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Nordvorpommern Auch Tribsees soll eine Zukunft haben
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00:00 27.03.2014
Tribsees ist eine mittelalterliche Kleinstadt. Davon zeugen die beiden erhaltenen Stadttore. Eines davon ist das Mühlentor. Quelle: Reinhard Amler

Was reizt einen, sich am 25. Mai in Tribsees zur Wahl als Bürgermeister zu stellen? Die Stadt hat keinen ausgeglichenen Haushalt, die Arbeitslosenzahl ist hoch. Wo einst Kino, Kaufhaus und Fleischer waren, sind die Schaufenster leer. Putz bröckelt von vielen Häusern. Und dennoch gibt es in Tribsees gleich drei Bewerber fürs Bürgermeisteramt. Mehr als in allen umliegenden Kleinstädten und Dörfern.

Amtsinhaber Thomas Molkentin (CDU) gehört dazu. Er will Bürgermeister bleiben. „Sollen wir denn den Kopf in den Sand stecken?“ fragt er provokant zurück. Das kommt für den 48-Jährigen überhaupt nicht in Frage. „Entscheidend ist doch, dass es für die Tribseeser trotz aller Probleme weitergeht. „Wir lieben unsere Stadt und wollen sie noch lebenswerter machen“.

Das sagt auch Britt Zöllner-Fröbel, Bürgermeisterkandidatin der Freien Wählergemeinschaft (FWG). „Tribsees ist sicher klein, aber nicht hässlich“, betont sie. Auch Jörg Kühnhold, der zum dritten Mal als Einzelbewerber antritt, hat da keine andere Auffassung.

Aktuell wohnen in der Trebelstadt heute 2600 Einwohner. Bis zur Wende war sie ländliches Zentrum, geprägt vor allem durch die Landwirtschaft. Nur wenige Arbeitsplätze sind geblieben. Ansiedlungen gibt es kaum noch, sieht man mal von einem Swingerclub ab, der vor eineinhalb Jahren die Autobahnnähe zu nutzen wusste und heute Gäste begrüßt, die an Wochenende zuweilen sogar aus Hessen oder Hamburg nach Tribsees anreisen.

Auf der Prioritätenliste von Bürgermeister Thomas Molkentin steht bürgerliches Engagement ganz oben. Davon lebt die Stadt, weil sie über ein reges Vereinsleben verfügt, sagt er. Als einen Erfolg der letzten Jahre nennt Molkentin deshalb immer wieder das Tonnenabschlagen, das Bürger für Bürger zum Highlight entwickelt haben. 1000 Besucher strömen da schon mal hin. Das ist viel. Stolz ist Molkentin auch auf den sanierten Sportplatz samt Sportlerheim, den fertiggestellten Kirchplatz, den er „gute Stube“ nennt, und nicht zuletzt auf die Umgestaltung des Heimatmuseums. Daran gilt es anzuknüpfen, sagt er. Mit noch mehr Bürgernähe. „Es gehört mit zu den glücklichen Momenten im Amt, wenn man zu Geburtstagen gratuliert und dort so manche Wertschätzung erlebt“, gesteht Molkentin.

Bürgermeisterkandidatin Britt Zöllner-Fröbel, die in Tribsees ein Ingenieurbüro betreibt, sieht einiges ähnlich wie der Amtsinhaber. Für sie ist aber auch die Entwicklung eines eigenen Standortkonzeptes wichtig. Hier soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten Tribsees hat. Es existiert bereits eine These eines Studenten der Stralsunder Fachhochschule, die weiterentwickelt werden soll, betont sie. „Wir sind ein Team mit viel Kompetenz“, sagt Zöllner-Fröbel und meint damit ihre FWG, die mit 16 Leuten zur Wahl antritt. Die CDU hat 13 Kandidaten.

Bereits zum dritten Mal bewirbt sich auch Jörg Kühnhold um das Amt des Bürgermeisters. Der 45-jährige Altenpfleger will als Einzelbewerber punkten. „Man muss sich auch mal gegen die große Politik stellen können“, formuliert er sein Motiv. Wichtig sind für ihn eine noch engere Bindung an die Bürger sowie der Erhalt der Kinder- und Jugendarbeit.

Tribsees
Die Stadtvertretung hat 12 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als 13. Die CDU besitzt derzeit acht, die Freie Wählergemeinschaft (FWG) fünf Stimmen.


Zur Kommunalwahl am 25. Mai tritt die FWG mit 16 Bewerbern an, die CDU schickt 13 ins Rennen. Als Einzelbewerber ist Jörg Kühnhold nominiert.



Reinhard Amler

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