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Neuer Riesenkrater: A 20 auch in Richtung Osten abgesackt

Tribsees/Bad Sülze Neuer Riesenkrater: A 20 auch in Richtung Osten abgesackt

Auf der Autobahn in der Nähe des vorpommerschen Tribsees vergrößern sich die Schäden. Jetzt ist auch die Fahrbahn in Richtung Stettin betroffen.

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Auf der Autobahn 20 bei Tribsees ist nun auch die Fahrbahn in Richtung Osten (r.) abgesackt.

Quelle: Stefan Tretropp

Tribsees/Bad Sülze. Die Schäden auf der Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) weiten sich aus: Nachdem die Fahrbahn in Richtung Lübeck in den vergangenen Wochen um weitere 60 auf nunmehr knapp 100 Meter abgesdackt war, ist nun auch die Gegenrichtung betroffen. Die Fahrbahn sackte am Wochenende ebenfalls ab, so dass nun auch in Fahrtrichtung Osten ein großes Loch entstand. Teile der Schutzplanken und der Zäune, die das erste Loch absicherten, fielen in den so entstandenen Krater. „Es war nur eine Frage der Zeit, dass auch die Gegenfahrbahn absackt“, sagte Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr am Montag. Die Autobahn war bereits in beide Richtungen gesperrt.

DCX-Bild

Auf der Autobahn in der Nähe des vorpommerschen Tribsees vergrößern sich die Schäden. Jetzt ist auch die Fahrbahn in Richtung Stettin betroffen.

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Am Montagmorgen trafen sich Experten des Landesamt vor Ort, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein Betreten des Bereichs wird nun immer gefährlicher, sodass die Absperrungen ausgeweitet wurden.

Die A 20 war Ende September 2017 abgesackt. Der Grund für das Desaster ist ersten Untersuchungen zufolge eine große Torflinse unter der Autobahn. Was genau im Boden geschah, ist allerdings weiter unklar. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen. Die Vermutung von Anwohnern, dass die Wiedervernässung am Fluss Trebel vor rund 20 Jahren Schuld an der Katastrophe sein könnte, hatte das Umweltministerium jüngst zurückgewiesen. Der jetzige Wasserstand sei fast identisch mit dem Wasserstand, der den A20-Planungen zugrunde gelegen habe.

Der Einsturz der Gegenfahrbahn am Wochenende hat den Experten des Verkehrsministeriums zufolge keine Auswirkungen auf die Planungen zur Reparatur der Straße. Bis die A 20 an dieser Stelle wieder befahrbar sein wird, werden allerdings Jahre vergehen - auch wenn das Ministerium Anreize für ein schnelleres Planen und Bauen setzen und Möglichkeiten für Fristverkürzungen im Vergabeprozess ausschöpfen will. Obwohl die Autobahn eine Bundesstraße ist, laufen beim Land als Baulastunterhaltungsträger die Fäden für die Reparatur zusammen. Und das sei auch gut so, betont Verkehrsexperte Normann. „Wir machen das sicher schneller.“ 

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) war jüngst von einer vollständigen Wiederherstellung der Autobahn bis zum Jahr 2021 ausgegangen. Die Kosten dafür werden auf etwa 100 Millionen Euro geschätzt. Die Autobahn muss demnach auf etwa 800 Meter Länge westlich und 100 Meter Länge östlich der Unglücksstelle zurückgebaut und durch ein Brückenbauwerk ersetzt werden. Inzwischen steht der Zeitplan für die europaweite Ausschreibung von Planungsleistungen. Bis 22. Februar können die Firmen ihre Angebote abgegeben.

Unterdessen arbeiten die Straßenbaubehörden an den Vorbereitungen für den Bau einer Umleitungsstrecke, die die Ortschaft Langsdorf entlasten soll. Doch ob diese kommt, bleibt ungewiss. Von den rund 25 Grundeigentümern habe einer dem Bau der Straße bislang nicht zugestimmt, so Normann. Die Straßenbauexperten hoffen auf Einsicht.

Zunehmend zu schaffen machen den Behörden Sensationstouristen, die zur abgesackten A 20 pilgern, Selfies schießen und in sozialen Netzwerken posten. „Wir hatten bislang dank rechtzeitiger Sperrung der Autobahn Glück, dass niemand verletzt wurde“, macht Ronald Normann deutlich. Die Behörde überlege nun, Anzeige gegen Gaffer zu erstatten. Die Rechtslage sei in diesem Fall eindeutig. Die Abbruchstelle sei gesperrt, das Betreten verboten. Bereits am Wochenende waren Bilder von der abgebrochenen Gegenfahrbahn auf Facebook gepostet worden. Das Laufen auf diesem Stück Autobahn sei grob fahrlässig und äußerst gefährlich, so Normann.

Stefan Tretropp/martina Rathke

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