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Grimmen „Man hat viel Zeit nachzudenken“
Vorpommern Grimmen „Man hat viel Zeit nachzudenken“
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00:00 01.08.2018
Wieder hat ein Transport sein Ziel erreicht. Robert Waterstradt bereitet das Abladen der Ware vom Lkw vor.
Grimmen

Wenn Robert Waterstradt am Montag in die Zugmaschine seines Lastkraftwagens steigt, schwingt immer eine Portion Wehmut mit. „Es ist immer wieder ein Abschied von Frau und Kindern. In der Regel sehen wir uns dann für eine Woche nicht. Manchmal sind es sogar 14 Tage“, beschreibt er. In unserer Serie „Ein Tag als...“ begleiten wir heute den 31-jährigen Grimmener, der sich vor einem Jahr entschieden hat, als Berufskraftfahrer auf den Straßen Deutschlands und Europas unterwegs zu sein.

Robert Waterstradt (31) fährt seit einem Jahr mit seinem Lkw durch ganz Europa.

Für das Unternehmen GJ Express und Logistik aus Dummerstorf bei Rostock fährt der Trebelstädter einen 40 Tonner. „Beladen ist dieser mit ganz unterschiedlichen Sachen. Das können beispielsweise Blumenerde, Kartoffeln, Plastikrohre oder Getränke sein“, beschreibt Robert Waterstradt. Diese gilt es dann – banal ausgedrückt – pünktlich von einem Verkäufer abzuholen und beim Kunden abzuliefern. „Diese sind in ganz Deutschland und vielen angrenzenden europäischen Ländern verteilt“, erklärt er und sagt: „Das macht für mich den besonderen Reiz an der Arbeit aus. Ich lerne Regionen, Städte und Länder kennen, die ich sonst wahrscheinlich nie in meinem Leben gesehen hätte.“

Lkw-Fahrer zu sein heißt aber auch, dass sich das Leben unter der Woche in der Zugmaschine abspielt. Je nach Verkehrslage reißt der Grimmener mit seinem Lkw täglich bis zu 600 Kilometer ab. „Davon ist man rund die Hälfte der Strecke auf Autobahnen unterwegs und verbringt auch sehr viel Zeit im Stau. Dies sind die Momente, in denen der Kopf angeht und man viel nachdenkt“, beschreibt er. „Bis dato war es die meiste Zeit so, dass ich mich einfach aufs Wochenende und das Wiedersehen mit meiner Familie gefreut habe. Es gibt auch Tage, an denen es mir sehr schwer fällt“, sagt der Kraftfahrer.

Doch auch nach 600 Kilometern hinter dem Lenkrad ist die Zeit in der Zugmaschine nicht vorbei. „Ich schlafe in der Fahrerkabine. Anfänglich habe ich gedacht, dass dies eine sehr große Umstellung ist.

Jedoch bin ich meistens so erschöpft, dass ich sehr gut schlafe. Da wir mit unseren Lastkraftwagen aber auf großen Rastplätzen stehen, ist es nachts dementsprechend laut, wenn andere Fahrzeuge auf den Platz kommen oder weiterfahren. Aber daran habe ich mich inzwischen gewöhnt“, beschreibt er und spricht von einer Art Familie, die täglich auf den Straßen der Republik unterwegs ist. „Viele Fahrer sind in Whatsapp-Gruppen miteinander verbunden. Man trifft sich auf den Rasthöfen, hält ein kurzes Pläuschchen oder tauscht Erfahrungen aus. Auf der Straße wird sich auch gegrüßt. So eine Gemeinschaft ist trotz des Termindrucks, den man definitiv ununterbrochen hat, toll“, findet Robert Waterstradt.

Am Abladeort angekommen, braucht es dann Geschick und Körperkraft. „Es ist nicht immer ganz einfach mit dem großen Lkw an gewisse Abladestellen zu gelangen. Da braucht man Geduld und ein gewisses fahrerisches Geschick. Anschließend gilt es, den Lastkraftwagen für das Auf- beziehungsweise Abladen vorzubereiten“, erklärt der 31-jährige Trebelstädter ausführlich.

Doch trotzdem sagt Robert Waterstradt ohne lange nachzudenken: „Es ist aktuell mein Traumberuf. Ich sehe so viele tolle Orte unseres Landes, lerne täglich etwas dazu und kann meine Familie ernähren.“

Und auch zum Thema Stau hat der Berufskraftfahrer nun eine völlig neue Einstellung. „Als Autofahrer ist man immer schnell genervt, wenn es mal stockt. Inzwischen erlebe ich diese Situationen, in denen es nicht vorwärts geht, täglich und habe mich damit arrangiert“, sagt er. „Andere sitzen im Büro und warten auf eine wichtige Mail, um weiterarbeiten zu können. Ich warte eben, bis der Verkehr wieder läuft. So ist das einfach.“ Inzwischen ist eine weitere Ladung pünktlich bei Kunden gelandet. „Es ist schon kurios. Manchmal fährt man tausende Kilometer zum Zielort und ist dort in wenigen Stunden fertig und die Reise geht zurück. Aber nun ja. Das ist bei uns so“, sagt er lächelnd.

Raik Mielke

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