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Mit dem Ruderboot zur Pirsch: Forstamt eröffnet Saison

Stubbendorf Mit dem Ruderboot zur Pirsch: Forstamt eröffnet Saison

Waidmänner führen erste von insgesamt neun Gesellschaftsjagden durch / 14 Schwarzkittel und zehn Rehe wurden erlegt

Stubbendorf. Sie scheinen es zu ahnen, der Hirsch und drei Rehe, als sie gestern morgen zu der Insel durch den Trebelkanal schwimmen. Es ist Jagd im Stubbendorfer Forst und es scheint, als wolle sich das Rotwild vor den Jägern in Sicherheit bringen Es ist die erste von neun großen Gesellschaftsjagden in den Revieren des Forstamtes Poggendorf. Gut 50 Jäger und Jagdhelfer sind in Stubbendorf angereist, um Rot-, Schwarz-, Reh- und Raubwild zu schießen. Was für manche grausam erscheinen mag, ist für die Jäger eine Notwendigkeit. „Jagden dienen der Bestandsregulierung“, macht Thomas Gottlob, Chef des Forstamtes Poggendorf deutlich.

 

OZ-Bild

„Hol über“ hieß es gestern auf dem Trebelkanal bei Stubbendorf. In dem Revier von Förster Jörg Ludwig wird auch auf einer Insel gejagt.

Quelle: Raik Mielke

Ein zu hoher Wildbestand sei problematisch, da die Tiere ordentliche Schäden an der Natur anrichten können: Der Verbiss an Jungbäumen etwa, die dadurch eingehen. Und manche Bauern beklagen umgewühlte Felder durch Wildschweine und damit Einbußen bei der Ernte. Das heimische Großwild habe jedoch keine natürlichen Feinde wie Bär, Wolf oder Luchs, die für ein Gleichgewicht in der Natur sorgen.

Deshalb übernehme der Mensch diese Aufgabe.

Doch leicht macht das Wild es den Jägern nicht. „Die Tiere sind schlau“, sagt Thomas Gottlob. In Sachen Schläue, da ist sich der Forstamtschef sicher, könne es das heimische Wild mit der von afrikanischen Elefanten aufnehmen. Und die Dickhäuter gelten als sehr intelligente Tiere. Deshalb lässt Gottlob zur Eröffnung auch nicht das traditionelle „Aufbruch zur Jagd“ blasen. „Wenn das die Tiere hören, sind sie gleich weg“, weiß er aus Erfahrung.

Doch auch ohne die Jagdhorntöne scheint das Wild zu wissen, dass etwas im Busch ist. Allein das unablässige Rascheln und Knistern des mit Reif überzogenen Laubes, welches die Jäger und Jagdhelfer mit ihren Stiefeln erzeugen, versetzt das Wild in Alarmbereitschaft. Irgend etwas ist anders als sonst. Und so versuchen eben vier Stück Rotwild – ein mit einem prächtigen Geweih ausgestatteter Rothirsch und drei Hirschkühe – die Flucht aus dem Wald über den Trebelkanal. Doch auch dort sind sie an diesem Tag nicht sicher. Denn das Besondere an der Stubbendorfer Jagd ist, dass ein Teil der Jäger per Ruderboot auf eben jene Trebelinsel übersetzt, um auch dort auf Pirsch zu gehen.

Und so rudern sieben Jäger und Jagdhelfer samt Hunden über den an diesem Morgen spiegelglatten Trebelkanal. Es ist Sven Peck, an diesem Tag als Treiber unterwegs, der das Rudel sieht. „Da, Rotwild“, ruft er und zeigt auf die schwimmenden Tiere. Diese haben jedoch Glück. Auf der Insel kommt den Jägern nur ein Wildschwein vor die Flinte. Mindestens 40 Schwarzkittel seien jedoch darauf unterwegs gewesen. Insgesamt zeigt sich Thomas Gottlob überrascht vom Ergebnis der ersten Jagd. 14 Sauen und zehn Rehe lagen am Ende auf der Strecke. „Für Stubbendorf ist das unterdurchschnittlich“, sagt er.

Normalerweise werden dort um die 40 Sauen erlegt.

Der heilige Hubertus und die Jagd

9 große Gesellschaftsjagden mit 40 bis 60 Jägern und Jagdhelfern werden in den Revieren des Forstamtes Poggendorf durchgeführt.

Traditionell beginnt die Jagdsaison am 3. November, dem Hubertustag.

Der heilige Hubertus gilt als Schutzpatron der Jäger, Schützen, Kürschner, Metzger, Büchsenmacher, Optiker und Mathematiker.

Einer Legende nach soll der Pfalzgraf Hubertus auf der Jagd vom Anblick eines Hirsches mit einem Kruzifix zwischen den Sprossen des Geweihs bekehrt worden sein.

Anschließend wandte er sich mit ganzer Seele Gott zu.

Claudia Noatnick

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