Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Muscheln und Fische fühlen sich wohl im kleinen Frankenteich

Stralsund Muscheln und Fische fühlen sich wohl im kleinen Frankenteich

Hansestadt hat die Situation des Gewässers analysieren lassen / Ergebnisse sollen in Pilotprojekt einfließen, wie die Stralsunder Stadtteiche künftig zu entwickeln sind

Voriger Artikel
Seebadzentrum wird zum Dichtertreff
Nächster Artikel
Finanzen für ersten Bauabschnitt sind sicher

Die gelben Flecken auf dem Wasser stammen von Wasserpflanzen, die wegen der geringen Tiefe des kleinen Frankenteiches schnell bis an die Oberfläche wachsen. Experten halten das für unbedenklich.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Alljährlich ein bekanntes Bild: Gelbliche Algenteppiche zeigen sich an der Wasseroberfläche des kleinen Frankenteichs. Und schnell wird dann gefragt: „Kippt der Teich etwa um?

Dr. Stefan Sandrock verneint das am Mittwochabend auf der Sitzung des Bauausschusses der Bürgerschaft. Der Wissenschaftler vom Institut für angewandte Biologie und Landschaftsplanung, Bioplan, hat das Gewässer von April bis September 2014 für eine Studie im Auftrag der Hansestadt untersucht. Sein Fazit: „Der Teich befindet sich in keiner Notsituation.“

Der Gewässerökologe macht das an verschiedenen Faktoren fest. So ist die Phosphatkonzentration im Wasser leicht erhöht, aber immer noch unter einem Milligramm pro Liter und damit aus Sandrocks Sicht nicht dramatisch. „Phosphat ist gewissermaßen der Dünger für das Pflanzenwachstum“, erläutert er. An Wasserpflanzen wurden vier Arten entdeckt, unter anderem Hornblatt und Laichkraut. Für den Experten „ein einigermaßen gutes Zeichen“. Ein richtig gutes Zeichen wäre es erst, wenn man etwa einen Mix von 12 Arten Wasserpflanzen gefunden hätte.

Doch die vorhandenen Wasserpflanzen stabilisieren den See bereits. Das führt unter anderem auch zu erfreulichen Funden in der Wasserfauna. „Wir haben im kleinen Frankenteich Schleischnecken, Köcherfliegenlarven und Großmuscheln gefunden“, berichtet er. Letztere sind vor allem ein Anzeichen dafür, dass der Sauerstoffgehalt am Boden des Gewässers entsprechend ausreichend ist. Und offenbar fühlen sich auch die Fische im Teich wohl. Gefunden wurden 12 Arten, darunter Hecht, Barsch, Blei und Güster. „Der Bestand entspricht den Erwartungen an einen mittelgroßen Flachsee“, betont Sandrock.

Mit dem Flachsee hat er allerdings auch eine Feststellung in die Runde geworfen, die einmal zum Problem des kleinen Frankenteiches werden könnte. Die Schlammschicht am Boden hat eine Dicke, die von 30 Zentimetern bis zu 1,20 Metern reicht. Das trägt dazu bei, dass der Teich eine mittlere Tiefe von etwa einem Meter hat, was sich durch Sedimenteintrag noch weiter verflachen könnte.

Um dem zu begegnen gebe es aus Sicht des Wissenschaftlers zwei Möglichkeiten. Da wäre zum einen eine kleine Lösung, bei der etwa 4660 Quadratmeter des verlandeten Uferbereichs abgebaggert werden könnten. Die Entnahme von etwa 140 Kubikmetern könnte in dem Bereich etwa 30 Zentimeter mehr Wassertiefe bringen. Möglich wäre aber auch eine großflächigen Ausbaggerung von etwa 50000 Kubikmetern Schlamm aus dem ganzen Teich, die entsprechend teuer wäre.

Für die Hansestadt ist die Analyse des Bioplan-Institutes vor allem ein Instrument, zu schauen, was nötig ist, um mit den vor Jahrhunderten angelegten Stadtteichen auch in Zukunft fachgerecht umzugehen. „Der kleine Frankenteich könnte dabei zu einem Pilotprojekt werden“, erklärte Ekkehard Wohlgemuth, Leiter der Abteilung Planung und Denkmalpflege des Bauamtes.

Von Menschenhand geschaffene Teiche vor der Stadt

3 große Teiche umgeben Teile der Stralsunder Altstadt – Moorteich, Knieper- und Frankenteich. Sie wurden ab dem 13. Jahrhundert durch Aufstauen vorhandener Vertiefungen angelegt und dienten neben der Trinkwasserversorgung auch der Stadtbefestigung. Die Stadtteiche sind durch Überläufe miteinander und mit dem Strelasund verbunden.

660 Meter lang und 280 Meter breit ist der kleine Frankenteich. Er hat ein Volumen

von 107999 Kubikmetern. Er bekommt sein Wasser aus dem Frankenteich und gibt es in den Sund ab.

Die Sichttiefe im kleinen Frankenteich liegt bei 70 Zentimetern. Optimal wäre ein Meter. Mitte der 1990er lag sie noch bei 30 Zentimetern.

Jörg Mattern

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Grimmen
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.