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Nordvorpommern Frau aus Jager hilft Kranken in Sambia
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00:00 04.01.2018
Regina Jesse arbeitet seit 2010 in Sambia, bildet unter anderem Personal in der Palliativpflege aus. Quelle: Foto: Anja Krüger
Horst

Es sind bewegende Geschichten, die zu Tränen rühren – jene von Peter, der als Bettlägriger mit Tuberkulose und dem HI-Virus (HIV) ins Hospiz in Kabwe in Sambia kam und nach fünfjähriger Behandlung verstarb oder von der kleinen Liselie, die – selbst unterernährt – ihre Mutter und auch ihre kleine Schwester aufgrund des Immunschwäche-Virus’ verlor.

Es sind nur zwei der Sambier, deren Geschichten Regina Jesse ebenso bewegt haben, wie ihre Zuhörer gestern beim Seniorennachmittag in Horst. Die 46-jährige Regina Jesse arbeitet seit 2010 in dem ostafrikanischen Land Sambia – in einem Hospiz. „Es war schon immer mein größter Wunsch“, sagt die gelernte Krankenschwester. Ein Buch von Albert Schweitzer habe in ihr den Wunsch geweckt, der sie nie wieder losließ. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester 1992 arbeitete sie viele Jahre in Hannover. „Zwischenzeitig war ich ein Jahr in Indien und ein Jahr in Israel“, berichtet sie. Erst viel später bewarb sie sich beim Verein Bethlehem Mission Immensee, der zur Schweizer Hilfsorganisation Comundo gehört. Ihre Aufgabe in Sambia: Unter anderem die Schulung von Personal in der Palliativpflege von HIV-Kranken. „Aber ich arbeite auch in der Pflege mit“, erzählt sie. Das sei ihr enorm wichtig. Es sind Menschen aus den sogenannten Compounds – Armenvierteln – die bei der Partnerorganisation Ranchhod Community Services and Hospice Hilfe erhalten. Sei es im Hospiz, dem Kinderzentrum oder der Hilfe für Großmütter, die in Sambia oft ihre Enkel aufziehen, weil die eigenen Kinder selbst durch HIV nicht in der Lage sind. Oder eben durch Aufklärung. „Alles wird betrieben ausschließlich von Spendengeldern“, erzählt die gebürtige Jagerin. Jedes Jahr wird auch in der Kirchengemeinde ihres Heimatortes für ihre Arbeit gesammelt. Wie etwa bei der traditionellen Adventstombola, die kürzlich 550 Euro erbrachte. „Das Geld kommt zu hundert Prozent an“, versichert Regina Jesse und zeigt den Interessierten beim Seniorennachmittag anhand einer Dia-Show, wofür das Geld eingesetzt wird.

Anhand der Geschichten von Peter, Liselie und auch der von dem erst dreijährigen Innocent (auf deutsch: unschuldig; Anm. d. Red.). „Der Junge kam geistig behindert und taub zur Welt“, berichtet Regina Jesse. Die Mutter – alleinerziehend und HIV positiv, wie der Sohn auch. „Sie hat den Jungen vernachlässigt, ihn tagelang in ein Erdloch eingesperrt“, erzählt die 46-Jährige. Stark untergewichtig und unterentwickelt kam der kleine Innocent in die Einrichtung. Er sei traumatisiert gewesen, dass er nicht einmal habe weinen können. „Wir haben ihn aufgepäppelt. Inzwischen kann er sitzen, sich aufrichten und er lacht viel“, erzählt Regina Jesse, der selbst beim Erzählen die eigene Rührung anzumerken ist. Das Virus, das ohne Behandlung zum frühen Tod führt, hätten die Pfleger mit Medikamenten in den Griff bekommen.

Anja Krüger

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