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Grimmen Neue Notaufnahme für Uniklinik Greifswald
Vorpommern Grimmen Neue Notaufnahme für Uniklinik Greifswald
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14:29 03.12.2018
Uwe Sander (BBL), Oberarzt Dr. Christoph Budde, der Ärztliche Vorstand Prof. Claus-Dieter Heidecke und Oberarzt Dr. Matthias Napp stellten die fast fertige Notaufnahme vor. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Am 16. Dezember ist es endlich soweit. Dann wird nach über zwei Jahren Bauzeit die neue Notaufnahme der Universitätsmedizin Greifswald bezogen. Dafür hat das Land über 20 Millionen Euro investiert. Zum Teil sehr lange Wartezeiten für die stark angestiegene Zahl der Patienten in den Notaufnahmen haben nicht nur im Greifswalder Universitätsklinikum in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. In zunehmender Zahl suchen überall in Deutschland Bürger die Notaufnahmen auf, weil sie nicht auf einen Termin beim Arzt warten wollen oder lange darauf warten müssten. In der Notaufnahme wird jeder behandelt, nur kann es sehr lange dauern.

 „Wir haben heute etwa ein Drittel bis die Hälfte mehr Patienten mehr als vor zehn Jahren“, sagt Oberarzt Dr. Matthias Napp, der gemeinsam mit den Oberärzten Dr. Christoph Gipp und Dr. Christoph Budde die Geschäfte vor Ort leitet. Jährlich rechne das Klinikum aktuell mit 30000 bis 34000 Fällen, verdeutlicht Budde. Als im Jahr 2000 der künftige Raumbedarf geplant wurde, ging man noch von nur 10000 Notfallpatienten in Greifswald aus.

„Wir hoffen, dass sich durch Inbetriebnahme des Neubaus die Wartezeiten für unsere Patienten verkürzen“, sagt der Ärztliche Vorstand Prof. Claus-Dieter Heidecke. „Auf jeden Fall wird es in Zukunft einen schnellen ersten Arztkontakt zur Ersteinschätzung geben. Dann wird je nach Krankheit entschieden, was wie schnell mit den einzelnen Patienten passieren muss.“ Für die, die über Nacht bleiben müssen, stehen zehn Betten in der Notaufnahmestation zur Verfügung. Morgens um 7.30 Uhr ist Visite, und spätestens dann erfolgt die Entscheidung über den weiteren Weg.

„Wir sind auch auf hochinfektionöse Krankheiten wie Ebola vorbereitet“, sagt Prof Klaus Hahnenkamp, der Leiter der Notaufnahme und stellvertretende Ärztliche Vorstand. Dafür stehen spezielle Räumlichkeiten zur Verfügung. Im gesamten Haus wurde modernste Technik für Untersuchungen, die Überwachung des Gesundheitszustandes und die Behandlung installiert.

Die neue Notaufnahme des Uniklinikums Quelle: eob

Das Konzept für die Notaufnahme hat sich seit dem Baubeginn 2016 verändert. Baulich sei das kein Problem, betont Uwe Sander, der beim Betrieb für Bau und Liegenschaften für die Hochschul- und Klinikbauten zuständig ist. Denn die Hülle wurde nicht verändert. Allerdings sei auch die neue Notaufnahme nicht vom Anstieg der Baupreise verschont geblieben. Ursprünglich sollte der Bau weniger als 20 Millionen Euro kosten. Weil Ausstattungsfirmen ihre Verträge nicht einhielten, werden bei Inbetriebnahme noch einige Möbel fehlen, bedauert Sander. „Der Betrieb ist aber nicht beeinträchtigt“, so Claus-Dieter Heidecke.

Bisher gab es für Patienten mit Ohrenschmerzen, Blinddarmverdacht oder Beinbruch unterschiedliche Notaufnahmen. Das ist dann Geschichte. In dem neuen Konzept, das das Team um Klaus Hahnenkamp bereits in den alten Räumlichkeiten umgesetzt hat, werden mit dem Bezug des Neubaus alle Notaufnahmen an einem Ort zusammengeführt. Der benachbarte und schon bestehende Bau der dann ehemaligen unfallchirurgischen Notaufnahme und der Neubau bekommen für die Umsetzung dieses Konzepts einen gemeinsamen zentralen Empfangstresen. Dorthin gelangen die Hilfesuchenden über zwei separate Eingänge, einmal für Patienten, die selbst laufen können und einmal für solche, die liegend gebracht werden. Schon bei der Ersteinschätzung soll gewährleistet sein, dass alle Fachrichtungen zeitnah mit ihrem speziellen Wissen herangezogen werden.

Hier entscheidet sich, wie es weitergeht, wer sofort wegen der Bedrohlichkeit seines Leidens zu den für ihn geeignetsten Fachleuten verwiesen muss oder ob zunächst eingehende Untersuchungen notwendig sind. An diesen Punkten entscheidet sich ferner, wer kein echter Notfall ist und darum besser bei einem niedergelassenen Arzt aufgehoben ist. „Wir sprechen noch mit der Kassenärztlichen Vereinigung über die Einrichtung einer solchen Praxis im Haus“, so Hahnenkamp weiter. „Wir gehen davon aus, dass wir ein Viertel bis ein Drittel der Patienten dorthin verweisen könnten.“ Geeignete Räume für diese Praxis sind in unmittelbarer Nähe der zentralen Notaufnahme vorgesehen.

Vor drei Jahren gab es übrigens schon einmal eine Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung. Sie wurde nach einem halben Jahr wieder geschlossen, weil die Zahl der Patienten geringer gewesen sei als erwartet. Wenn nun die Unimediziner die Patienten in die Praxis überweisen, sollte das kein Problem mehr sein, schätzt der Ärztliche Vorstand ein.

Aber auch die eigentliche Notaufnahme bekommt mehr Mitarbeiter. Ihr Personalbestand wird um etwa zehn Prozent aufgestockt. Aktuell arbeiten in derZentralen Notaufnahme 18 Ärzte und 37 nichtärztliche Mitarbeiter. Bei Bedarf werden Vertreter benötigter Fachdisziplinen hinzugerufen.

Eckhard Oberdörfer

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