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Museumskutter: Wieder alles an Deck

Barth/Stralsund Museumskutter: Wieder alles an Deck

Die „Adolf Reichwein“ ist in Pütnitz gebaut worden / Barther Werft hat Planken erneuert / Gestern wurden Achtermast, Kurleinenwinde und Toilettenhäuschen montiert

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Die Kurleinenwinde schwebt ein. Das 1,2 Tonnen schwere Gerät wird vor der Kajüte des Museumskutters „Adolf Reichwein“ auf dem Hof des Katharinenklosters in Stralsund platziert. Genutzt wurde die Winde von den Fischern zum Einholen der Netze.

Quelle: Fotos: Jens-Peter Woldt

Barth/Stralsund. Das Deck des Kutters „Adolf Reichwein“ im Hof des Meeresmuseums in Stralsund ist wieder komplett. Gestern wurden der neun Meter lange Achtermast, die Kurleinenwinde und das Toilettenhäuschen von einem Kran an Bord gehoben. Mitarbeiter des Museums hatten die Originalteile in den vergangenen Monaten generalüberholt. Abgenommen worden waren sie allerdings vor allem deswegen, weil das Deck des 17-Meter-Kutters marode war. Michael Mäuslein (54), Kurator für Fischerei am Deutschen Meeresmuseum: „Zuletzt mussten wir es sogar sperren, es durfte nicht mehr betreten werden.“

OZ-Bild

Die „Adolf Reichwein“ ist in Pütnitz gebaut worden / Barther Werft hat Planken erneuert / Gestern wurden Achtermast, Kurleinenwinde und Toilettenhäuschen montiert

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Jetzt ist es allerdings wieder in Ordnung. Bootsbauer der Barther Werft Rammin haben es erneuert und waren auch gestern dabei, als Mast und Winde sowie das „stille Örtchen“ montiert wurden. Nils Rammin (49), Bootsbaumeister und Inhaber der Werft: „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dem Museum zusammen.“ Zwei bis drei seiner insgesamt 26 Mitarbeiter seien regelmäßig in Stralsund, um an dem fast 70 Jahre alten Schiff etwas zu reparieren beziehungsweise auszubessern. Mäuslein: „An dem Kutter muss ständig gearbeitet werden, um ihn für die Nachwelt zu erhalten. Wir haben dafür einen Etappenplan.“ Schon im kommenden Frühjahr müssten morsche Planken des Rumpfes ersetzt werden.

Bezahlt werden solche Arbeiten aus dem Budget des Meeresmuseums für den Erhalt von Exponaten. Aber auch Spenden sind willkommen. „Zuletzt wurden uns 500 Euro für die ,Reichwein’ zur Verfügung gestellt“, sagte Mäuslein. „Wir freuen uns über jede Summe und natürlich auch über Patenschaften, die Unternehmen oder Privatpersonen für spezielle Exponate übernehmen können.“

Die „Adolf Reichwein“ ist typisches Beispiel einer ganzen Serie von Fischereifahrzeugen, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf vielen kleinen und größeren Werften in Mecklenburg, Vorpommern und sogar in Berlin gebaut wurden. Wegen ihrer Länge wurden sie 17-Meter-Kutter genannt. Auf der Boddenwerft in Damgarten, wo auch die „Reichwein“ herkommt, zimmerten die Bootsbauer immerhin 80 Kutter zusammen.

Auf der Volkswerft waren es knapp 40.

Insgesamt liefen wohl rund 350 Kutter dieses Typs vom Stapel, die letzten Mitte der 50er-Jahre. Weit über 200 wurden als Reparation an die Sowjetunion geliefert. Etwa 120 blieben bei Fischern im Osten Deutschlands bzw. in der DDR. Nils Rammin weiß, dass derzeit noch zwei tatsächlich zum Fischfang genutzt werden.

Historie

Der Fischkutter „Adolf Reichwein“ wurde im April 1949 auf der Boddenwerft Damgarten gebaut. Er gehörte anfangs als SAS 95 Fischern in Sassnitz, dann war er als STR 190 in Stralsund und schließlich als WOG 115 in Wolgast bzw. Karlshagen. 1969 wurde er zur Ersatzteilgewinnung verkauft.

Das Meeresmuseum Stralsund rettete den Kutter 1970 vor dem Ausschlachten. Seine letzte Fahrt führte am 3. Februar 1973 durch Stralsunds Straßen vom Hafen zum Katharinenkloster. Der Transport dauerte 12 Stunden. Geschleppt wurde er von vier Lkw. Seitdem kann er im Hof des Museums bestaunt werden.

Jens-Peter Woldt

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