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Mit fast leerer Batterie das Ziel erreicht

Mit fast leerer Batterie das Ziel erreicht

Scheitors sind im Tschernobyl-Gebiet angekommen / Kinderheim in Gomel wünscht sich zweites Fahrrad

Grimmen/Dobrusch Der Grimmener Martin Scheitor war Montagmorgen zusammen mit Ehefrau Martina von Grimmen aus mit einem Tesla-Elektroauto nach Weißrussland ins Tschernobyl-Gebiet gestartet. Im Namen des Vereins Tschernobyl-Hilfe Vorpommern bringen sie Spendengüter, unter anderem Schulbedarf, nach Dobrusch und wollen dort neue Kontakte zu den Menschen vor Ort knüpfen. Von unterwegs berichtetet Martin Scheitor für die OZ-Leser per Email über die Reise.

Dienstag. Die Suche nach einer Ladestation, die besser ist als eine Steckdose, entpuppte sich als sehr schwierig. Wir steuerten insgesamt sechs Tankstellen, ein Sägewerk und eine Autowerkstatt vergeblich an, um eine rote Kraftsteckdose zu finden. Es gab natürlich überall Strom, aber die Technik war so marode und alt, dass wir selbst unsere mitgebrachte Kraftsteckdose nicht im Stromkasten anschließen konnten.

Es war sehr frustrierend und wir stellten uns auf eine Nacht im Hotel ein, um das Auto dann per Steckdose über Nacht ein wenig voller zu bekommen. Mit einer Restreichweite von 56 Kilometern steuerten wir nochmal eine Autowerkstatt an. Diese entpuppte sich als Segen. Der Eigentümer hatte eine 16-Ampere-Kraftsteckdose. Und was noch besser war: Er hatte einen Stromkasten, der fast auf deutschem Standard war. Ich konnte drei Sicherungen finden, die 32 Ampere absichern konnten. Also machte ich mich bei, verdrahtete die anderen Verbraucher, damit die drei Sicherungen für das Laden frei wurden, und konnte dann meine deutsche 32-Ampere-Kraftsteckdose anklemmen. Das alles geschah um ca. 18.30 Uhr. Wir konnten dann das Auto binnen 2,5 Stunden um 220 Kilometer füllen. Und sind um 21 Uhr los zur letzten Etappe, die 271Kilometer betrug. Wir sind um 0.15 Uhr am Ziel im Dobrusch mit einer Restreichweite von acht Kilometern angekommen...

Donnerstag. Gestern haben wir ein Kinderheim in Gomel besucht. Dies war der dritte Besuch des Vereins Tschernobyl-Hilfe Vorpommern. Wir haben uns vergewissert, dass unsere Spenden direkt bei den Kindern ankommen. Diese körperlich und geistig schwer behinderten Kinder erhalten hier die bestmögliche Versorgung. In den letzten zwei Jahren konnten ein dreirädriges Fahrrad, ein elektrischer Rollstuhl und ein Töpferofen durch den Verein gespendet werden.

Es ist wichtig dass sich die Kinder bewegen. Deshalb ist das Fahrrad sehr wichtig und auch das Formen von Ton mit den Fingern.

Vom Staat wird nur die Grundversorgung übernommen. Alles, was pädagogisch und körperlich extra gemacht wird, muss durch Spenden finanziert werden. Das vor zwei Jahren mitgebrachte dreirädrige Fahrrad ist das Highlight und die Kinder streiten sich, wer damit fahren darf. Wir vom Tschernobyl-Verein sind bemüht, ein zweites durch Spenden zu finanzieren. Oder hat vielleicht jemand eins und kann es nicht mehr verwenden? Zudem werden noch viele verschiedene Spielzeuge benötigt...

OZ

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