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00:00 12.04.2013
Mario Segler (l.) beobachtet vom Fahrerhaus seines D�ngerstreuers das Beladen. Vier Tonnen kann das Hightech-Fahrzeug mit einem Mal aufnehmen. F�r Nachschub sorgt sein j�ngerer Kollege Nico Radziwill . Quelle: Reinhard Amler
Wendorf

Zwölf-Stunden-Arbeitstage sind für Marco Segler und Nico Radziwill vom Landwirtschaftsbetrieb Aurel Hagen derzeit nichts Außergewöhnliches. Wenn es sein muss, fahren sie auch nachts raus. Denn die beiden bringen Dünger auf die Felder. Gestern waren sie unter anderem auf einem 84-Hektar-Wintergerstenschlag nahe des Krummenhäger Sees unterwegs.

„Normalerweise sind das Tätigkeiten, die wir im März erledigen“, sagt ihr Chef Aurel Hagen. „Aber durch Schnee und Frost lief letzten Monat fast nichts“, fügt er hinzu. Lediglich am 8. März konnten seine Leute das erste Mal auf die Äcker. Leider nicht lange, denn danach wurde es bekanntlich wieder Winter. Drei Wochen lang.

Durch die so entstandene Zwangspause stauen sich nun viele Arbeiten. Neben dem Streuen von Stickstoff und Schwefel auf Raps und Weizen, muss schnell das Rüben- und Maisland vorbereitet werden.

Normalerweise sind die Rüben bis Ostern im Boden. Aber in diesem Jahr war Ostern ja auch sehr früh.

Hagens Betrieb in Wendorf, vor den Toren Stralsunds, ist nicht gerade klein. 1850 Hektar bewirtschaftet er hier mit seinen acht Mitarbeitern.

Jede Minute wird jetzt genutzt. Wichtig ist nicht nur, dass der Boden frostfrei ist. Es darf auch nicht regnen. Denn dann verklumpen die Düngerkristalle, erläutert der Landwirt. Für Hagen ist die derzeitige Witterungssituation kein ernsthaftes Problem. „Die Vegetation ist lediglich vierzehn Tag im Rückstand“, betont er. Die Nachtfröste der letzten Wochen haben ihr nicht geschadet. Im Gegenteil: Der Schnee hat die Pflanzen geschützt. Hagen ist sich deshalb auch sicher, dass der Raps sein Klassenziel, wie er es nennt, 2013 wieder erreichen wird. „Er blüht wie immer am 10. Mai“, prognostiziert er.

Etwas problematischer sieht es beim Wintergetreide aus. Dort haben viele Körner bislang nur einen Halm hervorgebracht. Normal sind es drei. Sollte sich das nicht mehr ändern, werden die Erträge entsprechend schlecht ausfallen. Und das ist natürlich nicht gut.

Hagen rechnet mit zwanzig Prozent Miesen. Pro Quadratmeter, so erläutert er, hat man normalerweise 600 Ähren. Sollte die jetzige Situation so bleiben, kämen maximal 400 bis 450. Noch hofft Aurel Hagen aber darauf, dass es sich ändert. Denn eine Bauernregel besagt, dass die Pflanzen am 20. April umschalten. Von einem kurzen auf einen langen Vegetationstag. Da die Wetterfrösche zudem ab Sonntag richtig warmes Wetter angekündigt haben, ist er alles in allem optimistisch, zumal auch die Getreidepreise in diesem Jahr gut sind.

Viel mehr Stress als die Pflanzenbauern, sagt Hagen, der auch Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Nordvorpommern ist, hätten die Gülle produzierenden Betriebe gehabt. Deren Behälter waren randvoll, weil wegen des Frostes nichts auf die Felder ausgebracht werden konnte. Hier habe es aber eine große Kooperation unter den Landwirten gegeben, lobt er. Jeder, der konnte, half mit Lager- und Transportkapazität. Läuft alles rund, können Mario Segler und Nico Radziwill in zwölf Stunden auf 150 bis 200 Hektar Fläche Dünger ausstreuen. Das verdanken sie ihrer modernen Technik. Denn der Düngerstreuer, den Segler bedient, ist GPS-gesteuert. Er sieht jede Feldgrenze. Sogar die Pflanzenreife erkennt das Navi und bemisst danach die Düngergabe, erklärt Hagen. Das hat natürlich auch seinen Preis. 250 000 Euro kostet solch eine Maschine „Ich sage zu den Jungs immer, dass sie mit einem mittleren Einfamilienhaus unterwegs sind“, betont der Landwirt.

Reinhard Amler

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