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Grimmen Mehr über das Meer erfahren Sonderausstellung im
Vorpommern Grimmen Mehr über das Meer erfahren Sonderausstellung im
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00:00 03.02.2018
Karl Luca Reske, Tara Nicolaus, Laura Witt und Linus Kuven (v. l.) an einer analogen Spielstation der Sonderausstellung. FOTOS (2): MIRIAM WEBER
Stralsund

Ein Albatros und eine Meeresschildkröte sind tot! Das ist ein Fall für Detektive wie Felix Carstens und seine Mitschülerinnen Martha Scheffler und Leonie Schumacher. Die Sechstklässler vom Schulzentrum am Sund machen sich mit Museumspädagogin Eva Klooth auf die Suche nach den Ursachen für den Tod der Tiere, arbeiten sich durch Fallakten, Kartenmaterial und Fotos.

Meeresmuseum lädt an fünf Stationen dazu ein, die Ozeane zu erforschen

Das Detektivspiel ist Teil der Sonderausstellung „Ab ins Meer – Wer schützt, gewinnt“, die derzeit im Stralsunder Meeresmuseum Station macht. An fünf verschiedenen Stationen sollen Kinder und Jugendliche spielerisch mehr über Klimawandel, Vermüllung und Überfischung der Ozeane erfahren. Das Spielerische ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn jede Station der Ausstellung ist ein Spiel, an dem die Besucher mit- oder gegeneinander um den Umgang mit den Meeren spielen. Mit jeweils bis zu sechs Teilnehmern wird an zwei Multitouch-Stationen, zwei analogen Spieltischen und einem Labor gezockt und gerätselt.

Dabei hat jede Station ein anderes Thema. Paul Lukas Gundlach vom Schulzentrum am Sund lässt sich von Sophie Eichler von der Museumspädagogik gerade erklären, was es mit der Spielstation zum Klimawandel auf sich hat. „Dabei geht es um die Folgen der Ozeanversauerung und Wassererwärmung in den Meeren“, erklärt Sophie Eichler. „Das Spiel hat ein bisschen was von Domino, die Steine müssen zueinander passen.“

Um die Artenvielfalt der Meere zu erforschen, gehen die Spieler mit Robotern auf Tauchfahrt, und echte Zocker sind beim Erhalt der Miesmuschel-Bänke gefragt. Dabei spielen zwei Teams gegeneinander.

Jedes möchte ein möglichst großes Miesmuschel-Areal aufbauen und es gegen Fressfeinde und Vermüllung schützen, die von der gegnerischen Mannschaft losgeschickt werden.

Yvonne Leonard vom Verein Neues Universum Berlin ist verantwortlich für die Idee und Umsetzung der Ausstellung. „Wir zeigen damit deutlich, dass die Meere und die Ozeane krank sind. Klimawandel, Vermüllung und Überfischung setzen ihnen zu“, erklärt sie. „Ab ins Meer – Wer schützt, gewinnt“ lade junge Besucher ein, die Wunderwelt der Meere und Ozeane spielerisch kennenzulernen, sie zu schützen und nachhaltig zu erhalten. Museumsdirektor Harald Benke sieht in dem ungewöhnlichen Format einen zeitgemäßen Weg für das Haus, um naturwissenschaftliche Forschung ansprechend zu vermitteln.

Denn immerhin bedecken Meere und Ozeane die Erdoberfläche zu über 70 Prozent und bilden den Lebensraum von Millionen Arten, der noch lange nicht erforscht ist. Fakt ist jedoch, dass das empfindliche Ökosystem leidet und es höchste Zeit ist, sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Die Ausstellung kann ein Anfang dafür sein.

Bei Karl Luca Reske, Tara Nicolaus, Laura Witt und Linus Kuven stehen an der Fischfang-Station und machen sich gemeinsam Gedanken über die Überfischung. Denn wer im Spiel zu gierig ist, der verliert.

Dass das am Ende auch in der Realität so aussehen könnte, ist dem Quartett klar. Denn Uwe Krumme, stellvertretender Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei Rostock, erklärt, dass das Prinzip Nachhaltigkeit simpel ist: „Man darf nur so viel entnehmen, wie am Ende des Tages sozusagen wieder genug nachgewachsen ist.“

„Ab ins Meer – Wer schützt, gewinnt“ ist bis zum 31. Dezember im Meeresmuseum zu erleben. Während der Winterferien (3. bis 18. Februar) betreut die Museumspädagogik täglich von 12 bis 15 Uhr die Spielstationen.

Zwangsräumungs-Drama schlägt Wellen

Franzburg. In der kleinen Stadt an den Hellbergen schlagen die Wellen der Empörung hoch, nachdem die Asylbehörde des Kreises am Mittwoch die Kinder einer ukrainisch-russischen Flüchtlingsfamilie, die in Franzburg geduldet wird, aber kein Asyl bekommen hatte, mit der Polizei aus Schule und Kita abholen ließ, während die Eltern im Deutschkurs saßen (die OZ berichtete gestern).

„Ich kann nicht glauben, dass man Kinder mit der Polizei abholen lässt, nur um die Eltern aus der Reserve zu locken“, schimpft Stadtvertreter Klaus Wisse (SPD). „Wir Franzburger kennen die Familie Lagutin, wir wissen, dass das ganz ruhige und vernünftig Leute sind. Sie tun alles dafür, damit sie hierbleiben können. Das ist doch verständlich“, findet der 81-Jährige. „Wir wissen doch gar nicht, was ein ukrainisch-russisches Paar in Donezk durchmachen muss.“ Der Franzburger sieht, dass sich die Lagutins bemühen. „Der Familienvater will doch nichts weiter als arbeiten und seine kranke Frau und die Kinder ernähren. Ist das falsch?“

Eine Frage, die sich der Franzburger Pastor Axel Prüfer schon lange stellt. „Die Lagutins fühlen sich hier wohl, der Vater macht alles, damit seine Familie bleiben kann.“ Bei der Kirchengemeinde haben die Flüchtlinge jetzt Unterschlupf gefunden. Vater Igor Lagutin (43) geht weiter zum Deutschkurs, die Kinder (13, 15 und 16) haben sich gestern in der Schule ihre Zeugnisse abgeholt, und auch die Kleinste – sie ist fünf Jahre alt – geht wieder in den Kindergarten, um ein Stück Normalität zu leben. Nur Elena Lagutina kann die Aktion nicht verarbeiten. Die 42-Jährige hat große gesundheitliche Probleme. „Wir gehen jetzt erstmal in die Kleiderkammer, damit die Familie mit dem Nötigsten ausgestattet wird. Die Wohnung hat ja bereits ein neues Schloss“, so Prüfer. Der Landkreis betont noch einmal, dass die Aktion in Franzburg lange angekündigt war. „Die Familie wusste über die Zwangsräumung Bescheid. Wir haben ihr Alternativen vorgeschlagen: Jeweils eine Wohnung im Flüchtlingsheim Barth oder Tribsees. Beides haben die Lagutins abgelehnt“, so Landkreis-Sprecher Olaf Manzke, der unterstreicht, dass man die Wohnung hätte übergeben müssen. Zudem sei in zentralen Einrichtungen genug Platz – anders als vor zwei, drei Jahren. Man sehe sich rechtlich auf der sicheren Seite, denn vor Gericht hatte Anwältin Sonja Steffen mit ihren Mandanten verloren.

Ines Sommer

Miriam Weber

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