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Mit Diplom gegen den Strom

Greifswald Mit Diplom gegen den Strom

Trotz Siegeszugs von Bachelor hält die Uni am herkömmlichen Betriebswirtschaftsstudium fest

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Greifswald. Gegen den Strom: Trotz massenhafter Umstellung deutscher Studiengänge auf das international gängige Bachelor-/Master-Modell hält die Greifswalder Universität eisern am vielerorts längst verdrängten Diplom-Studium der Betriebswirtschaftslehre (Bwl) fest.

 

OZ-Bild

„„Mit dem Diplom hat man überall Chancen, denn es es ist ein Aushängeschild und wird höher angesehen. Man nimmt mehr Unterrichtsstoff in weniger Zeit durch. Das ist meiner Meinung nach ein Vorteil. Björn Hess (24), 3. Semester

Quelle:
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„Am Diplom schätze ich die Freiheiten. Es ist nicht so verschult und die Module sind nicht vorgeschrieben. Außerdem stammen in vielen Unternehmen die Personalleiter noch aus der Diplom-Generation. Susann Lemke (24), 3. Semester

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„Ich möchte Health Care Management studieren und muss dafür nach dem Diplom nur ein Jahr Master anhängen. Dafür könnte ich auch den Bachelor machen, aber mit dem Diplom hat man einfach mehr. Julia Lahn (22), 3. Semester

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„Am Diplom schätze ich die Freiheiten. Es ist nicht so verschult und die Module sind nicht vorgeschrieben. Außerdem stammen in vielen Unternehmen die Personalleiter noch aus der Diplom-Generation. Susann Lemke (24), 3. Semester

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„„Mit dem Diplom hat man überall Chancen, denn es es ist ein Aushängeschild und wird höher angesehen. Man nimmt mehr Unterrichtsstoff in weniger Zeit durch. Das ist meiner Meinung nach ein Vorteil. Björn Hess (24), 3. Semester

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„Ich möchte Health Care Management studieren und muss dafür nach dem Diplom nur ein Jahr Master anhängen. Dafür könnte ich auch den Bachelor machen, aber mit dem Diplom hat man einfach mehr. Julia Lahn (22), 3. Semester

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„Wir denken nicht einmal im Ansatz daran, das zu ändern“, betont Professor Torsten Mindermann, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensprüfung und –besteuerung. Es gebe schlichtweg keinen Grund, den Diplom-Studiengang in Frage zu stellen. „Fakt ist: Leute mit Diplom sind in der Wirtschaft sehr begehrt“, sagt Mindermann. Seine Absolventen kämen sehr gut in Unternehmen unter. Umgekehrt schickten renommierte Unternehmen ihre Mitarbeiter nach Greifswald, um hier Gastvorlesungen zu halten und so angehende Absolventen für sich zu gewinnen. Mindermann erwähnt die international agierende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie „Ernst & Young“, eine der umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt. Wie begehrt der Diplom-Studiengang immer noch ist, macht Mindermann auch daran fest, dass Bachelor-Studenten höherer Semester von anderen Hochschulen an die Greifswalder Uni wechseln. Der Gelehrte bezweifelt, dass der Lehrstoff, „den wir in unserem Diplom-Studiengang anbieten“ in dem zeitlich deutlich kürzeren Bachelorstudium vermittelt werden kann. „Unternehmen sind sehr komplexe Gebilde“, gibt er zu bedenken.

Vivienne Schwarz (22), Diplom- Studentin im sechsten Semester, kann sich nicht vorstellen, Bwl im Bachelor-Verfahren zu studieren. „Ich bezweifle, dass man als Bachelor dasselbe Grundlagenwissen erfährt wie im Diplom-Studium. Für vieles in der Unternehmenswelt benötigt man ein tieferes Verständnis. Um das zu erlangen, braucht man mehr Zeit als das Bachelorstudium einräumt!“

Jörn Butenschön (24) wechselte wegen des Diploms von Kiel (Bachelorstudium Wirtschaftswesen) nach Greifswald. „Im Bachelorstudium vermisste ich die Freiheit, Lehrveranstaltungen frei zu wählen. Ich bereue es nicht, hierher gekommen zu sein.“

Diplomstudent Philipp Ritter (24), im siebten Semester, hat Freunde, die Bwl als Bachelor in Hamburg und München studieren. Sind sie fertig, müssten sie ein weiteres Studium ranhängen, um den Masterabschluss zu erlangen. „Der nämlich“, weiß Ritter, „ist in den meisten Unternehmensberufen Pflicht!“ Dass das Bachelor-/Mastermodell die Studienzeit deutlich verkürze, sehe er nicht. „Ich kenne viele, die den Bachelorabschluss nicht in der dafür vorgegebenen Regelstudienzeit schaffen. Die hängen dann noch ein Semester ran, ebenso beim Masterstudium. Vier Semester Bachelor, sechs Master – macht mindestens zehn. Unser Diplom dauert neun.“ Auch ein Vorteil des Diplom-Studiengangs in Greifswald: der Zugang ist nicht beschränkt. „Das Studium hier ist ganzheitlich. Anders als Bachelorabsolventen muss ich mich nicht um einen Masterstudienplatz bemühen“, sagt Philipp Krause (24) und erklärt, dass von hunderten Bachelorabsolventen jährlich nur Dutzende einen Masterstudienplatz in Deutschland bekämen.

778 Bwl-Diplom-Studierende gibt es in Greifswald. 157 von ihnen sind Erstsemestler, haben also gerade begonnen. Nicht alle werden die Hürden des Studiums meistern. Jene, die es schafften, würden gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt eingeräumt, weiß auch Frederik Koch (24), im 10. Semester. Der junge Mann will Wirtschaftsprüfer werden. Während seines Studiums absolvierte er ein siebenmonatiges Praktikum in einem Unternehmen in Houston (USA). „Den Amerikanern“, erzählt Koch, „konnte ich problemlos vermitteln, dass Diplom und Bachelor gleichwertig sind.“

Wirtschaftsdiplom nicht nur am Ryck

Nach der Bologna-

Reform 1999, die auf

eine europaweite Angleichung von Studiengängen und -abschlüssen abzielte, ist die Zahl der Diplomstudiengänge in Deutschland stark zurück gegangen. Die meisten wurden durch das Bachelor-/

Master-Modell ersetzt. Manche Hochschulen, darunter die Uni

Greifswald, bieten

das Diplom mit acht

bis zehn Semestern

Regelstudienzeit nach wie vor an. Derzeit gibt es bundesweit noch 198 staatlich anerkannte Diplom-Studiengänge. Ein Diplom in Betriebswirtschaft offerieren auch die Hochschulen Wismar und Zittau

und die TU Freiberg an.

Sven Jeske

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