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Nordvorpommern Brandopfer kämpfen um neues Haus
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00:00 14.03.2013
Der Pantelitzer Bürgermeister Fred Schulz-Weingarten (l.) übergab Petra und Volkmar Quaas einen Scheck, der zeigt, dass 4239 Euro für die Opfer der Brandkatastrophe auf dem Spendenkonto eingegangen sind. Quelle: Ines Sommer
Pantelitz

Es ist ein guter Tag für Familie Quaas. Gerade war das Ehepaar auf dem Grundstück in der Pantelitzer Straße und hat nach dem Rechten geschaut. „Der Keller ist zum Teil schon gut abgetrocknet. Erst wenn sich da kein Wasser mehr in den Wänden hält, kann mit dem Aufbau des Hauses begonnen werden“, erklärt Volkmar Quaas. Er ist zuversichtlich, dass das Wetter mitspielt und das Fertigteilhaus bald montiert werden kann.

Und noch eine gute Nachricht gibt es an diesem Nachmittag für die Familie, die in der Nacht vom 26. zum 27. Januar (OZ berichtete) nach einer Brandkatastrophe Haus und Hof verloren hat: Der Bürgermeister hat ins Gemeindezentrum eingeladen und kam nicht mit leeren Händen. Fred Schulz-Weingarten hatte einen Scheck über 4239 Euro dabei. Das ist genau die Summe, die seit Januar auf dem Spendenkonto der Gemeinde eingegangen ist.

„Wir haben anhand der Einzahlungslisten ja gesehen, dass ganz viele Leute von diesem Schicksal ergriffen waren und fünf oder zehn Euro beisteuerten. Die Gemeindevertreter haben ihr Sitzungsgeld gespendet, und auch Handwerker und Firmeninhaber beteiligten sich. Besonders beeindruckt hat mich, dass Menschen aus Stralsund, Rostock oder Nachbargemeinden soviel Herz gezeigt haben“, sagt der 42-Jährige, bevor er den Scheck an Petra und Volkmar Quaas übergibt.

„Es ist immer wieder überwältigend, wie viele Menschen uns helfen. Da kommen einem Tränen“, sagt die 46-jährige Familienmutti und ringt um Fassung. Noch immer sieht sie jede Nacht die Brandbilder vor sich, träumt vom Flammenmeer. „Und nach vier Stunden kann ich nicht mehr schlafen, laufe durch die Wohnung. Das Feuer zu verarbeiten, ist das eine. Aber jetzt macht man sich natürlich Gedanken über die Zukunft, fragt sich, ob der Hausaufbau bald losgeht. Klappt alles mit der Baugenehmigung, kriegen wir das alles mit dem Energie-Pass hin... Fragen über Fragen, die einem durch den Kopf gehen“, deutet Petra Quaas an, womit man sich nach so einem schrecklichen Ereignis rumplagen muss. „Und dann ging auch noch das Firmenauto von meinem Mann kaputt. Die Reparatur war teuer. Nein, im Moment haben wir wirklich kein Glück“, so die gelernte Verkäuferin, die wegen eines Lungenleidens bereits Rente bekommt.

Und während sich Ehemann Volkmar müht, das eigene kleine Unternehmen am Laufen zu halten, klopft schon wieder die Versicherung an. „Nun sollen wir erst mehrere Angebote einholen, bevor es losgehen kann“, stöhnt der 47-Jährige und ergänzt: „Gut zu wissen, dass die Wohnungsgenossenschaft Aufbau so hinter mir steht. Die Kollegen, wirklich vom Handwerker bis zum Geschäftsführer, haben uns so geholfen. Toll ist auch, dass wir bis Mai erst einmal in der Ferienwohnung bleiben können. Überhaupt wollen wir allen noch einmal danken, die uns bisher unterstützt haben.“

Das meiste Hab und Gut der Familie fiel den Flammen zum Opfer. Nur die Fotoalben und ein paar Kleinigkeiten konnten vor dem Abriss noch aus der Ruine geborgen werden. „Am meisten schmerzt es, dass ich den geschnitzten Schrank meiner Eltern, ein Erbstück, nicht mehr retten konnte“, sagt Petra Quaas. Und sie weiß natürlich, dass vom Löffel in der Küche über das Bett im Schlafzimmer bis hin zum Schrank im Bad alles neu angeschafft werden muss. Bei der Liste für die Hausratsversicherung habe man erst mal gesehen, was da zusammenkomme.

Doch wenn Petra Quaas mit der 16-jährigen Tochter Rebecca unterwegs ist, werden auch schon zaghaft Pläne geschmiedet. „Rebecca möchte ihr Zimmer in Weiß, und ich hätte die Küche wieder so, wie sie war — in Hochglanz-Weiß. Die verbrannte Küche war gerade mal ein Jahr alt“, meint sie — und die Augen werden wieder feucht. „Aber ich versuche, an den Neuanfang zu denken“, tröstet sie sich. Denn auch Ehemann Volkmar hat ihr Optimismus „verordnet“. Aber eins weiß er schon ganz genau: „Neue Möbel angucken, stundenlang rumlaufen — nee, das ist nichts für mich. Meine Frau macht das schon. Ich bau dann auf, was sie gekauft hat.“ Und die Familie weiß, dass sie Abstriche machen muss, denn das Geld der Versicherung reicht nicht für alles.

Dass der Brand etwas mit dem Kaminanschluss zu tun hatte, steht fest. Fakt ist auch, dass die Versicherung die Summe der Grundstücks- und Hausratsversicherung auszahlt, weil die Hausbesitzer keine Schuld trifft. Der Streit zwischen Kaminbauer und Schornsteinfeger wird zum Glück nicht auf dem Rücken der Brandopfer ausgetragen.

Wir sind gerührt, wieviele Menschen uns helfen. Vielen, vielen Dank.“Petra Quaas (46)

Ines Sommer

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