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Grimmen Nähen für Sternchen und Frühchen
Vorpommern Grimmen Nähen für Sternchen und Frühchen
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05:00 25.10.2018
Juliane Böse ist seit einem Jahr ehrenamtlich für den Verein "Herzenssache - Nähen für Sternchen und Frühchen" tätig. Am 10. November lädt sie zum Nähtreff ein. Quelle: Anja Krüger
Abtshagen

Gerade mal knapp 25 Zentimeter ist das Baby-Schlafsäckchen lang, das die Abtshagenerin Juliane Böse vor sich liegen hat. Höschen, Jäckchen und Mützchen daneben gleichen ebenfalls eher Puppen- als Babykleidung. „Genäht wurden die Sachen von Unterstützern des gemeinnützigen Vereins 'Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen', unter dessen Federführung regelmäßig Nähtreffs stattfinden“, erzählt die 34-Jährige. Seit knapp einem Jahr ist Juliane Böse ebenfalls Mitglied in dem bundesweit agierenden Verein. Am 10. November lädt sie in ihrem Heimatort zu einem solchen Nähtreff ein, bei dem farbenfrohe Kleidung für Frühchen und Sternchen genäht wird. Mitmachen kann jeder, der mit einer Nähmaschine umgehen kann, aber auch, wer ein Faible fürs Stricken, Häkeln oder Basteln hat.

Juliane Böse fungiert im Verein mittlerweile als regionale Ansprechpartnerin in Mecklenburg-Vorpommern, ist sozusagen das Bindeglied zwischen dem Verein, der seinen Sitz in Bernau hat, und dem jeweiligen Ansprechpartner in den Geburtskliniken. „Für mich ist es eine Herzenssache, in dem Verein mitzuwirken“, sagt sie. Persönliche Gründe habe es nicht gegeben, die sie dazu bewogen haben. „Aber ich weiß aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, welchen Belastungen die Eltern ausgesetzt sind, deren Baby zu früh beziehungsweise als Sternchen geboren wird“, erzählt die ausgebildete Kinderpflegerin und Erzieherin.

Betroffene Eltern sind großer Belastung ausgesetzt

Neben der seelischen Belastung, würden sie dem Problem ausgesetzt sein, keine passende Kleidung für ihr Frühchen zu bekommen. „Seitens der Industrie wird so kleine Babybekleidung nicht hergestellt“, weiß sie. „Noch schwieriger ist es, beispielsweise Einschlagdecken fürs Erdenbettchen eines Sternchens zu bekommen“, fügt sie hinzu. Und das, obwohl seit einigen Jahren auch Kinder, die mit einem Gewicht von unter 500 Gramm geboren wurden, beerdigt und standesamtlich eingetragen werden dürfen. Betroffenen Eltern wollen die Vereinsmitglieder mit ihrer Arbeit helfen, den kleinen Liebling einen würdigen Abschied zu bereiten und arbeiten deshalb auch mit Bestattern zusammen.

In Mecklenburg-Vorpommern sei der Verein, der 2016 gegründet wurde, noch recht unbekannt, bedauert die Abtshagenerin. Lediglich vier Mitglieder zähle er in dem hiesigen Bundesland. „Bei der Vereinsarbeit geht es aber um weitaus mehr, als nur zu Nähen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sternenkindern und Frühchen einen Platz in unserer Gesellschaft zu geben. Neben der Handarbeit wollen wir auch auf ein Tabuthema aufmerksam machen, die Menschen dafür sensibilisieren“, sagt Juliane Böse.

Noch freie Plätze beim Nähtreff

Genäht wird beim Nähtreff Kleidung in den Größen 32 bis 48. Dazu wird sich am 10. November von 10 bis 18 Uhr im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in Abtshagen getroffen. Mitzubringen ist lediglich eine Nähmaschine samt Zubehör. „Ein paar Nähmaschinen haben wir aber auch da“, erzählt sie. Auch Zuschnitte und Stoffe würden bereit liegen. Angemeldet hätten sich bereits 12 Frauen zu dem Treffen. Einige Plätze seien noch frei. „Wer mitmachen möchte, kann sich also noch anmelden“, sagt die 34-Jährige.

Juliane Böse selbst näht erst seit fünf Jahren. Aus einer Laune heraus habe sie damals angefangen. „Mittlerweile hüpft ziemlich viel von meiner Nähmaschine – Kleidung für Klein und Groß“, erzählt sie. Über ein Netzwerk von Hobbynäherinnen sei sie schließlich auch auf den Verein aufmerksam geworden. Die farbenfrohen Kleidungsstücke, die auch beim Nähtreff in Abtshagen genäht werden, würden nach Berlin ins Lager geschickt werden, berichtet die junge Frau. Dort würden schließlich die Pakete für Kliniken und Privatpersonen als Spende gepackt werden. „Für die kleinen Sternchen die Ihren Kampf leider verloren haben, spendet der Verein die Kleidung ebenfalls an Kliniken oder auch direkt an Bestatter“, informiert sie.

Anja Krüger

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