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Groß Kordshagen kämpft vergeblich um Radweg

Groß Kordshagen Groß Kordshagen kämpft vergeblich um Radweg

Seit knapp 20 Jahren setzt sich die Gemeinde für einen Weg an der Landesstraße ein, weil Radler und Fußgänger hier gefährlich leben

Groß Kordshagen. Der Radweg an der Landesstraße 21 bleibt ein Traum. Seit knapp 20 Jahren kämpfen die Boddengemeinden in Nordvorpommern darum, Fußgänger und Radler von der Alleen-Straße zu bekommen, die seit dem Anbau der Leitplanken gefühlt noch enger geworden ist.

 

OZ-Bild

Auf der L 21 zwischen Groß Kordshagen und Flemendorf wird es eng für Radler, und das sehen auch die Autofahrer so.

Quelle: Susanne Retzlaff

Hoffnung keimte auf, als das Land ein Förderprogramm für den Lückenschluss zwischen vorhandenen Radwegen auflegte. „Wir haben sofort Gespräche angekurbelt, um zumindest das Stück zwischen Groß

Kordshagen und Flemendorf bis hin zum Zipker Bach noch mit dem Programm für 2017/18 bauen zu können. Die Nutzer würden dann gut nach Barth und nach Niepars kommen. Mit einer Anbindung über den Kummerower Wald wäre auch der Radweg an der Bundesstraße 105 schnell zu erreichen“, erklärt Bürgermeister Jörg Zimmermann (parteilos) den Plan und ergänzt:

„Wir haben schon alle Grundstücke an der Trasse erworben. Auch die beiden Brücken über den Zipker Bach und die Uhlenbäk sind bereits bei der Sanierung mit einer Fahrradspur versehen worden. Dann forderte man ein Tourismuskonzept, das Amt Niepars hat es vorgelegt“, zählt Zimmermann die immer neuen Forderungen auf, die man erfüllt habe. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt erwarten wir mal Zusagen“, so das Gemeindeoberhaupt. Gespräche beim Kreis brachten die Gemeinde bisher nicht weiter. In einem Brief schreibt Kreis-Fachbereichsleiter Frank-Peter Lender: „Sicher verfügt die L21 in Ihrem Bereich über unübersichtliche Stellen, die das Sicherheitsempfinden einschränken. Sie gehört aber zu den im Vergleich zu anderen Landesstraßen geringer durch Kfz befahrenen Straßen.“

Soll heißen: So viele Autos fahren da gar nicht...

Mit dem Lückenschluss-Programm seien zwar Ausnahmen zugelassen, aber es bestehe besonderer Begründungsbedarf, und die Auswahlkriterien würden für diese Strecke nicht zutreffen. Außerdem würde die fünf Kilometer lange Strecke die gesamten Mittel aufbrauchen, die der Landkreis für ein Jahr aus Schwerin bekommt. „Das heißt nicht, dass ich Ihr Projekt für unrealistisch halte, Ihre Meldung ist vermerkt. Sofern sich eine Möglichkeit ergibt, würde der Kreis auf Sie zukommen.“

Auf noch mal 20 Jahre Warterei hat die Gemeinde Groß Kordshagen aber keine Lust und brachte nun Straßenminister Christian Pegel (SPD) ins Spiel. „Der fordert den Kreis auf, eine Prioritätenliste zu erstellen, wonach dann abgearbeitet werden kann. Wir wollen da rauf. Aber es ist, als rennt man gegen eine Mauer...“

Derweil müssen die beiden Gemeinden am Bodden – Groß Kordshagen und Neu Bartelshagen – die nächste Touristensaison überstehen. „Wir locken die Fahrradtouristen in das Küstenhinterland, sorgen aber nicht dafür, dass sie sicher von A nach B kommen. Wer per Auto von Barth nach Niepars unterwegs ist, weiß, dass die Radtouristen größte Vorsicht fordern. Andererseits lebt der Radler auch gefährlich, wenn die Fahrzeuge hautnah an ihm vorbeiballern.“ Jörg Zimmermann ist sauer. „Seit 1998 bin ich Bürgermeister dieser Gemeinde – so lange kämpfen wir schon. Ich weiß auch nicht, was wir jetzt noch machen sollen...“

Radweg-Problem an vielen Landesstraßen bekannt

Kein Radweg an der Landesstraße – dieses Problem hatte der Amtsbereich Altenpleen auch, und zwar an der L 213. Die sechs Gemeinden dort waren sich einig und haben ihre Infrastrukturpauschale über Jahre für das Vorhaben angespart. So entstand der Abschnitt von Stralsund nach Prohn, der schon seit Jahren rege genutzt wird. Nun bereitet das Amt die Trasse von Prohn nach Groß Mohrdorf vor.

1,8 Millionen Euro bekommt Vorpommern-Rügen aus dem Lückenschlussprogramm des Landes in den nächsten beide Jahren. Bei durchschnittlichen Kosten von rund 180000 Euro pro gebautem Kilometer kann man mit dem Geld also rund zehn Kilometer Radweg realisieren.

4000 Fahrzeuge pro Tag rollen durch den Müggenhaller Kreisel an L 22 und L 192. Hier wird demnächst ein Radweg gebaut (die OZ berichtete). Laut Kreisverwaltung wurden in Groß Kordshagen 1500 Kfz in 24 Stunden gezählt. Allerdings stammen die Zahlen von 2010. „Der Verkehr hat enorm zugenommen. Da müssen schon aktuelle Zahlen her“, so Bürgermeister Zimmermann. iso

Ines Sommer

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