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Nordvorpommern Der Landrat tritt ab: „Es fällt mir schwer“
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00:10 22.12.2017
Stralsund

Emotionale Worte von Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) vor seinem letzten Jahreswechsel im Amt. „Es fällt mir schwer zu gehen. Doch es gab wichtige Beweggründe für meine Entscheidung. Ich bereue sie nicht“, sagte er gestern bei einem Gespräch mit Journalisten im Stralsunder Landratsamt. Der 61-Jährige hatte seinen Rückzug stets mit gesundheitlichen Problemen erklärt.

Landrat Ralf Drescher blickt zurück: „Der Abschied ist leichter, wenn die Dinge geregelt sind.“ Quelle: Foto: Alexander Müller

Dreschers politisches Wirken war und ist gekennzeichnet von seinem Einsatz für Vorpommern. Es gibt wohl nur wenige Gremien, Konferenzen und Verbände, in denen Drescher in all den Jahren nicht mitwirkte. Er appelliert deswegen an die Politiker der Region, ganzheitlicher zu denken. „Es gibt zu viele Bürgermeister, die nur bis an ihre Gemeindegrenzen denken. Das muss sich ändern, daran kranken wir. Deswegen ist Vorpommern nicht so stark, wie es sein könnte.“

Drescher betonte, sich in den anstehenden Wahlkampf keinesfalls einmischen zu wollen. Egal wer gewinnt, seinen Nachfolger wolle er gründlich einarbeiten. „Schon allein deshalb, damit der nicht alles abräumt, was ich in den letzten Monaten auf den Weg bringe“, sagte Drescher. Die Wahl findet zwar im Mai statt, Drescher scheidet aber erst im Oktober aus dem Amt aus.

Zu den Projekten, die er unbedingt noch schaffen will, zählt der Verkauf von Block V des von den Nazis erbauten Kraft-durch-Freude-Komplexes (KdF) am Ostseestrand von Prora. Der Ausschreibungstext sei so gut wie fertig und soll im März in den Kreistag gehen. Mit den wichtigsten Partnern am Verhandlungstisch, der benachbarten Jugendherberge in Prora und der Gemeinde Binz, habe man sich einigen können. Unklar sei lediglich, wer der Träger des Bildungszentrums wird, das über Proras Historie aufklären soll. Im Sommer 2018 ist die Entscheidung zu erwarten, an wen die Immobilie schlussendlich verkauft wird. „Es gibt mehrere Interessenbekundungen. Es sind aber auch schon Leute abgesprungen, weil ihnen das ganze Verfahren zu lange dauert“, sagte Drescher. Beim Landkreis redet man jetzt schon mehr als ein Jahr über das Projekt, bis Drescher es vor einigen Wochen schließlich zur Chefsache machte.

Ebenfalls wichtig ist dem Landrat die Darßbahn. Er machte deutlich, dass ihm der Prozess derzeit nicht schnell genug geht. Drescher rechnet jedoch damit, dass es vor dem Ende seiner Amtszeit eine positive Entscheidung der Landesregierung geben wird.

Die gute Finanzlage des Landkreises mache den Abschied leichter. Der Haushalt sei erneut ausgeglichen, zudem konnten alle Fehlbeträge aus den vergangenen Jahren abgebaut werden. Der Kreistag könne jetzt wieder freier entscheiden, zum Beispiel bei der Sport- und Kulturförderung. Drescher: „Irgendwann muss man seinen Stuhl räumen. Und das geht besser, wenn die Dinge geregelt sind.“

Alexander Müller

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