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Bagger wühlen sich durchs Kulturhaus

Grammendorf Bagger wühlen sich durchs Kulturhaus

Agrargesellschaft Nehringen-Grammendorf kaufte den lange leerstehenden Bau und reißt in nun ab

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Dieses Wandgemälde mit LPG-Motiv wurde vor Beginn der Abrissarbeiten in einem Flur entdeckt und fotografiert.

Quelle: Linda Seidel-Lass

Grammendorf. Das Kulturhaus in Grammendorf war einst ein zentraler Veranstaltungsort in der Region. Sogar aus Rostock sollen Leute früher dorthin gepilgert sein, um etwas zu erleben. Im Kulturhaus soll damals mehr los gewesen sein, als im Grimmener „Treffpunkt“, versichern alte Grammendorfer. Von dem Gebäude ist inzwischen allerdings kaum noch etwas zu erkennen. Es wird abgerissen, nachdem es viele Jahre lang leer stand.

OZ-Bild

Agrargesellschaft Nehringen-Grammendorf kaufte den lange leerstehenden Bau und reißt in nun ab

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Bis zum Jahresende ist das hier nur noch ein Schutthaufen.“ Deert Lass, Agrargesellschafts-Prokurist

Im Oktober 1973 war das in Regie der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) errichtete Gebäude feierlich eröffnet worden. „Es war ein Schmuckstück und das Herz der Gemeinde“, heißt es in der Grammendorfer Ortschronik, die Angelika Schulz vor Jahren erarbeitete. In dem Gebäude befanden sich nicht nur ein großer Saal und eine Gaststätte, sondern auch eine Fleischerei, ein Küchentrakt mit Essensraum, Büroräume der LPG, Fremdenzimmer und die Hausmeisterwohnung. Die LPG-Gaststätte war sehr beliebt wegen des schmackhaften Essens und „an Sonn- und Feiertagen hoffnungslos überfüllt“, heißt es in der Chronik. Im Kulturhaus wurde zünftig gefeiert. Es gab Tanzturniere, Erntefeste, Hochzeiten und vieles andere mehr. Doch das ist lange vorbei.

„Es ist schon eigenartig. Als ich jung war, wurde das Kulturhaus gebaut, und jetzt, wo ich fast Rentner bin, wird es abgerissen“, sagt der Grammendorfer Paul Rasch (59), der seinerzeit den Beruf des Stellmachers erlernte und beim Kulturhausbau selbst mit Hand anlegte. „Du kriegst nicht das Heulen, aber traurig ist es schon“, sagt Paul Rasch angesichts des Abrisses: „Aber es ist gut, dass sich jetzt jemand kümmert.“

Der sich kümmert, ist Deert Lass, Prokurist der Agrargesellschaft Nehringen-Grammendorf. Die Firma hat den leerstehenden Bau gekauft und lässt ihn nun platt machen. Im Januar begann der Abriss. „Der Bau war in sehr schlechtem Zustand. Eine Modernisierung machte keinen Sinn“, erklärt Lass. Es sei ein Schandfleck gewesen, der jetzt verschwinde. „Es war das erste Gebäude, was man sieht, wenn man ins Dorf fährt“, sagt Deert Lass. Die Agrargesellschaft hatte den Bau im vorigen Jahr von einem Besitzer in Flensburg gekauft, der seinerzeit Golfhotel-Pläne damit hatte – aus denen bekannterweise nichts wurde.

„Bis zum Jahresende ist das hier nur noch ein Schutthaufen“, sagt Deert Lass, während hinter ihm ein Abrissbagger an den Kulturhaus-Resten kratzt. Bis alles verschwunden ist, werde das schon einen sechsstelligen Betrag verschlingen, vermutet Lass. Ein Vorteil: Etliche der Arbeiten beim Abriss können von eigenen Mitarbeitern und mit eigener Technik erledigt werden. „Für schwere Betonbrucharbeiten müssen wir aber eine Firma beauftragen“, sagt Lass.

Was wird aus dem Gelände, wenn es beräumt ist? „Erstmal aufräumen und dann gucken, was uns einfällt. Feste Pläne gibt es noch nicht“, erklärt Deert Lass. Allerdings habe man vor, dann den Fußweg auf dieser Straßenseite weiterzuführen. Auch das benachbarte ehemalige Ledigenwohnheim wird noch weichen müssen, verrät Lass: „Vielleicht in zwei Jahren.“

Peter Franke

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