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Grimmen SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden baut neuen Kuhstall
Vorpommern Grimmen SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden baut neuen Kuhstall
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13:27 02.01.2019
Im SOS-Dorf Hohenwieden wird in diesem Jahr ein neuer Kuhstall gebaut. Der bisherige Stall wird dann für das Jungvieh genutzt. Quelle: Almut Jaekel
Hohenwieden

Die Dorfgemeinschaft Hohenwieden wächst. „Und das sowohl bei der Vielfalt der Angebote als auch mit der Anzahl der Menschen“, sagt Hans-Peter Fromm, der das Dorf, in dem das gemeinsame Leben und Arbeiten von behinderten Erwachsenen möglich ist, leitet. 96 Betreute arbeiten beispielsweise mittlerweile in den Werkstätten des Dorfes, zu dem unter anderen eine Textil- und eine Holzwerktstatt ebenso gehören wie Gärtnerei und Landwirtschaft.

Neuer Arbeitsbereich Dienstleistung

„Die Nachfrage ist ungebrochen, gerade im Berufsbildungsbereich“, sagt Fromm. Deshalb wurde noch im alten Jahr der neue ArbeitsbereichDienstleistungen“ eröffnet, der eng mit den anderen Arbeitsbereichen zusammenarbeitet und sie unterstützt, aber auch externe Aufgaben wie den Postversand bearbeitet. „Insgesamt wird das ein etwas beruhigter Bereich sein. Das heißt, Beschäftigte, die etwas mehr Unterstützung und andere Abläufe brauchen, sind dort genau richtig“, meint der Dorfleiter. Untergebracht ist der Dienstleistungsbereich im ehemaligen Verwaltungsgebäude, das dafür baulich verändert wurde.

In der Textilwerkstatt zeigen die Mitarbeitern den Gästen vom Abtshagener Männerfrühstück ihre Arbeit. Quelle: Anja Krüger

Moderner Kuhstall entsteht

Ebenfalls noch 2018 wurden die Bauarbeiten an der Textilwerkstatt sowie Restarbeiten der Erweiterung der Gärtnerei beendet. „Jetzt startet der Neubau unseres Kuhstalls“, verkündet Hans-Peter Fromm. Erd- und Betonarbeiten laufen. „Wir hoffen, den neuen Stall im Mai/Juni in Betrieb nehmen zu können“, sagt er. Mit dem neuen Stall gebe es mehr Kuhplätze und vor allem einen Laufstall für sie statt der Anbindehaltung. „Besonders gut sei aber der moderne Melkstand, der die Arbeit für die dort Beschäftigen wesentlich erleichtern würde. „Auch eine Mistschiebeanlage wird es geben“, sagt Fromm. Der alte Kuhstall wird dann für das Jungvieh genutzt.

Nicht nur Kühe gibt es in Hohenwieden, sondern beispielsweise auch Enten. „Vor Weihnachten haben wir erstmals Enten in größerem Umfang verkauft“, sagt Hans-Peter Fromm. Auch Suppenhühner wurden angeboten, weil bei der in Hohenwieden praktizierten mobilen Hühnerhaltung, aus der die Bio-Eier sehr gut nachgefragt seien, der Hennenbestand jährlich gewechselt werden müsse.

Mehr Wohnraum für Betreute

Auch beim Wohnen gibt es Veränderungen im SOS-Dorf. So wurde eine Zwischenwohnform zwischen dem Leben in der Hausgemeinschaft im Dorf und dem Trainingswohnen in Grimmen von fünf auf sieben Plätze erweitert. „Diese Außenwohngruppe, die hilft, selbstständiger zu leben, gibt es hier in Hohenwieden“, erklärt Fromm. 34 Menschen mit Behinderungen leben derzeit in den Hausgemeinschaften, 7 in der Außenwohngruppe und 38 im Trainingswohnen. Außerdem werden weitere Menschen ambulant betreut.

Perspektivisch wird es in Hohenwieden zwei neue Hausgemeinschaften geben. 2020 soll der Bau für diese Wohngemeinschaften beginnen, die Bewohnern im Rentenalter und mit veränderten Tagesstrukturen beste Möglichkeiten bieten.

Familienzentrum auch in Ribnitz aktiv

Ganz neu bei SOS in Grimmen und Umgebung sind die „Hilfen zur Erziehung“. Diese begleitende Familienhilfe sei gut nachgefragt und soll weiter entwickelt werden. „Sehr gut ausgelastet ist unsere Kita „Hermann Gmeiner“ in Grimmen und besonders beliebt ist die Waldkita-Gruppe direkt in Hohenwieden“, informiert der Dorfleiter. Große Nachfrage gebe es auch nach den Angeboten im SOS-Familienzentrum in Grimmen. Die Angebote würden sich vor allem an junge Familien, Mütter und Alleinerziehende richten, die aus Grimmen und Umgebung, aber auch aus Greifswald kommen. Fromm: „Diese Menschen suchen niedrigschwellige Unterstützungsangebote.“

Deshalb wird das SOS-Familienzentrum in diesem Jahr auch in Ribnitz-Damgarten und Barth mit dem „Kinderwagenbrett“ aktiv werden. Dabei soll es um Angebote rund um die Kindesentwicklung und um Erziehung gehen. Das Projekt ist für drei Jahre angelegt und soll mit Angeboten von anderen Trägern und Hebammen vernetzt werden. Gefördert wird es von der Aktion Mensch und dem SOS- Kinderdorf e.V. Gefragt ist das Grimmener Familienzentrum aber auch nach wie vor im Bereich der Flüchtlingsarbeit, sagt Fromm.

SOS-Dorf Hohenwieden

Gemeinsam leben, arbeiten und die Freizeit gestalten - so lautet das Konzept der SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden.

In vier Hausgemeinschaften mit insgesamt 34 Plätzen, im externen Trainingswohnen mit 38 Plätzen in acht Wohnungen, sieben Plätze im Übergangswohnen, im ambulanten betreuten Wohnen sowie in den neun Arbeitsbereichen der Werkstatt für behinderte Menschen sind erwachsene Menschen mit Lern- und Denkbeeinträchtigungen willkommen und werden begleitet und gefördert.

Die SOS-Dorfgemeinschaft arbeitet mit anderen Institutionen und Trägern zusammen.

Theaterpädagoge neu an Bord

Kultur wird auch 2019 in Hohenwieden groß geschrieben. 110 bis 130 Besucher zählte jedes der Hohenwiedener Konzerte im letzten Jahr. Im ersten Halbjahr 2019 sind allein sechs Veranstaltungen dieser Reihe angesetzt – dabei sind wieder die Viola-Meisterklasse, die Buschtrommel, Tino Eisbrenner, eine Hommage an Udo Jürgens und die Sommersonnenwende.

Personelle Veränderungen gab es in der Theaterarbeit. Die Handschrift des Theaterpädagogen Jan Holten aus Greifswald war schon beim Christgeburtsspiel zu erleben. Standards wie das Michaelifest, die Bildhauerwoche, die Kunstausstellung und verschiedene Kurse gehören im Laufe des Jahres ebenfalls zum Programm des SOS-Dorfes.

Almut Jaekel

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