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Grimmen Morgen: Eine Stadt bewegt sich

Jubiläumsauflage des Behindertensportfestes wird großes Kino

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Harald Kindt (45) aus Ribnitz Damgarten, hier beim Behindertensportfest im vergangenen Jahr.

Quelle: Raik Mielke / Oz-Archiv

Grimmen. Unter dem Motto „Eine Stadt bewegt sich“ startet morgen das 20. Herbstsportfest. Bis zur 19. Auflage ein Sportfest für geistig und körperlich behinderte Menschen, wird die Jubiläumsveranstaltung ein sportliches Highlight für alle Grimmener und Besucher.

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Jubiläumsauflage des Behindertensportfestes wird großes Kino

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„Es sollte etwas Großes werden, aber dass es nun mit diesem Umfang stattfindet, hat uns erst ein wenig Bauchschmerzen bereitet“, gesteht Rüdiger Stromeyer (66), einst Initiator des Behindertensportfestes, vom Grimmener Lebenshilfe-Verein. Etwas Großes wird es tatsächlich, eint es doch einige traditionelle sportliche Höhepunkte der Stadt – das Behindertensportfest, den Volkswandertag des Kreissportbundes Vorpommern-Rügen und auch einen Spendenlauf.

Treff ist morgen um 9.45 Uhr in der Sporthalle des Grimmener Gymnasiums. Eine viertel Stunde später beginnt schließlich die große Eröffnungszeremonie mit einem kulturellen Programm und einer gemeinsamen Erwärmung. Damit die Wanderer pünktlich starten können, erfolgt die Anmeldung dafür bereits ab 9.30 Uhr. Gewandert wird in diesem Jahr vom Grimmener Gymnasium auf dem Radweg die L19 entlang nach Hohenwieden. Von dort aus führt der Weg weiter durch Wiesen, Felder und ein Wäldchen die Plattenstraße entlang zur Grellenberger Straße, Werner-Seelenbinder-Straße und schließlich zurück zum Gymnasium. Auch die Radwanderer steuern zunächst Hohenwieden an, radeln dann aber über Grellenberg, Bassin und Leyerhof zurück zum Ausgangspunkt.

Während die Wanderer – ob per pedes oder per Rad – unterwegs sind, wird in der Sporthalle um Pokale gekämpft. Beim Floorball, Tischtennis und im Mehrkampf werden Besucher erkennen, dass trotz Behinderung viele Sportarten dennoch möglich sind und mit welcher Freude und welchem Ehrgeiz die Frauen und Männer trotz Handicap, um gute Platzierungen kämpfen.

Aber nicht nur Zugucken ist angesagt beim morgigen Herbstsportfest. „Dieser Tag hält Angebote für Klein und Groß, Jung und Alt sowie für Menschen mit und ohne Behinderung bereit“, informiert Mitorganisatorin Nicole Schacht vom Kreissportbund Vorpommern-Rügen. Springburg, Balancierlandschaft, Dreikampf, Koordinationsparcours oder Reiten – ab 10.30 Uhr starten die Mitmachangebote vor und im Gymnasium, wo auch für Speis’ und Trank gesorgt wird. „Es gibt also ganz viele Gelegenheiten, auch bei schlechtem Wetter aktiv zu werden“, sagt Nicole Schacht.

Auf den Sportplatz des Gymnasiums geht es von 13 bis 14 Uhr. Zum Spendenlauf. Unter dem Motto „Laufe für dich und tue Gutes dabei!“ sind alle Besucher eingeladen, für den Lebenshilfe-Verein Runden zu drehen. Pro gelaufene Runde wird 1 Euro gespendet. Jeder Läufer kann selbst spenden oder sich einen Spender suchen. Als Anreiz halten die Organisatoren für die drei teilnehmerstärksten Teams Sonderpreise bereit.

Seinen Abschluss findet das Sportfest gegen 15 Uhr schließlich wieder in der Sporthalle mit Siegerehrungen und dem Auftritt der Pommerschen Bläsergruppe.

Unter Einheit fing alles an

20 Jahre Behindertensportfest, das ist für Rüdiger Stromeyer (66) nicht nur Grund zum Feiern, gern lässt er diese lange Zeit auch einmal Revue passieren. Denn, wenn man es genau nimmt, war sein eigenes Hüftleiden der Auslöser für diese mittlerweile in ganz Mecklenburg-Vorpommern bei geistig und körperlich behinderte Erwachsene beliebte sportliche Ereignis.

„Eigentlich fing alles schon vor über 20 Jahren an“, meint der Grimmener aber. Vom einstigen Kreis Grimmen gab es eine Behinderten-Sportgruppe. Einmal wöchentlich habe sich diese getroffen. Geleitet wurde sie von Frau Lorenz, an den Vornamen könne er sich nicht mehr erinnern. Er selbst gehörte zu zum SV Einheit Grimmen. Wie alle Vereine in Grimmen erlebte auch Einheit turbulente Zeiten. Die Laufgruppe und die Leichtathleten fielen nach der Wende weg, Mitglieder fehlten dem Verein dementsprechend. „1994 hatte ich dann eine Hüft-OP und damit war die Idee geboren, eine Reha- und Gesundheitssportgruppe zu gründen“, erzählt der 66-Jährige.

Um nicht „allein“ bei den Trainingseinheiten zu sein, nahm er Kontakt mit Eckhard Becker, dem damaligen Vorsitzenden des Lebenshilfe-Vereins in Grimmen, auf. 1995 schließlich wurde die neue Einheit-Abteilung ins Leben gerufen, die Behindertensportgruppe. Einmal wöchentlich traf sich die Truppe, trainiert wurde unter Ursula Paepcke.

Doch damit nicht genug, der Sport gehörte schließlich zu Stromeyers Leben, wollte er auch sportliche Vergleiche mit anderen Behinderten. „Einheit war schon Mitglied beim Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport. Dank der Unterstützung der Mitarbeiter fand dann 1996 unser erstes Behindertensportfest statt“, erinnert sich Stromeyer. 50 Teilnehmer, geistig- und körperlichbehinderten Frauen und Männer aus dem Raum Vorpommern, trafen sich dazu in der Südwest-Sporthalle. „Zwei, drei Jahre später mussten wir mit dem Sportfest in die Gymnasium-Halle umziehen, die Südwest-Halle wurde zu klein“, berichtet der 66-Jährige weiter.

Bevor die Erfolgsgeschichte der Grimmener Behindertensportfeste aber weitergehen konnte, musste 2009 noch eine Hürde genommen werden. Der SV Einheit Grimmen löste sich auf. Die Reha- und Behindertensportgruppe aber blieb bestehen, schloss sich dem Grimmener Lebenshilfe-Verein an.

Von Beginn an ist Niveau des Behindertensportfestes gewachsen. „Auch Dank der Sponsoren und Helfer, die uns all die Jahre die Treue gehalten haben und vor allem Rosemarie Kroos und Doris Topf, die mich immer inspiriert haben, weiterzumachen“, sagt Rüdiger Stromeyer.

Für den Lebenshilfe-Verein, wird die 20. Auflage dieser sportlichen Veranstaltung auch mit ein wenig Wehmut verbunden sein. Das letzte Mal fungieren Stromeyer und Co. als Ausrichter. „Aber die Sportfeste wird es weiter geben“, berichtet Stromeyer. Dazu wurde der Kreissportbund Vorpommern-Rügen ins Boot geholt. „Die 20 Jahre waren eine schöne Zeit, aber wir freuen uns auch auf die Zukunft“, sagt der Grimmener.

Akr Anja Krüger

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