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Nordvorpommern Aus geheimer Funkstation wird Seniorenhaus mit Charme
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00:00 09.10.2013
Reetgedeckt und idyllisch gelegen — das Seniorenhaus am Tannenkamp in Schmedshagen. Quelle: Fotos: Ines Sommer
Schmedshagen

Ganz idyllisch in einem kleinen Wäldchen liegt sie, die alte Funkstation am Ortseingang von Schmedshagen. Die Wehrmacht hatte das Fleckchen ganz bewusst ausgesucht, um nicht aufzufallen. Und so hatte das Gebäude auch ein Schilfdach, die Funktürme waren hinter Bäumen versteckt. Nach dem Krieg befand sich hier die Dorfschule, zuletzt diente der Bau als Wohnhaus.

„Wir haben das ganze Areal im März 2012 ersteigert. Mit der Sanierung konnten wir schon letzten Herbst beginnen“, berichtet Andreas Kundler während eines Baustellenrundgangs. Der Stralsunder und sein Partner Stanislav Kalaikov investieren gemeinsam, um das „Seniorenzentrum am Tannenkamp“ zu bauen. Und so nahm man sich zuerst das denkmalgeschützte Haus vor. Das Obergeschoss wurde ausgebaut, das Dach neu gedeckt, Zwischenwände eingezogen, Treppen saniert...

„Aber bevor wir anfangen konnten, mussten wir erst einmal zig Tonnen Müll vom Gelände entfernen. Unsagbar, was hier alles entsorgt wurde. Mittlerweile sind wir soweit, dass wir auch die Grünanlagen rundherum auf Vordermann gebracht haben“, zeigt sich Kundler erleichtert und ergänzt: „Natürlich weiß man, dass sich manche Idee schwer umsetzen lässt. Aber ich habe doch nicht gedacht, dass so viele Kompromisse nötig sind. Da braucht man ganz schön Geduld und starke Nerven. Ich muss aber auch sagen, dass wir mit der Denkmalpflege gut zusammengearbeitet und Kompromisse gefunden haben. Aber das braucht eben seine Zeit. Und wenn man denkt, jetzt ist das auf dem Weg, tut sich wieder ein neues Problem auf.“

Da musste so einiges für den Brandschutz bewegt werden (aus Holz musste wegen der Brennbarkeit Metall werden, zum Beispiel bei den Treppen), aber auch 23 Zentimeter Boden waren aufzubauen, damit das Haus barrierefrei zu erreichen ist. 6000 Quadratmeter Ausgleichsfläche mussten gesucht werden. Ein Forstgutachten war wegen des Waldes erforderlich, auch wenn Andreas Kundler die dünnen, wild gewachsenen Stengel niemals in die Kategorie Wald eingeordnet hätte. Am meisten sorgte jedoch ein Geruchsgutachten für Aufregung. „Ich dachte, wir sollen zeigen, dass das Seniorenwohnen keine Geruchsbelästigung darstellt. Menschenverachtend wäre das ja. Aber es stellte sich heraus, dass geklärt werden sollte, inwiefern die benachbarte Landwirtschaft unser Projekt beeinflusst“, so der 41-Jährige.

Geht man jetzt durch die alte Funkstation, ist man begeistert von den lichtdurchfluteten Räumen. Besonders gelungen ist die Terrasse, die vom gesamten Erdgeschoss erreichbar ist. Das vollständig sanierte Gebäude beherbergt die 15 Tagespflegeplätze. Hier werden demnächst die Senioren von 7 bis 17 oder 18 Uhr betreut. Da gibt es viele Therapiezimmer, ist an genügend Platz für Musik, Tanz und Bewegung gedacht — ebenso wie an gemütlichen Sitzecken, Rückzugsmöglichkeiten. „Die Senioren können sich in der Küche ebenso ausprobieren wie im Garten oder am Handarbeitstisch. Um das Haus herum wird es einen Naturlehrpfad geben. Ganz besonders freue ich mich auf die kleine Werkstatt, in der sich die Gäste schaffen und werkeln können. Uns geht es einfach darum, den älteren Menschen Lebensqualität zu geben und zu erhalten“, erklärt der Altenpfleger, der als Dozent auch gerade die letzten Prüflinge betreut hat, bevor er nun den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Inzwischen haben der Koch Matthias Schächinger und der Haustechniker Jörg Plenert gemeinsam mit ihrem Chef Andreas Kundler die Arbeit aufgenommen. Vier Pfleger kommen dazu, sobald die Tagespflegeeinrichtung von der Heimaufsicht die Zulassung erhält. Der erste Schritt ist also fast geschafft. Doch der nächste ist schon fest ins Auge gefasst. Denn nebenan soll ein Neubau entstehen mit 32 Plätzen fürs Seniorenwohnen. Das Planverfahren läuft. Geschäftsführer Andreas Kundler möchte hier noch einmal drei bis vier Altenpfleger und -helfer pro Schicht beschäftigen. „Beide Gebäudeteile sind durch einen Glasgang verbunden. Denn die Bewohner sollen auch die Angebote der Tagespflege nutzen können. Von mir aus könnte das Projekt sofort starten. Aber meine Erfahrung sagt mir: Bloß nicht unter Druck setzen und keine Termine nennen.“

Die Kommune hat jedenfalls ihre Hausaufgaben gemacht und den B-Plan — den ersten in der Gemeinde — für das Projekt im Außenbereich von Schmedshagen auf den Weg gebracht, auch die Nachbarn haben nichts einzuwenden.

Ines Sommer

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