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Der gesamte Garten ist ein Denkmal

Starkow Der gesamte Garten ist ein Denkmal

rüstet sich für die Saison. Jetzt blühen hier Uralt-Primeln und Lenzrosen in schwarz und violett.

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Der erste bildliche Nachweis des Pfarrgartens von Starkow ist der Schwedischen Matrikelkarte von 1696 zu entnehmen. Das Pfarrhaus befand sich in jener Zeit nahe dem Barthe-Ufer und ist von einem Garten umschlossen, der in seinen Ausmaßen bedeutend geringer war als das heutige Anwesen. Um 1750 wurde das heutige Pfarrhaus im barocken Stil errichtet. Der Pfarrgarten vergrößerte sich.

Quelle: Fotos: Reinhard Amler

Starkow. Gerd Albrecht ist wie ein wandelndes Lexikon. Der Vorsitzende des Starkower Vereins Backstein, Geist und Garten nennt nicht nur jede Pflanze im Pfarrgarten beim Namen, er kennt sogar deren lateinische Bezeichnung auswendig. Unglaublich.

Und weil es sich meist um sehr alte Blumen, Büsche und Bäume handelt, die hier wachsen, schweift er auch schnell mal ab in die Geschichte. Ruckzuck ist er dann bei den Gartenbaumeistern des 19.

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„Jetzt ist der Laubengang noch mit Licht durchflutet, im Sommer ist dagegen alles zugewachsen.“Gerd Albrecht, Vereinsvorsitzender

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Jahrhunderts angelangt, wie dem Königlich Preußischen Hofgartendirektor Ferdinand Jühlke (1815-1893), von dem er geradezu schwärmt. Der hat in seinem Buch „Die Zustände des Gartenbaus vor 100 Jahren in Neuvorpommern und Rügen“ anschaulich die Gestaltung sogenannter Pastoratsgärten im 18. Jahrhundert beschrieben.

Danach werden die Pflanzen umso edler, je näher sie am Haus stehen. Je weiter man davon entfernt ist, umso mehr findet man sich im Nutz- oder Obstgarten wieder. So ist das auch in Starkow. Der eigentliche Garten ist einen Hektar groß. Einen Hektar misst auch die Obstwiese. Hinzu kommen 4000 Quadratmeter Küstergarten.

Und das Allerbeste ist: Zu jeder Jahreszeit kann man hier meist längst vergessene blühende Exemplare bewundern. „Schauen Sie hier, das ist eine Uralt-Primel“, erläutert Albrecht. Gemeinsam mit anderen Frühblühern säumen sie den Laubengang. „Jetzt ist er noch mit Licht durchflutet, im Sommer dagegen zugewachsen“, erklärt Albrecht dessen Funktion. „Dann bietet er ein schattiges Plätzchen. Er macht seinen Job sehr gut“, spricht Albrecht vom Laubengang als sei er eine Person. Der Gang ist Gartendenkmal. Sicher kommt daher die Hochachtung.

Nicht nur die blauen Primeln sind es, die in Starkow momentan für Farbtupfer sorgen. Es blüht überall. Der Frühling ist in Hochform. „In diesem Jahr ist alles vier Wochen früher“, freut sich Botaniker Albrecht. Hier zeigt er auf die Strauchmagnolie, die ihre ersten Blüten freigibt Dann verweist er aufs „Gedenkemein“, das zwar aussieht wie „Vergissmeinnicht“, aber nicht mit ihm verwandt ist.

Er laufe jeden Morgen eine Stunde durch den Garten, erzählt Albrecht. Der Mann lebt für diese Anlage. Wäre es nicht so, sehe es hier möglicherweise anders auf. Dann wäre sicher auch der Verein nicht so stark. Dieser zählt knapp 100 Mitglieder. Sie sind über ganz Deutschland verteilt. Immerhin 25 davon waren am Wochenende bei der Mitgliederversammlung dabei, wo auch der Haushalt für 2014 festgezurrt wurde.

Denn ohne Geld bekommt man auch in Starkow weder Arbeitskräfte, die täglich mit Hacke und Harke Wege und Beete pflegen, noch Fördermittel oder sonstige Materialien.

Fünf Frauen und Männer sind derzeit in Bürgerarbeit hier beschäftigt. Dazu kommen zwei Leute im Bundesfreiwilligendienst. Birgit Heinig aus Velgast gehört dazu. Sie ist jeden Tag mit Freude bei ihrer Arbeit, erzählt sie. Ebenso wie Beate Schmidt aus Rabenhorst. Und auch Ralf Rohde Für Albrecht ist der Garten nicht nur geschichtsträchtiges Terrain und blühende Idylle. Er ist vor allem ein Ort des stillen Genusses, wie er betont. Auch wenn der umtriebige Vereinsvorsitzende sich wegen Zeitmangels diesem kaum hingeben kann.

Einen ganz besonderen Blickfang bieten derzeit auch die Christrosen, die man auch als Lenzrosen kennt. Sie blühen bereits seit Weihnachten, schwarz und violett. Vor einem Jahr waren sie in einer Pflanzaktion gesetzt worden. Überall zu erkennen ist bereits der Rittersporn, der aus dem Boden treibt.

Schon jetzt kommen viele Neugierige, um das Idyll zu genießen. Es werden sicher noch viel mehr, wenn der Verein seine Kultursaison eröffnet hat. Am 9. Mai passiert das. Traditionell mit Ausstellung, Maibowle und Musik. Besonders freut sich der Vereinschef, dass Starkow 2014 wieder Auftrittsort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sein wird. Zum zweiten Mal nach 2012. Mit „Harmonic Brass“ kommt am 9. August ein Münchner Ensemble nach Starkow, das Albrecht als absolutes Highlight bezeichnet. „Eigentlich können wir uns das gar nicht leisten“, sagt er. Aber es soll halt immer etwas Besonderes geboten werden.

Aus dem Kulturplan des Vereins
9. Mai: Eröffnung der 12. Kultursaison zum Baumblütenfest mit dem Hausmusikkreis der Stadt Barth, Ausstellungseröffnung in der St. Jürgen-Basilika mit Malerei von Michael Goll-Range aus Berlin, Frühlingsliedersingen mit dem Vineta-Chor der Stadt Barth.


18. Mai: Konzertcafé mit Gottesdienst und Gartenführung „ Drum komme, wem der Mai gefällt und freue sich der schönen Welt“


29. Mai: Ilka und Franz sorgen für Unterhaltung zu Himmelfahrt bei leckerer Pfarrgartensuppe, Grillspezialitäten und Kühlem vom Fass

29. Juni: Tag der offenen Gärten mit Gartengottesdienst


11. Juli: Naturklänge, Gartenführung „Aus der Seele muss man musizieren...“; Konzert mit dem Ensemble Accentus , Gäste im barocken Kostüm zahlen den halben Eintrittspreis

9. August: „Highlights in Blech“ , Konzert mit Harmonic Brass aus München

16. August: Barthefest - das Sommerfest für Groß und Klein mit Hüpfburg, Schmackhaftem vom Grill, Musik mit der Berliner Folkband „Csokolom“ und Führungen durchs Dorfensemble

29. August: Jazz im flammenden Garten; Konzert im illuminierten Garten mit Oriental Jazz Impressions aus Berlin, mystische Gartenführung mit Taschenlampen

10. September: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Konzert Junge Elite

4. Oktober: Appeltag mit Mosterei, Pflanzenbörse, Sortenbestimmung und Konzert des Velgaster Chores

 



Reinhard Amler

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