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Grimmen Nachfrage tendiert gegen Null
Vorpommern Grimmen Nachfrage tendiert gegen Null
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00:00 20.10.2017
Eine der E-Zapfstationen an der Tankstelle am Pommerndreieck: Die sind aber ausschließlich für Tesla-Mobile geeignet. Quelle: Foto: Peter Franke
Grimmen

Böser Diesel. Beginnt nach der nicht enden wollenden Diskussion um zu hohe Schadstoffwerte herkömmlicher Autos in Grimmen jetzt der Ansturm auf Elektro-Mobile?

Elektro-Mobi-lität steckt noch in den Kinder- schuhen.Paul Hückstädt Autohaus-Senior-Chef

„Die Nachfrage ist nicht wirklich da“, weiß Steffen Barth, Prokurist im Grimmener Autohaus Barth. Ford biete ein Elektro-Auto an, einen „Focus“. Er persönlich sei aber „nach wie vor ein Verfechter des Diesels“, sagt Barth. Viele Kunden müssten weite Strecken fahren und würden deshalb Dieselmodelle bevorzugen. Und: Bei Ford habe man keinen Dieselskandal. „Das ist unser großes Plus,“ weiß

Prokurist Barth.

Opel stellt mit dem „Ampera“ ein E-Mobil her. „Das Auto wird nur über ausgewählte Händler angeboten, nicht bei uns“, erklärt Andreas Gerds, einer der Geschäftsführer des Grimmener Opel-Autohauses. Bei elektrisch betriebenen Autos stünden allerdings der Preis und die Reichweite in keinem Verhältnis. Zudem könne es schon mal 35 Euro kosten, wenn man den Stromer mit Energie auftankt. „Da für kann man auch Diesel fahren“, meint Gerds. E-Autos seien in einem Flächenland wie MV momentan kein Thema. „Die Nachfrage tendiert gegen Null“, stellt Andreas Gerds fest. Obgleich:

„Die Technologie finde ich super. Aber Infrastruktur gibt es dafür fast nicht.“ Für 2020 plane man bei Opel einen Hybrid-Geländewagen. „Darauf sind wir gespannt“, sagt Gerds.

Bei VW in Grimmen sind innerhalb eines Jahres immerhin schon drei Exemplare des Elektro-Golf verkauft worden, berichtet Senior-Autohauschef Paul Hückstädt. „Im letzten Vierteljahr hatte wir noch zwei Anfragen, aber es wurde kein Vertrag geschlossen“, erklärt Hückstädt. Mitarbeiter des Unternehmens seien inzwischen für E-Mobile geschult worden und können, wenn nötig, „gewisse Arbeiten durchführen“, sagt Paul Hückstädt. Das Autohaus verfüge über eine Zapfstelle für E-Mobile, allerdings nur für Werkstattkunden. Die Elektro-Mobilität an sich, so meint der Seniorchef, stecke „noch in den Kinderschuhen“. Hückstädt hält mit seiner Meinung zum Thema Diesel aber nicht hinterm Berg: „Es wäre eine Schande, wenn man Dieselmotoren von der Bildfläche verschwinden lässt.“ Zum Kauf von Elektro-Dienstautos haben man bei Grimmener Stadtverwaltung derzeit kein Geld, weiß Stadtsprecher Thorsten Erdmann: „Wir werden aber schauen, welche neuen Sachen auf den Markt kommen und wie sich das dann preislich gestaltet.“

Im Fuhrpark der Kreisverwaltung sind auch noch keine elektrischen Modelle zu finden. Beim Kreis gebe es aber einen Klimaschutzbeauftragten, zu dessen Arbeitsbereich es auch gehöre, sich damit zu beschäftigen, sagt Kreissprecher Olaf Manzke. „Wenn wir beim Kreis Elektro-Betriebsfahrzeuge hätten, müssten wir auch Ladestationen auf dem Hof haben“, weiß Manzke. Finanziell sei so etwas aber derzeit nicht drin. „Ein konkretes Konzept haben wir noch nicht“, sagt Olaf Manzke.

Eifriger Verfechter der Elektromobilität ist der Grimmener Martin Scheitor, für dessen Unternehmen, die M+S Gruppe, inzwischen schon fünf Elektro-Smart und ein Tesla zu den Kunden rollen. „Im kommenden Jahr wollen wir einen E-Transporter kaufen. Dann haben wir unsere Firma komplett auf Elektro umgestellt“, ist Martin Scheitor stolz. Er sei, berichtet Scheitor, 2012 der Erste in MV gewesen, der einen E-Smart fuhr. Nach OZ-Informationen rollen jetzt auf Grimmens Straßen insgesamt sieben E-Autos. In ganz Vorpommern-Rügen beträgt deren Anzahl 58.

Ladestationen sind Mangelware

58 Elektro-Autos sind derzeit im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen registriert. Das ist von Silke Boller zu erfahren, Fachkoordinatorin im Kraftfahrzeug-Bereich bei der Kreisverwaltung.

7 E-Mobile haben nach OZ-Informationen einen Besitzer im Stadtgebiet von Grimmen gefunden.

Die Anzahl von Ladestationen für Elektro-Automobile ist im Raum Grimmen noch recht übersichtlich. So verfügt die Star-Tankstelle am Pommerndreieck über drei Tesla-Stationen, das Kaufhaus Stolz nebenan bietet während der Öffnungszeiten zwei Universal-E-Zapfstellen. Eine öffentliche Station offeriert die M+S Gruppe in der Greifswalder Straße in Grimmen.

Peter Franke

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