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Mann droht: „Ihr sollte man den Kopf abschlagen“

Greifswald Mann droht: „Ihr sollte man den Kopf abschlagen“

Polizei stürmt Studentenwohnung / Verdacht auf Sprengstoff bestätigt sich nicht

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Zehn bewaffnete Polizisten durchsuchten am Mittwoch ein Appartement im Studentenwohnheim. FOTO: SVEN JESKE

Greifswald. . Bewaffneter Polizeieinsatz in der Fleischervorstadt: Am Mittwochabend stürmten zehn schwer bewaffnete Polizisten in schusssicheren Westen und mit Schutzhelm das Studentenwohnheim in der Brinkstraße 4. Ihr Ziel war die Wohnung eines 29-jährigen Syrers, der nach dem Öffnen von den Einsatzkräften zu Boden gebracht und zunächst festgesetzt wurde.

Grund für den Einsatz waren zwei Anzeigen. Demnach hat der Syrer eine Frau im Wohnheim bedroht. Konkret soll er auf Englisch gerufen haben, dass man sie holen und ihr den Kopf abschlagen müsse.

Außerdem liegt der Polizei eine Tonbandaufnahme vor, auf der der Mann ruft, er wolle sich selbst und alle in die Luft sprengen. Den Mitschnitt hat die Frau offenbar heimlich aufgenommen.

„Es gab zu keinem Zeitpunkt den konkreten Verdacht, dass der Mann einen Terrorakt plant“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Trotzdem sei umgehend ein Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht beantragt worden, um eine Gefährdung auszuschließen. Wie Falkenberg betont, sei der Mann der Polizei bereits wegen früherer Straftaten bekannt gewesen. Unter anderem sei er wegen exhibitionistischer Handlungen aufgefallen.

Die Beamten untersuchten mit Sprengstoffspürhunden die Wohnung. „Es wurde kein Sprengstoff gefunden“, teilt Polizeisprecher Axel Falkenberg auf OZ-Nachfrage mit. Die chemischen Gerüche, die zuvor angezeigt worden sind, gingen offenbar von Duftkerzen aus. „Der Verdacht auf islamistischen Extremismus hat sich nicht bestätigt“, sagt Falkenberg. Es wurden auch keine anderen Dinge in der Wohnung sichergestellt, die auf ein mögliches Tötungsvorhaben hindeuten würden. „Die Beamten haben eine Gefährdungsansprache gehalten“, sagt Falkenberg. Konkret bedeutet das, dass die Polizei dem Mann erklärt hat, welches Verhalten sie von ihm erwartet und dass solche Drohungen nicht gesellschaftskonform sind. Die Polizei ermittelt weiter wegen der Bedrohung. „Die Frau hat vollkommen richtig gehandelt, Anzeige zu erstatten“, sagt Falkenberg.

Im sozialen Netzwerk Facebook war von einem Sondereinsatzkommando die Rede. Das dementiert Falkenberg.

Wegen des Besuchs des isrealischen Botschafters in Greifswald habe es ein erhöhtes Polizeiaufgebot in der Stadt gegeben. So sei es bei hochrangigen Staatsbesuchen üblich. Yakov Hadas- Handelsman hatte einer Festveranstaltung im Jahngymnasium beigewohnt. „Die Polizeibeamten wurden später zum Einsatz in der Brinkstraße hinzugezogen“, sagt Falkenberg. 120 Wohnungen befinden sich in der Brinkstraße 4. Nicht jeder hat den Polizeieinsatz am Mittwoch mitbekommen. „Ich war nicht da, als es geschah“, schildert eine Studentin. Der Mann, um den es ging, war ihr allerdings ein Begriff.

„Hier schreit ein und derselbe öfter mal laut herum. Meist sind es schlimme Worte“, sagt die junge Frau, die ihren Namen nicht nennen will.

Katharina Degrassi

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