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Grimmen Mönchskutte mit der Säge „geschneidert“
Vorpommern Grimmen Mönchskutte mit der Säge „geschneidert“
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17:51 31.08.2018
Ralf Sodmann sägt den Abt in den Eichenstamm. Quelle: Anja Krüger
Abtshagen

Geheim bis zum Schluss soll es bleiben, wie der Abtshagener Abt aussieht. Doch lange warten müssen die Einwohner nicht mehr, bis sie ihn zu Gesicht bekommen. Am Freitagabend um 19 Uhr wird er an seinem zukünftigen Standort direkt an der B 194 vor der Kirche in Abtshagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) enthüllt. Gleichzeitig heißt es heute „Spot an“ für die Heilgeistkirche, wenn sie zum ersten Mal von außen beleuchtet wird.

Bis gestern am späten Nachmittag hat Ralf Sodmann auf dem Hinterhof des Wirtschaftshofes an der riesigen Holzskulptur gesägt. Insgesamt rund 20 Stunden Arbeit hat er in den Mann in Mönchskutte gesteckt, den er aus einem Eichenstamm modellierte. „Es ist ein reines Sägenstück, nichts wurde gefeilt oder gemeißelt“, erzählt Sodmann. Die Kirche in der Hand des Abtes – eine Kopie der Abtshagener Heilgeistkirche –, sein freundliches Gesicht, alles holte er mit dem Carvingschwert an seiner Motorsäge aus dem Eichenstamm. „Das hat die Hälfte der Arbeitszeit in Anspruch genommen“, so Sodmann. Genauso lange brauchte es, bis er mit der großen Säge die ersten groben Konturen geschaffen hatte. „Ausklotzen nennt man das“, erklärt er. Dass trotz des hohen Alters der Eiche nicht ein Nagel oder Ähnliches im Holz steckte, habe ihm die Arbeit leichter gemacht.

Vor fünf Jahren fiel die alte Eiche, die zuvor circa 150 Jahre, so schätzt der Forstmitarbeiter, an der Elmenhorster Straße in Abtshagen stand. „Aufgrund von Verkehrssicherungsmaßnahmen musste sie gefällt werden“, erinnert er sich. Der Stamm wurde auf den Wirtschaftshof des Forstamtes Poggendorf geholt, wo er auf eine Verwendung wartete. Irgendwann wurde die Idee geboren, vor die Kirche einen Abt zu stellen. „Wer die Idee hatte, weiß ich gar nicht mehr so genau“, sagt Sodmann. In der Gemeindevertretung, in der auch er mitwirkt, sei Ende des vergangenen Jahres dann aus der Idee ein Beschluss geworden.

Der Sockel an der Kreuzung nach Elmenhorst wurde schon vor einigen Monaten gegossen. „Die Zeit, den Abt zu erschaffen, fand ich allerdings nicht so schnell“, gesteht der Forstwirtschaftsmeister, der bereits vor circa acht Jahren für seinen Heimatort Wittenhagen einen großen Adler geschaffen hat.

Ganz fertig wird der Abt am Freitagabend noch nicht sein, wenn Sodmann und Bürgermeister Beeskow ihn vor der Kirche enthüllen. „Kleine Arbeiten werden später noch vonnöten sein“, weiß er. Eine Holzschutzfarbe werde beispielsweise noch aufgetragen. „Schließlich soll der Abt einige Jahrzehnte vor der Kirche stehen bleiben“, sagt er.

Doch erst einmal wird heute Abend zu einer kleinen Feier anlässlich der Abt-Einweihung und jener der Kirchenbeleuchtung eingeladen. Musikalisch werden beide Festakte umrahmt vom Elmenhorster Chor und dem Gristower Gospelchor. Zudem wird Valerie Burtsev, die Schwester der Abtshagener Pastorin Viviane Schulz, auf der Buchholzorgel spielen. Künftig werden dann das Gotteshaus im Ort und auch der Abt bis 23 Uhr abends und ab 5 Uhr morgens angestrahlt und werden die Blicke der Vorbeifahrenden und der Spaziergänger garantiert auf sich ziehen.

Krüger Anja

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