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Grimmen Merkel zählt die Autos
Vorpommern Grimmen Merkel zählt die Autos
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00:14 18.05.2018
in der Greifswalder Staße wird gegenwärtig eine automatische Verkehrszählung durchgeführt. Quelle: Foto: Raik Mielke
Grimmen

Wie hoch ist die Verkehrsdichte in der Greifswalder Straße und braucht es auf Höhe der Kindertagesstätte „Kinderkahn“ eine Bedarfsampel, einen Fußgängerüberweg oder gar ein Tempo-Limit? Dies versucht gerade Merkel herauszufinden. Nicht die Bundeskanzlerin, sondern das gleichnamige Unternehmen „Merkel Ingenieur Consult“ führt auf einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt derzeit eine elektronische Verkehrszählung durch.

Nach Antrag für einen Überweg an der Kita „Kinderkahn“ in Grimmen wird das Verkehrsauf- kommen ermittelt. Die Stadt will langfristige Lösung.

Nachdem es zu Jahresbeginn zu Unfällen im Bereich der Kindertagesstätte gekommen war, wurden Eltern aktiv und starteten eine Petition. „Die Problematik ist bereits seit Jahren bekannt. Wir haben das Thema schon 2012 der Stadt vorgestellt“, erklärte Sarah Voß bereits gegenüber der OZ. Die 30-Jährige ist eines von vier Elternratsmitgliedern. „Wir wollen nicht, dass erst einem Kind etwas passieren muss, bevor sich etwas tut“, sagte sie. An der Unterschriftensammlung hatten sich knapp 500 Grimmener beteiligt.

Im März besuchten die Elternratsmitglieder zudem das Stralsunder Straßenbauamt als zuständige Behörde und stellten die Problematik nochmals vor. „Uns wurde gesagt, dass unser erster Ansprechpartner die Stadt ist, auch bei Landesstraßen“, sagte sie und erzählt: „Uns wurde zudem mitgeteilt, dass sowohl die Stadt, als auch die Kindertagesstätte einen Antrag für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 stellen kann, und die Erfolgschancen hoch seien. Eine Ampel wäre deutlich schwieriger umzusetzen, ein Fußgängerüberweg realistisch.“

Wie Burkhard Niedermeyer, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Grimmen, gegenüber der OZ bestätigte, wurde seitens der Eltern bereits 2012 ein Antrag eingereicht und dieser dann auch geprüft. „Jedoch ist er im Straßenbauamt gescheitert, weil diese Prüfung ergab, dass zu wenige Leute die Straße überqueren und sich ein Fußgängerüberweg somit nicht rechtfertigt“, erklärte er.

„Wir sind nicht die Baulastträger dieser Straße und deshalb sind solche Verkehrseinschränkungen wie Überwege oder Ampel immer beim Landkreis Vorpommern-Rügen genehmigungspflichtig und nicht bei der Stadt“, sagte Birgit Rummelhagen aus dem städtischen Bauamt. Die Stadt habe jedoch schon mehrere solcher Anträge beim Landkreis eingereicht. „Die Stelle vor dem ,Kinderkahn’ in der Greifswalder Straße ist nicht die einzige gefährliche Straßenquerung in Grimmen“, sagte Bürgermeister Benno Rüster (CDU). Beispielsweise am Netto-Discounter in der Friedrichstraße würden viele ältere Grimmener die Straße regelmäßig queren und die Stelle sei sehr unübersichtlich. Falls eine Ampel oder ein Überweg in der Greifswalder Straße entstehen würde, würde sich der Verkehr seiner Meinung nach bis in die Friedrichstraße stauen und könne dort die Fußgänger gefährden.

„Aber Überwege oder Ampel können eben nicht überall geschaffen werden“, betonte Rüster. Zumal viele Grimmener sich auch nicht an angebotene Überwege halten und oft nur wenige Meter daneben die Straße queren würden. Dort würden dann vielleicht Kraftfahrer nicht ganz so aufmerksam sein weil ja in der Nähe ein Überweg für die Fußgänger vorhanden ist. Rüster: „Und schon gibt es leider zusätzliche Gefahrenorte. Man müsse immer alle Belange sehen.“

Dennoch hat die Stadt das Anliegen der Initiatoren der Unterschriftensammlung unterstützt und eine sichere Straßenquerung beantragt. „Außerdem wollen wir demnächst den Anschluss von der Greifswalder Straße in den Immenweg verändern und verbreitern“, informiert Rüster weiter. Eventuell könne in diesem Zusammenhang eine langfristige Lösung gefunden werden.

Raik Mielke und Almut Jaekel

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