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Grimmen Niedliche Räuber auf Schwarze Liste gesetzt
Vorpommern Grimmen Niedliche Räuber auf Schwarze Liste gesetzt
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00:00 07.02.2017
Die EU-Politiker scheinen gegen diesen Blick immun zu sein, denn sie setzten den Waschbären auf die Schwarze Liste. Quelle: Fotos: Claudia Noatnick

Mit ihrer schwarzen Augenbinde und ihrem puscheligen Aussehen gehören die Waschbären eindeutig zu den Publikumsmagneten des Grimmener Tierparks. Genau wie ihre Verwandten, die niedlichen Nasenbären. Jetzt allerdings soll es, geht es nach der Europäischen Union (EU), den Kleinbären an den dichten Pelz gehen. Geht es nämlich nach Brüssel, verschwinden diese Tiere demnächst aus Tierparks und Zoos.

Wasch- und Nasenbär könnten aus Tierparks verschwinden

Die Politiker haben die Tiere auf die Schwarze Liste der invasiven Arten gesetzt. Insgesamt 37 Tier- und Pflanzenarten teilen das Schicksal von Nasen- und Waschbär. Einst aus anderen Erdteilen nach Europa eingeschleppt, würden sie sich rasant verbreiten und einheimische Arten verdrängen. Dem soll nun ein Riegel vorgeschoben werden. „Aus naturschützerischer Sicht kann ich das völlig nachvollziehen“, sagt Grimmens Tierparkchefin Christin Trapp. Weshalb diese Tiere aber auch aus den Tierparks und Zoos verbannt werden sollen, erschließe sich ihr nicht. Immerhin sei es der Auftrag eines Tierparks, auch fremde und exotische Arten zu zeigen, den Besuchern zu erklären, wo und wie diese Tiere leben. „Ich verstehe das einfach als Bildungsauftrag“, sagt Christin Trapp.

Die EU ist da scheinbar anderer Ansicht. Deren Mitgliedsstaaten sind nun aufgefordert, gegen eine weitere Verbreitung der auf der Schwarzen Liste aufgeführten Arten vorzugehen. So soll unter anderem verhindert werden, dass diese Tiere und Pflanzen gezüchtet, gehalten, verkauft oder weiter transportiert werden. „Für uns als Tierpark heißt dass, dass wir unsere Wasch- und Nasenbären derzeit weder züchten noch an einen anderen Zoo abgeben dürfen. Ebensowenig dürfen solche Tiere aus anderen Zoos zu uns kommen“, erklärt die Tierparkchefin.

Mit der Zucht sei das kein Problem – die Grimmener Kleinbären sind allesamt sterilisiert oder kastriert. Sorgen bereitet den Tierparkmitarbeitern eher das Alter der Wasch- und Nasenbären. Beide Arten hätten eine Lebenserwartung von etwa zehn bis 15 Jahren. „Unsere Nasenbären leben seit 2008 bei uns, ebenso die Waschbären“, weiß Heide Friebel. Sie seien also schon recht betagte Tiere. „Wenn sie irgendwann sterben, haben wir dank der EU-Verordnung keine Möglichkeit, neue Tiere zu erwerben und im Grimmener Tierpark zu zeigen“, sagt die Grimmener Tierpflegerin.

Für Christin Trapp und Heide Friebel stellt die EU-Verordnung mit Blick auf die Tierparks und Zoos reinen Aktionismus dar. Tierparktiere gelangten schließlich nicht in die freie Wildbahn, wo sie einheimische Arten verdrängen können. Und Nasenbären würden den europäischen Winter gar nicht überstehen – sie brauchen Temperaturen von mindestens 15 Grad Celsius, sonst erfrieren sie. Deshalb haben sie derzeit auch eine wärmende Rotlichtlampe in ihrem Stall. „Wir hoffen jetzt für die Tierparks auf Ausnahmereglungen. Denn aus Sicht der Zoos ist diese Verordnung unsinnig“, so Christin Trapp.

Claudia Noatnick

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