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Grimmen Mit Prinz Harry auf Elefanten-Mission
Vorpommern Grimmen Mit Prinz Harry auf Elefanten-Mission
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00:05 10.01.2017
Frank Weitzer während der Elefanten-Umsetzaktion. Ein seltener Moment, denn meistens steht er hinter der Kamera. Quelle: Fotos: Joschka Woeste/ Frank Weitzer (3)

Wenn man 500 Elefanten an einen Ort bringen möchte, der 500 Kilometer entfernt liegt, dann kann man im wahrsten Sinne des Wortes von einer überaus schweren Aufgabe sprechen. Der Grimmener Frank Weitzer durfte dieses gigantische Projekt im afrikanischen Busch nun hautnah miterleben und hatte dabei an seiner Seite für drei Wochen sogar Hilfe aus dem englischen Königshaus.

2010 ließ sich Frank Weitzer im Krüger-Nationalpark als Range- und Wildnisführer ausbilden

Aber von Anfang an: Auch in diesem Jahr war der Trebelstädter wieder für acht Monate als Wildnisführer im Liwonde-Nationalpark in Malawi tätig. „Im Juli habe ich sehr kurzfristig die Chance bekommen, an der Elefanten-Umsetzaktion teilzunehmen“, erklärt Frank Weitzer und beschreibt: „Ich sollte diese logistische Meisterleistung mit der Kamera dokumentieren.“ Unter dem Motto „500 Elefanten bekommen ein neues Zuhause“ sollten 2016 die ersten 262 Tiere aus dem Liwonde-Nationalpark ins 500 Kilometer entfernte Nkhotakota-Wildreservat umgesetzt werden. „Die Population in unserem Park hat sich in den vergangenen Jahren sehr toll entwickelt, so dass inzwischen, gegen den weltweiten Trend, zu viele Elefanten in unserem Park leben“, erklärt der Wildnisführer. Die Folge: Elefanten brachen aus dem Park aus, verwüsteten die nächstgelegenen Dörfer oder vernichteten die Ernte eines gesamten Jahres binnen einer Nacht. Der Liwonde-Nationalpark wurde durch eine private Organisation und lediglich durch Spenden in den letzten Jahren zu einer sicheren Heimat für unzählige Tiere. „Dadurch, dass unsere Organisation den Park für zwei Jahrzehnte vom Staat geleast hat, ist es uns gelungen, die Wilderei in den Griff zu bekommen und den Tieren ein sicheres Leben zu ermöglichen“, beschreibt Frank Weitzer. Alleine ein vier Millionen Euro teurer Stromzaun half enorm und war sicher auch einer der Gründe, dass sich auch bei den Elefanten in den letzten Jahren die Population von 500 auf 900 Tiere fast verdoppelte. „Unsere Organisation hat nun ein zweites Waldgebiet im Norden geleast, in dem mehr als genügend Raum für die Elefanten bereitsteht“, sagt der Grimmener. Mit 20 Fahrzeugen, darunter zahlreichen 30-Tonnern, drei Hubschraubern, vier Tierärzten und einem Team aus 40 Leuten startete die Aktion bei der täglich 12 Tiere umgesetzt werden konnten. Dass es hierfür auch königliche Unterstützung gab, das wurde Frank Weitzer erst wenige Tage vorher gesagt. Kein geringerer als Englands Prinz Harry flog für drei Wochen mit zwei Bodyguards ein. „Wir wussten, dass er sich für den Tierschutz engagiert, trotzdem war der Aufenthalt für uns alle eine große Überraschung“, gibt der passionierte Tierschützer zu. Ohne königliche Sonderwünsche verbrachte der Prinz die Zeit mit der Gruppe. Geschlafen wurde in Zelten. Am Tage packte Harry kräftig mit an. „Es war nicht nur ein Showaufenthalt“, betont Frank Weitzer. „Er war jeden Tag mit im Revier und übernahm wie jeder andere auch eine Aufgabe.“ Bei den Mahlzeiten kam man ins Gespräch. „Hätte man nicht gewusst, wer einem gegenübersitzt, man hätte es nicht gemerkt.“ Und die Mission hatte es in sich.

Mit Hubschraubern wurden die Dickhäuter aus dem Busch gelockt, anschließend betäubt und abtransportiert. Lediglich einer alten Elefantenkuh waren die Strapazen zu groß. Sie wachte aus der Betäubung nicht wieder auf.

„Im Juni werden weitere 250 Tiere auf gleiche Weise umgesetzt", sagt Frank Weitzer. Dann ohne königliche Hilfe. Der Besuch war geheim und wurde erst später über die Medien bekannt. „Durch sein Engagement wollte Harry dazu beitragen, dass unsere Arbeit bekannter wird und mehr Unterstützer findet“, erklärt der Grimmener. Dieses ziemlich einmalige Projekt mit der Kamera begleiten zu können, war für ihn eine Erfahrung, die er so schnell nicht vergessen wird.

In Grimmen sind am 3. Februar um 19 Uhr im „Treffpunkt Europas“ und am 18. Februar um 15 Uhr im Rathaussaal Voträge geplant.

Der Nationalpark in Liwonde

Liwonde ist eine Stadt in Malawi, die in 560 m Höhe liegt und rund 23 600 Einwohner hat.

Der Liwonde-Nationalpark besteht aus Busch- und Baumsavannen, sowie weitflächigen sumpfigen Auen am Fluss und einem verwilderten Ufer am See.

Zu sehen sind zahlreiche Vogel- und Gazellenarten, Zebras, Elefanten, Löwen, Leoparden, Geparden, Krokodile, Nilpferde und Warzenschweine.

Der Park ist ein Schutzgebiet. Der Shire-Fluss ist sehr wichtig, weil er auch in der Trockenzeit Wasser führt.

Raik Mielke

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