Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Manchmal dröhnen die Motoren
Vorpommern Grimmen Manchmal dröhnen die Motoren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 18.05.2018
Marc Harbecke macht seinen Stockcar-Flitzer wieder fit. Er gehört zum Team Red Diamonds, das seine Werkstatt in Grabow hat. Quelle: Fotos: Anja Krüger
Grabow

Ruhig ist es in dem Ort Grabow am Nachmittag des sonnigen Frühlingstages. Lediglich das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Dass es aber auch manchmal anders ist, weiß Petra Harbecke zu erzählen. „Wenn die Stockcar-Fahrer ihre Autos testen“, erklärt die 53-Jährige.

Ein Stockcar-Team bietet jungen Leute einen Treffpunkt. Werden die Autos getestet, wird es ab und zu etwas lauter im beschaulichen Grabow.

Stockcar-Team sorgt für Abwechslung

Ihr Sohn Marc ist gerade in der halle. Der 21-Jährige schraubt an seinem Mitsubishi Colt. „Er muss zum nächsten Rennen in Grimmen ja wieder startklar sein“, erzählt er. Er selbst fahre erst seit zwei Jahren bei Stockcar-Rennen mit. Die Red Diamonds, wie sich das 15-köpfige Team nennt, gebe es aber schon länger. Mit seinen bisherigen Ergebnissen sei er zufrieden. „Beim März-Rennen habe ich den fünften Platz belegt“, erzählt der eher wortkarge junge Mann. An seinem Colt, mit dem er in der offenen Klasse der bis zu 140 PS starken Fahrzeuge mitfährt, sei zu viel kaputt gegangen, um weiter vorn mitfahren zu können. Die Federung zum Beispiel. Aber bis zum nächsten Rennen am dritten Juni-Wochenende bekomme er das wieder hin.

Ein Bus hält

im Ort nicht

Genauso wie Marc Harbecke freut sich auch seine Schwester Karin über die Abwechslung, im sonst sehr ruhigen Grabow. Mit ihrem Alter von 14 Jahren ist sie die jüngste Einwohnerin. „Aber es gefällt mir hier“, sagt sie. Wenn es für sie heißt, eine Ausbildungsstelle zu finden, möchte sie gern in der Gegend bleiben. Eine Lehre im Bäckerhandwerk oder auch im sozialen, pflegenden Bereich könne sie sich vorstellen. An ihrem Wohnort störe sie lediglich die tägliche „Wanderung“ zum Schulbus ein klein wenig. Denn in den Ort selbst fährt schon jahrelang kein Bus mehr. Abfahrt und Ankunft zur beziehungsweise von der Schule für die insgesamt drei schulpflichtigen Kinder im Ort ist die Haltestelle zwischen Rakow und Poggendorf an der Landesstraße.

„Ohne Auto ist man hier echt aufgeschmissen“, sagt ihr Vater Peter Harbecke (57). Er und seine Frau Petra sind vor 33 Jahren nach Grabow gezogen. Sie sind in Dönnie aufgewachsen. „Wir haben damals beide ihr im Stall gearbeitet“, erzählt Petra Harbecke. Und da seien sie sich auch näher gekommen, hätten schließlich geheiratet. Vier Kinder zogen Harbeckes groß. Auch wenn es nach der politischen Wende für Petra Harbecke keine Arbeit in der Landwirtschaft mehr gab. „Wegziehen werden hier nicht mehr“, ist die 53-Jährige überzeugt. Grabow sei schon immer ein ruhiger Ort gewesen, sagt sie. Heute genießen die Harbeckes die Ruhe und Abgeschiedenheit. „Hier können wir noch Rasen mähen, wann wir wollen. Nachbarn haben wir ja keine“, sagt Peter Harbecke. Stattdessen aber ganz viel Grün. Schade sei nur, dass von dem einstigen Teich kaum noch etwas zu sehen sei. „Vor einigen Jahren wurde er mal ausgebaggert, sollte als Löschteich genutzt werden“, berichtet der 57-Jährige. Doch das sei Geschichte. Der Teich wachse nämlich immer mehr zu, Wasser sei so gut wie keins mehr drin. „Jetzt reicht er nur noch für die Frösche“, sagt seine Frau Petra.

Zutritt zum einstigen

Gutshausgelände verboten

Mitten im Ort verbietet ein Schild den Zutritt zu einer zugewachsenen Fläche. Einst stand dort das Gutshaus des Ortes. Weil es aber nur noch eine Ruine war, wurde das zum Schandfleck verkommene Gebäude 2012 abgerissen.

Biogasanlage

prägt das Dorfbild

Mit ihren leuchtenden Kuppen prägt die Biogasanlage das Dorfbild. Die Anlage gehört seit dem Jahr 2014 zu der c4 Energie Gruppe, die ihren Sitz in Kiel hat. Der vorherige Betreiber der Anlage ging in Insolvenz. Zunächst wurde diese 625 KWel (Kilowatt elektrisch) Anlage von c4 umfangreich ertüchtigt. Das Blockheizkraftwerk erzeugt Strom, der direkt vermarktet wird.

Anja Krüger

Mehr zum Thema

Rudolf von Mecklenburg-Stargard hatte Stress mit den Stralsundern / Tagung zu den „kleinen Bischöfen“

14.05.2018

Vor 400 Jahren erschien die berühmte Lubinsche Karte des Landes am Meer

14.05.2018

Es gibt einen neuen Vereinsvorstand, viele neue Mitglieder und einen Termin für ein Sommerfest

16.05.2018

Fröhliches Gedenkkonzert für großartigen Sänger und Komponisten / Sein musikalisches Lebenswerk wird im kleinen Lieschow auf Rügen gefeiert

18.05.2018

Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock konzertieren im SOS-Dorfsaal

18.05.2018

Gabriele Dörner ist zufrieden mit der Auslastung in Stahlbrode. Be- reits zu Himmel- fahrt waren alle Stellplätze dort vergeben.

18.05.2018