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Nordvorpommern Generationen feierten in Nachtwäsche
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Generationen feierten in Nachtwäsche
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00:00 11.11.2017
Grimmen

Seit 36 Jahren gibt es den Grimmener Carneval Club, welcher sich aus einem Jugendclub heraus gründete. Genau am 22. Mai 1981 unterzeichnete der damalige Kulturhausleiter Dietrich Wordoff die Gründungsurkunde. Auf jener steht geschrieben: „Unter dem Schlachtruf ’Trebel pütt pütt’ wird er beauftragt, alle Karnevalveranstaltungen mit Humor und Qualität im Kreiskulturhaus Grimmen durchzuführen.“ Und eben seit dieser Zeit stehen die Narren der Trebelstadt für Humor in Dauerschleife. Eine Dauerschleife, die heute doch ein Ende hat.

Die OSTSEE-ZEITUNG schaut als Einstimmung auf die letzte Eröffnung der Grimmener Karnevalssaison in das Bildarchiv des Traditionsvereins, welcher sich zum 31.12.2017 auflöst. Viel Schriftliches ist nicht fixiert worden, aber die Bilder und deren Beschriftungen zeigen klar, dass der Grimmener Carneval Club überaus erfolgreich startete. Auf einer Schautafel aus dem Jahre 1988 steht: „Seit 1981 wurden 48 Großveranstaltungen mit 24 000 Besuchern gestaltet. 1988 wurde der GCC für die Erfüllung umfangreicher kulturpolitischer Aufgaben mit dem Titel ’Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv’

geehrt.“

Das Highlight überhaupt war von Beginn an der Nachtwäscheball. Mehrere Generationen motivierte der GCC in den letzten 36 Jahren dazu, in Schlafkleidern ins „Stadtkulturhaus“ zu strömen und ausgelassen zu feiern. Vor allem in den 1980er Jahren war es schwer, überhaupt eine Karte für diese Veranstaltung zu bekommen. „Viele Jahre gab es Doppelveranstaltungen mit insgesamt 900 Besuchern.

Bei bis zu 60 Mitgliedern war dies auch noch alles realisierbar“, weiß GCC-Präsident Carsten Komoss. Und an Ideen mangelte es den Narren der Stadt nie. So geht aus der Bildersammlung hervor, dass zu manchen Partys im Stadtkulturhaus jeder Gast ein Ei mitbringen musste. Diese wurden dann im Foyer gebraten. Ein anderes Mal wurde eine Gans im Saal versteigert. Die konnte dann aber entkommen und flatterte die Partynacht durch das Stadtkulturhaus. Wer heute zur letzten Sause in den „Treffpunkt Europas“ kommt, wird überdimensionale Bühnenbilder und sexy gemalte Plakate sehen. „Diese wurden früher alle von Eberhard Brohmer gemalt. Einfach unglaublich beeindruckend“, findet Carsten Komoss, der unbedingt wollte, dass diese zur letzten Veranstaltung nochmals aufgehängt werden. Neben dem Nachtwäscheball waren anfangs auch die Faschingsfeten proppevoll. Erst nach der politischen Wiedervereinigung gingen die Besucherzahlen immer weiter zurück.

Mitglieder wie Eckhardt Becker, Hans-Jürgen Hübl, Familie Krink, Familie Köpsel, Familie Kasch und viele andere standen über Jahrzehnte hinweg für Frohsinn und Heiterkeit. Sicher haben auch Sie, liebe Leser, in irgendeiner Form eine Erinnerung an den Grimmener Carneval Club. Sei es nun durch einen Besuch der zahlreichen Feten im Stadtkulturhaus „Treffpunkt Europas“, den Eröffnungsfeiern der Karnevalssaison am 11.11. auf dem Grimmener Marktplatz oder als aktive Mitglieder in 36 Jahren.

Die OZ wünscht allen Mitgliedern des GCC und vor allem auch den vielen Besuchern heute viel Spaß und eine unvergessliche letzte Fete.

Raik Mielke

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