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Grimmen Neue Tonnen sorgen für Ärger
Vorpommern Grimmen Neue Tonnen sorgen für Ärger
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15:21 14.03.2018
So geht’s nicht. Weil anscheinend Fremde ihren Müll in der Leningrader Straße entsorgen und Abfalltrennung nicht sorgfältig betrieben wird, quellen die Tonnen über und der Müll wird daneben platziert. FOTOS (2): ANJA KRÜGER

Volle Müllbeutel stapeln sich neben überlaufenden Restabfalltonnen. Teilweise liegt der Unrat lose am Mülltonnenstellplatz in der Leningrader Straße.

Vermieter: Grund für überquellende Abfallbehälter ist eine nicht funktionierende Mülltrennung.

„Ein widerlicher Anblick“, stellt eine Bewohnerin des Wohnblocks mit den Hausnummern 25 bis 29 fest. „Früher hatten wir hier drei große Restmüllcontainer, jetzt nur noch drei Tonnen“, erzählt die Dame. Das Entsorgungsunternehmen würde die herumliegenden Abfalltüten nicht mitnehmen, auch Mülltonnen, die übervoll seien, würden nicht geleert werden, berichtet sie verärgert. Auch OZ-Leser aus dem Innenring beschweren sich. Dort türmt sich seit drei Wochen Sperrmüll.

Vermieter der Wohnungen in der Leningrader Straße 25 bis 29 und des Innenrings ist die Wohnungsgenossenschaft (WG) Grimmen. Diese stellte kürzlich die Abfallentsorgung um, ließ an den meisten Mülltonnenstellplätzen die 1100-Liter-Restmüllcontainer durch 240-Liter-Tonnen ersetzen, wie Jörn Kujas vom Vorstand der WG informiert. Begründung: „Zum Teil haben wir mancherorts ein zu großes Vorhaltevolumen bereitgestellt. Aber auch dem ’Abfalltourismus’, also dass Nichtmieter ihren Müll in den Tonnen entsorgen, wollen wir damit begegnen“, sagt Kujas. Und letztendlich spare mit der Umstellung die Wohnungsgenossenschaft, und damit auch jeder Mieter, Betriebskosten ein.

Im Fall des Wohnblocks Leningrader Straße spricht Ramona Hess vom Vorstand von rund 4900 Euro im Jahr. Und das trotz einer vierten 240-Liter-Tonne, die erst am Montag zusätzlich bereitgestellt wurde. „Grundsätzlich sieht die Abfallsatzung des Landkreises vor, dass Eigentümer der Wohngrundstücke pro Bewohner ein Behältervolumen für den anfallenden Restmüll von mindestens 7,5 Liter je Woche bereitstellen. Danach haben wir uns bei der Umstellung zunächst gerichtet“, sagt Kujas. Ihm sei bewusst, dass die Umstellung nicht vollends ohne Probleme ablaufen würde. „Wir sind jederzeit bereit, nachzubessern, freuen uns also auch über das Feedback von Mietern“, sagt der 51-Jährige. Daher habe die WG – nach Kritik der Mieter – eben auch am betreffenden Block in der Leningrader Straße eine zusätzliche Tonne für die 53 Bewohner aufstellen lassen. Sie haben damit also doppelt so viel Platz für ihren Müll wie laut Satzung bereitzustellen ist.

„Funktionieren kann die Umstellung und die damit für die Mieter geplante Kostensenkung nur, wenn auch der Müll sorgfältig getrennt wird“, mahnt Kujas. Und genau da scheint das Problem zu liegen. Deutlich zu erkennen sind in den rumliegenden Müllbeuteln Abfälle, die eigentlich in die gelbe Tonne gehören. Deshalb legt Kujas noch mal nach: „Jeder Haushalt im Landkreis ist laut Satzung zur Abfalltrennung verpflichtet.“ Sollten trotz aller diesbezüglich an den Tag gelegten Sorgfalt die bereitgestellten Restmülltonnen nicht ausreichen, bittet er um einen Hinweis. „Wir arbeiten eng mit der Abfallwirtschaft des Landkreises zusammen. Eine zusätzliche Tonne – übrigens auch eine gelbe für Wertstoffe oder blaue für Papier – können wir nachordern“, so Kujas.

Trotz der derzeitigen Umstellungsschwierigkeiten, die es aber nur an drei/vier Stellflächen gebe, wie Ramona Hess informiert, sei der WG-Vorstand optimistisch, dass die Umstellung eine gute Sache ist. „Nicht zuletzt für unsere älteren Mieter, für die die Handhabung mit der Tonne einfacher ist“, meint Kujas.

Zum Sperrmüll-Problem im Innenring informiert Ramona Hess: „Leider hat eine Mieterin nicht ordnungsgemäß die Abfuhr angemeldet. Dies haben wir nun in Auftrag gegeben. Der Sperrmüll soll am Montag abgeholt werden.“

Anja Krüger

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