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Müll und Hundekot am Eldenaer Strand

Greifswald Müll und Hundekot am Eldenaer Strand

Stadt sieht sich nicht in der Verantwortung / Politiker könnten aber Säuberung veranlassen

Greifswald. Der sogenannte Kuhstrand neben dem eingezäunten Strandbad Eldena erfreut sich großer Beliebtheit. Zwei Euro spart der Erwachsene, wenn er hier seine Decke ausbreitet. Allerdings muss er zumindest zeitweise mit allerlei Unrat und Hundekot leben, denn der Bereich ist bei Vierbeinern und ihren Frauchen und Herrchen sehr beliebt. Hier wird zu später Stunde gern gefeiert und ein Lagerfeuer entzündet. „Auch Glasscherben liegen herum“, weiß Christian Brandt. „Die hierher gehen, müssen mit dem Lärm leben, weil ordentlich was los ist.“ Er ist der Strandbadchef bei der Arbeitsfördergesellschaft ABS, die für die Bewirtschaftung des eingezäunten Bereiches zuständig ist. Brandt berichtet, dass Anwohner schon Müllsammelaktionen am Hundestrand, wie er ihn nennt, durchgeführt hätten. Auch die nächtlichen Partygäste seien aktiv, erzählt Brandt. Allerdings werde häufig Müll im Bereich der Kasse über den Zaun geworfen. Auch gesammelter Müll sei dort schon abgestellt worden. „Wir haben täglich drei bis vier blaue Säcke voller Unrat“, sagt Brandt. „Den müssen wir dann noch sortieren, das ist ein großer Aufwand.“

Für den Betreiber des Campingplatzes „An der Dänischen Wiek“, Carsten Becker, ist der viele Unrat am Kuhstrand ebenfalls ein Ärgernis. Von seinem Platz führt ein Weg zum Strand. Er ist immer wieder als ehrenamtlicher Müllsammler und Entsorger unterwegs, um für seine Gästen einen sauberen Uferbereich zu schaffen. „Für den Kuhstrand ist die Stadt zuständig“, sagt er. „Es fehlen Hundetoiletten und Papierkörbe.“ Die Papierkörbe hatten auch schon die Bewohner eines benachbarten Wohngebiets gefordert, die sich auch für Sauberkeit am Strand engagieren (die OZ berichtete).

Für Becker ist die Situation am Kuhstrand nichts anderes als die am Museumshafen. Dort halte die Stadt schließlich auch kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten für diejenigen vor, die dort einfach nur feiern. Den Kuhstrand ehrenamtlich zu säubern, das sei nicht seine Aufgabe. „Unser Platz ist voll und wir erledigen mit zwei Personen alles, was anfällt“, sagt er. Becker fordert außerdem die Aufstellung von Hinweisschildern zum Verhalten im Küstenschutzstreifen. Feuer machen, sei dort nicht erlaubt. In Loissin gebe es solche Hinweise.

Die Stadt sieht sich keineswegs in der Pflicht, wie am Museumshafen zu agieren. „Der größte Teil des frei zugänglichen Teils desStrandes ist eine Küstenschutzfläche, die nicht der Stadt gehört“, stellt Bärbel Lenuck, Mitarbeiterin der Pressestelle, fest. Das Areal sei daher keine „öffentlich-rechtliche Grünfläche, die von der Stadt oder einem anderen Eigentümer gepflegt wird.“ Es handele sich wie bei vergleichbaren nicht bewirtschafteten Küstenabschnitten oder Wäldern um „freie Natur“. „Es wird erwartet, dass niemand seinen Anfall in der Natur liegenlässt, sondern ihn mitnimmt und zu Hause ordnungsgemäß entsorgt“, sagt Lenuck und nennt zugleich einen Ausweg aus der Misere. Die ABS könnte den freien Strandabschnitt säubern, wenn das die Stadtpolitik wolle und die Bürgerschaft dafür Geld zur Verfügung stelle.

Dass der Kuhstrand in diesem Jahr attraktiver als früher ist, hat einen Grund. Die Stadt hatte den Bauzaun in den letzten Jahren ein Stück weiter Richtung Kemnitz in die Dänische Wiek gesetzt. Das war allerdings illegal und so ist 2016 ein größeres Stück Strand frei zugänglich. Laut Christian Brandt ist der Gästeverlust im Strandbad gering. In den Schulferien kämen bis zu 1000 Besucher am Tag.

Eckhard Oberdörfer

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