakteenpflege ausprobiert. Mit Erfolg! Seit fünf Jahren hat er diese eine Sorte, deren Namen er nicht weiß. „Ich habe mehrere damals mal im Supermarkt gekauft. Sie waren in kleinen Töpfen“, erzählt er. Zusammen zierten sie anschließend in seinem Garten in der Sparte „Trebeltal“

ein Pflanzgefäß. Im Winter habe er sie einfach auf dem Dachboden untergebracht und bis zum Frühjahr so gut wie vernachlässigt. An den ersten warmen Tagen des darauffolgenden Frühjahrs holte er sie wieder vor, stellte sie an einen geschützten schattigen Platz, gab ihnen – wenn auch wenig – regelmäßig Wasser. Seitdem erfreuen diese Kakteen Hinzes jedes Jahr mit den opulenten rosa/weißen Blüten, die einen herrlichen Duft abgeben.

Lange Freude daran hat das Ehepaar Hinz aber nicht. „Nur zwei Tage bleiben die Blüten, dann lassen sie schon wieder die Köpfe hängen“, erzählt Eckhard Hinz.

Anja Krüger

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