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Grimmen „ Merkel hat sich überhoben und rudert jetzt zurück“
Vorpommern Grimmen „ Merkel hat sich überhoben und rudert jetzt zurück“
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00:00 09.05.2016

Seit nun schon 36 Jahren ist Heinz-Rudolf Kunze nun schon im Musikgeschäft tätig. Er hat damit schon so etwas Legendenstatus in Deutschland. OZ unterhielt sich mit dem 60-Jährigen vor seinem Konzert in Grimmen.

OZ: Sie treten hier in der Provinz auf. Stört Sie das nicht?

Heinz-Rudolf Kunze: Gegenfrage: warum nicht? Viele Ecken in Deutschland liegen nicht in Griffnähe zu einer Großstadt. Ich habe in kleineren Orten immer sehr gute Erfahrungen gemacht, weil die Menschen dort noch nicht so überflutet sind von den vielen Angeboten.

OZ: Kennen Sie Vorpommern?

Kunze: Ja, ich war schon mehrfach hier. So in Ribnitz-Damgarten.

OZ: Wie sind Sie auf Grimmen gekommen?

Kunze: Ich gar nicht. Um den Auftrittsort hat sich meine Agentur gekümmert. Wir haben das dann nur noch abgestimmt.

OZ: Den Namen Heinz -Rudolf Kunze ordnet man als Ostdeutscher in eine Reihe mit den Puhdys, Karat und City ein, weil man sie auch hier gehört hat. Sehen Sie das auch so.

Kunze. Nein, ich bin mit der westdeutschen Rockmusik groß geworden: Mit Grönemeyer, Klaus Lage, Lindenberg und Maffay. Ich habe also eine andere Sozialisation und damals auch keinen Ostrock gehört, weil er im Westen im Radio nicht gespielt wurde. Es hat ja auch bis 1987 gedauert, dass ich in der DDR auftreten konnte. Damals hatte ich dann die ersten Kontakte zu City und Silly mit Tamara Danz.

OZ: Bestehen die noch?

Kunze: Ja, mit Maschine von den Puhdys habe ich sein 2. Soloalbum aufgenommen. Zwischenzeitlich habe ich auch für City getextet.

OZ: Ihre neueste, im Februar erschienene CD heißt Deutschland? Wie verkauft sie sich?

Kunze. Sie ist zum Verkaufsstart als Nr. 8 unter die Top 10 gekommen. Darauf bin ich rein symbolisch stolz. Denn angesichts geschrumpfter Verkaufszahlen ist solch ein Platz heute nicht mal mehr soviel wert, wie noch eine Nr. 30 vor zwanzig Jahren. Verkaufszahlen kann ich keine nennen, weil die erste Abrechnung erst nach einem halben Jahr kommt Und das ist noch nicht herum. Ich würde allerdings auch keine nennen.

OZ: Die CD heißt „Deutschland“ Wie denken Sie über Deutschland?

Kunze: Das ist ein spannender Begriff, unter dem sich vieles zusammen fassen lässt. Wir sind ein Land, dem es immer noch sehr gut geht. Aber in dem auch die großen Probleme vertagt, verdrängt und vor sich hergeschoben werden.

OZ: Welche meinen Sie?

Kunze: Nicht nur das Flüchtlingsproblem, sondern vor allem das Alters-, Renten- und Bildungsproblem.

OZ: Wie denken Sie über Angela Merkel?

Kunze: Sie hat sich in der Flüchtlingsfrage weit vorgewagt und dabei von ihr unbekannte Emotionen preisgegeben. Sie hat sich aber dabei überhoben, weil Europa nicht mitzieht. Nun versucht sie unterhalb des Radars zurückzurudern.

OZ: Wie denken Sie über die AfD?

Kunze: Ich kann nur hoffen, dass acht von zehn AfD-Wählern wirklich nur enttäuschte Menschen sind.

OZ: Am 1. Oktober beginnen sie eine große Deutschland-Tournee mit Band. Was erwarten Sie davon?

Kunze: Das weiß ich noch gar nicht, weil sich bis dahin sicher noch viel verändert hat. Möglicherweise muss ich deshalb auch noch manchen meiner Zwischentexte runderneuern. Möglicherweise geht im Herbst auch manches Lied gar nicht mehr. Interview: Reinhard Amler

OZ

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