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„Die Kirche muss moderner werden“

Glewitz „Die Kirche muss moderner werden“

Glewitz’ Pastor Kneißl nutzt Whatsapp und Onlineauktionshaus ebay

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Glewitz. „Es wird immer schwieriger, Pfarrer zu sein“, sagt Rolf Kneißl. Seit knapp 24 Jahren ist der 54-Jährige als Pastor in der evangelischen Kirchengemeinde Glewitz tätig, die rund 500 Mitglieder hat. „Nur noch“, sagt er. Denn die Zahl nehme stetig ab, „Wie in allen Kirchengemeinden“, weiß er. Zur Glewitzer gehören auch die Kirchspiele Nehringen, Deyelsdorf sowie Medrow.

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Glewitz’ Pastor Kneißl nutzt Whatsapp und Onlineauktionshaus ebay

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Auch die Kirchengemeinde Rakow in der Gemeinde Süderholz betreut der Pastor, der an der Martin-Luther-Universität in Halle Theologie studierte und weiterführende Studiengänge der christlichen Archäologie belegte.

Nur eine Möglichkeit sieht er, der stetig sinkenden Anzahl an Mitgliedern entgegen zu wirken. „Die Kirche müsste etwas moderner werden“, ist der in Jena Geborene überzeugt. Bei ihm nicht nur ein Vorsatz. „Bei uns werden die Jugendlichen auch schon per Whats-App über Termine informiert“, berichtet er. Auch die Nutzung des Internets sehe er als durchaus wichtig – als Informationsquelle, nicht als Ersatz für das soziale Leben. „Dadurch droht den Menschen die Vereinzelung“, ist er überzeugt, nennt es sogar eine Verarmung der Gesellschaft. Jahrhunderte alte Traditionen würden drohen wegzubrechen, weil sie nicht mehr weitergegeben werden – im Fall der Glewitzer betrifft das 723 Jahre. Rege nutzen würde aber auch er das Internet. Nicht nur, um die Homepage der Gemeinde zu aktualisieren, auch beim Onlineauktionshaus stöbere er. „Die Taufschale und auch den Leuchter der Osterkerze habe ich dort erstanden“, erzählt er. Wobei er überzeugt ist: „Christen wird es immer geben!“ Jedoch die Vereinzelung der Menschen würde immer mehr zunehmen. „In manchen Orten sind die Gemeindenachmittage die einzigen Möglichkeiten, sich auszutauschen“, weiß Kneißl. Auch ihm persönlich ist der persönliche Kontakt zu seinen Gemeindemitgliedern überaus wichtig. „Inzwischen kenne ich alle persönlich“, erzählt er. Gern würde er alle regelmäßig besuchen. „Aber mittlerweile werden auch wir immer mehr mit Verwaltungskram zugemüllt“, bedauert er. Gern schnappe er sich das Fahrrad, wenn er in seiner Gemeinde unterwegs sei. „Das ist Entschleunigung höchsten Grades“, sagt er schmunzelnd. Allerdings habe das auch einen Nachteil, den er als solchen aber nicht sieht. „Es gab schon Tage, da bin ich bei meinem eigentlichen Ziel gar nicht angekommen“, berichtet er. Meist Begegnungen mit Gemeindemitgliedern seien der Grund gewesen. Eine Anmeldung zur Taufe beispielsweise habe er so schon entgegen genommen. 24 Jahre Pastor in Glewitz hat für ihn ein große Bedeutung.

„Es ist für mich keine Lebensstation, ich lebe hier“, sagt er überzeugt. Und das transportiere er eben so auch nach außen. „Es ist schön, Lebensläufe von Gemeindemitgliedern zu begleiten“, sagt Kneißl. Von der Taufe bis zur Konfirmation seien die Jüngsten noch regelmäßig bei den Gemeinde- nachmittagen. „Selbst wenn sie zur Ausbildung oder zum Studium gehen, kommen viele meist mit den eigenen Kindern wieder her“, freut sich der Pastor. Für ihn ein Zeichen, dass sie als Kinder schöne Zeiten in seiner Gemeinde verbracht haben.

Anstehende Veranstaltungen in der Kirchengemeinde

Musical „Katharina Lutherin“: Zum Mittsommer am Sonnabend, dem 18. Juni lädt die Glewitzer Kirchengemeinde in der St. Andreaskirche Nehringen im Rahmen der Aktion „Wege protestantischer Kirchenraumgestaltung“ ein. Um 17 Uhr setzen dort die Sängerinnen und Sänger der Theatergruppe Groß Bisdorf sowie des Gospelkombinat Nordost unter Leitung der Groß Bisdorfer Pastorin Nicole Chibici-Revneanu das Leben und Wirken von Luthers Frau Katharina von Bora musikalisch in Szene.

Führungen durch die Nehringer St. Andreaskirche bietet Küster Klaus Bergemann ab 16.15 Uhr an. Im Anschluss an die Musical-Aufführung wird auf dem Kirchhof vor der Kirche gegrillt.

Erntebittgottesdienst auf dem Bauernhof Schäpe: Am 25. Juni um 14 Uhr findet in Wolthof auf dem Bauernhof Schäpe der Erntebittgottesdienst statt. Der Posaunenchor Medrow sorgt für den musikalischen Rahmen. Im Anschluss wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen sowie gegrillt.

Anja Krüger

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