Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Nordvorpommern Badeverbot in Tremt erregt die Gemüter
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Badeverbot in Tremt erregt die Gemüter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 13.06.2017
Das Baden ist in diesem Jahr am Tremter Strand untersagt. Außerdem ist durch das Sturmhochwasser sehr viel Sand weggespült worden. Quelle: Foto: Oz
Miltzow

„Wir haben seit Bekanntgabe des Badeverbotes zwei Proben genommen und warten jetzt noch einmal einige ab, um dann vielleicht eine Tendenz feststellen zu können“, erklärte der Leiter des Bau- und Ordnungsamtes Miltzow, Andreas Bohl, auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Miltzow. Trotz intensiver Nachforschungen konnte bislang nämlich noch kein Verursacher ausgemacht werden, der für die schlechte Badewasserqualität und damit für das seit Ende März geltende Badeverbot (die OZ berichtete) verantwortlich gemacht werden kann.

Woher kommen die Fäkalerreger? Proben sollen Aufschluss bringen

Das Badeverbot war auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Sundhagen noch einmal richtig hochgekocht, nachdem anwesende Einwohner dazu Fragen gestellt hatten. Schließlich sei Tremt der einzige Strand an Ostsee und Strelasund, an dem in diesem Sommer nicht gebadet werden darf, wurde betont. „Die Anwohner und deren Gäste bedauern das Verbot sehr“, erklärte auch Sundhagens Bürgermeister Helmut Krüger (CDU). „Wir hatten aber keine Chance, es zu verhindern“, fügte er hinzu„Und wir können die Wasserqualität auch nicht selber beeinflussen“, meinte das Gemeindeoberhaupt. Was den Verursacher der Verunreinigung angeht, wandte sich Krüger gegen bereits aufkommende Spekulationen. Es ist nichts nachgewiesen.

In Tremt führen zwei Gräben in den Strelasund. Aus beiden wurden jetzt Proben entnommen. Ebenso könne die Verunreinigung aber auch von der Wasserseite aus kommen, wurde gesagt. Dies lasse sich leider nicht ohne Weiteres testen. Andreas Bohl erläuterte auf der Gemeindevertretersitzung, dass es so genannte Fäkalerreger sind, die im Badewasser nachgewiesen wurden. Sie sind für Menschen nicht unbedenklich. Deshalb wurde das Badeverbot verhängt. Ausgesprochen hatte es das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales in diesem Frühjahr. Die Gemeinde muss es nun erstmals durchsetzen.

Interessant war nämlich zu hören, dass es die erhöhten Werte bei den Fäkalerregern schon öfter gegeben hat. „Wir sind in den vergangenen Jahren schon mehrfach am Badeverbot vorbeigeschrammt“, bekannte Andreas Bohl.

Das Badeverbot war aber nicht das Einzige, was die Bürger, die sich zur jüngsten Gemeindevertretersitzung aufgemacht hatten, der zeit in Tremt bedrückt. Auch der allgemeine Zustand des 200 Meter langen Strandes wurde kritisiert. Denn hier hatte das Sturmhochwasser Anfang Januar erhebliche Schäden verursacht, die noch immer nicht beseitigt sind. Vor allem ist Sand weggespült worden.

Bürgermeister Krüger erklärte, dass es angesichts des bestehenden Badeverbotes in diese Richtung aber keinerlei Investitionen geben könne. „So etwas würde uns stark angekreidet“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Hinterfragt wurde in diesem Zusammenhang auch, ob es nicht wenigstens möglich sei, einen in Tremt lagernden Sandhaufen zu verteilen. Das wolle man prüfen, so der Bürgermeister. Allerdings dürfe, und darauf wies auch der Bauamtsleiter hin, nur zertifizierter Sand für den Badestrand verwendet werden. Für den Bereich gelten – wie für die gesamte Ostseeküste – EU-Richtlinien .

Reinhard Amler

Mehr zum Thema

Wirtschaftsausschuss stimmt neuer Entgeltordnung für Wochenmärkte zu

08.06.2017

Stadtrat lehnt SPD-Antrag zur Senkung der Kreisumlage mehrheitlich ab

09.06.2017

Bei einer Einwohnerversammlung in der nächsten Woche stellt die Gemeinde aktuelle touristische Planungen vor

10.06.2017

Wer den Gutspark Falkenhagen von früher kennt, wird erstaunt gewesen sein: Statt eines verwucherten und mit Brennnesseln überwachsenen Areals lud zum „Tag der offenen ...

13.06.2017

Neu-Grimmenerin war schwerstes Kind der Woche

13.06.2017

Zähneknirschend stimmten die Gemeindevertreter Sundhagens der weiteren Beschäftigung von Lars Itzigehl in Reinberg zu.

10.06.2017
Anzeige