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Giersch in Apfelsaft – einfach lecker

Hohenwieden Giersch in Apfelsaft – einfach lecker

Über 30 Interessenten bei Kräuterwanderung in Hohenwieden / Es gab viele Tipps

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Rund 30 Teilnehmer hatten sich Sonntag wiede zur Wildkräuterwanderung aufgemacht. Erster Halt war bei der Schafgarbe

Quelle: Fotos: Reinhard Amler

Hohenwieden. „Letztes Jahr hat unsere Kräuterwanderung drei Stunden gedauert, ich hoffe, dass wir es diesmal kürzer hinbekommen“, begrüßte Irmgard Rösner am Sonntagnachmittag die rund 30 Interessenten, die sich wieder in der SOS-Dorfgemeinschaft eingefunden hatten. Es lässt sich ja auch so viel über Wildkräuter erzählen. Vor allem wachsen sie überall.

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Über 30 Interessenten bei Kräuterwanderung in Hohenwieden / Es gab viele Tipps

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Auch an dem wunderschönen Rundweg durch die SOS-Dorfgemeinschaft.

Das erste Mal hielt Irmgard Rösner schon nach wenigen Metern an, als sie gut 50 Zentimeter hohe Schafgarbe entdeckte. Das sind diese krautigen Pflanzen mit weißer Blüte, die Kleingärtner mitunter die Haare zu Berge stehen lassen, weil sie überall, vor allem auch auf angelegtem Rasen, wachsen. Irmgard Rösner liebt hingegen Schafgarbe.

„Die Pflanze hat reichhaltige Inhaltsstoffe“, erklärte sie und zählte nacheinander ätherische Öle, Eisen und Vitamine auf. Die kämen hier viel konzentrierter vor als in kultivierten Kräutern, die wir zu kaufen bekommen, fügte sie hinzu. Und Scharfgarbe eigne sich auch vorzüglich als Mittel gegen Erkältungen, fuhr sie fort.

Überhaupt ließen sich viele Wildkräuter auch als Arzneimittel einsetzen. Spitzwegerich eigne sich zum Beispiel bei der Heilung von Insektenstichen, meinte Irmgard Rösner. Auch bei frischen Schnittwunden habe er ihr schon geholfen. Und als sie dann bei der Giersch ankam, schwärmte die Frau, die eigens 500 Kilometer aus Melle angereist war, geradezu in höchsten Tönen vom Spinat aus Giersch. Gut abgeschmeckt mit Salz und Muskat und mit gehackten Brennnesseln sei er eine Delikatesse, betonte sie.

In der doch ziemlich großen Runde der Kräuterfreunde, die trotz wolkenverhangenem Himmel mit auf Tour gekommen waren, bekam sie nicht nur zustimmendes Nicken. Manch einer gab auch zusätzliche Tipps, die andere gern aufnahmen. So berichtete eine junge Frau davon, dass Giersch, eingelegt in Apfelsaft, sehr lecker sei. Christa Kruse aus Griebenow nahm alle Hinweise dankbar auf. Sie sei das erste Mal hier, sagte sie und hoffe, dass sie sich am Ende wenigstens drei Wildkräuter mehr merken könnte. Denn alle würden schließlich auch bei ihr im Garten wachsen. Das einzige, was man aber lieber stehen lassen sollte, sei Hirtentäschel, erklärte Irmgard Rösner, als sie das Kreuzblütengewächs am Wegesrand entdeckte. Die Pflanze sei nämlich selten geworden.

Nicht selten ist dagegen Löwenzahn. Der wächst überall. Oft auch dort, wo er nicht wachsen soll. Aber Irmgard Rösner stört das nicht: „Nein, Löwenzahn eignet sich hervorragend für Kräuterbutter, Kräuterquark und Frischkäse.“ Und er bremse Heißhunger auf Zucker. Selbst seine Wurzeln, die meist sehr tief im Boden stecken, seien wertvoll für die Blutzuckersenkung.

Für manch einen war auf der Kräuterwanderung alles neu, für manchen nur einiges. Aber wie gesagt: es gab auch Tipps der Gäste: Ein kleiner Junge sagte: „Meine Mutti macht immer viel frische Giersch über den Kartoffelstampf.“ Dafür erntete er natürlich einen Lacher. Am Ende unterbot die Wanderung 2017 die vom Vorjahr übrigens nur knapp.

Reinhard Amler

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