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Nordvorpommern Glücksritter und Spurtefixe in Horst unterwegs
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00:01 23.09.2017
Volle Kanne Konzentration: Welche Kombi kommt beim Bingo-Spiel als nächste? Anton (vorn) und Heinrich spitzen die Ohren, damit ihnen kein Kreuz flöten geht.

Lotte reißt die Arme hoch. „Bingo“ schreit die Zweitklässlerin und strahlt über das ganze Gesicht. Während Lotte sich freut, einen der begehrten Preise ergattert zu haben, sind ihre Mitschüler samt Eltern- und Lehrerschaft noch voll im Glücksspielwahn gefangen. Kommt jetzt endlich „Berta 60“? Mist. Wieder nicht. Während sich einige Spieler bereits über einen oder gar mehrere Vierer freuen und die Preise absahnen, fragen sich andere, warum das Ganze zum Teufel nochmal Glücksspiel heißt. Doch auch wenn „Berta 60“ auf sich warten lässt, Spaß

haben sie alle an dem Spiel, welches zum Höhepunkt beim diesjährigen Horster Schulfest avanciert.„Es ist schon die fünfte Auflage unseres Schulfestes und es ist immer wieder ein ganz besonderer Nachmittag“, schwärmt Annemarie Noack, Schulleiterin der Horster Grundschule. Das Besondere daran: Der Nachmittag wird ausschließlich von Eltern organisiert. „Wir sind sozusagen Gast in unserer eigenen Schule“, erklärt die Schulleiterin lachend.

Immer wieder lassen sich die Eltern etwas Tolles für Groß und Klein einfallen. „In den vergangenen Jahren gab es beispielsweise eine Art Wissensrallye“, erzählt Claudia Korschewski, Mutter einer Viertklässlerin. Schüler und deren Eltern mussten an verschiedenen Stationen beweisen, was sie so alles auf dem Kasten haben. „Da waren manchmal ziemlich kniffelige Fragen bei“, erinnert sich Korschewski. Für die Cleversten gab es am Ende einen Pokal. „Im vergangenen Jahr haben wir ihn zum dritten Mal in Folge gewonnen“, erzählt Annemarie Noack und grinst, wenn sie an die kumpelhaften Frotzeleien, dies könne ja wohl nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, denkt.

In diesem Jahr ist neben der Bingo-Runde allerdings weniger Köpfchen sondern mehr Ausdauer gefragt. Es gilt nämlich, zehn Minuten am Stück zu laufen und Runden zu sammeln. Die Klasse, die die meisten Runden erlaufen hat, erhält den Pokal. Natürlich geben die Mädchen und Jungen mächtig Gas. Eltern, Großeltern und Lehrer feuern die Kinder lautstark an. Manche von ihnen haben gar einen eigenen Fanclub. So wie Ferris. Der Zweitklässler wird mit lauten „Ferris-, Ferris-Rufen“ von Runde zu Runde gepeitscht. Und tatsächlich. Am Ende zeigt sich, dass die Zweiten die Ersten sind. Die Schüler der zweiten Klasse absolvieren mit insgesamt 230 gelaufenen Runden ganze 19 mehr als die bislang auf den Sieg abonnierten Mädchen und Jungen der jetzigen vierten Klasse.

Ob die Sieger ihren Pokal ebenfalls dreimal in Folge gewinnen werden? Die nächsten Schulfeste, auf die sich schon jetzt alle freuen, werden es zeigen.

Claudia Noatnick

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