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Nordvorpommern „Ich habe meine Freude dran“
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern „Ich habe meine Freude dran“
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03:49 31.08.2013
„Bei Querbeet gibt‘s tolle Tomaten, aber meine eigenen schmecken mir noch besser“, sagt Adolf Saltzer. Quelle: Peter Franke
Griebenow

Adolf Saltzer liebt die Natur. „Hier braucht man nicht in den Urlaub fahren“, sagt der 74-Jährige voller Überzeugung und weist auf sein riesiges, gepflegtes Gartengrundstück an dem Haus, in dem er gemeinsam mit Ehefrau Hanni (74) lebt. „Wenn ich nichts zu tun habe, bin ich knurrig.“ Saltzer wurde nicht in Griebenow geboren, sondern stammt aus der Slowakei. „Wir waren damals zwei Jahre lang auf der Flucht“, erinnert sich Adolf Saltzer. 1946 kam die Familie in Grimmen an. „Wir haben in Baracken gewohnt, dann wurden wir in die Umgebung aufgeteilt.“ Die Familie landete schließlich in Kreutzmannshagen. Nach Griebenow kam Saltzer erst 1970, als er dort ein Haus kaufen konnte. Adolf Saltzer arbeitete sein ganzes Leben lang als Fleischer. „Ich wollte eigentlich Feinmechaniker werden oder Autoschlosser.“ Aber daraus wurde nichts. Am Ende war in Grimmen nur noch ein Ausbildungsplatz als Traktorist und einer als Fleischer zu haben. „Also habe ich dann Fleischer gelernt, bei Burmeister in der Sundischen Straße.“ Die Arbeit war hart, sagt er: „Wir hatten immer schwer zu schleppen.“ Auch später, bei der Handelsorganisation (HO). Aus gesundheitlichen Gründen musste Saltzer schon mit 52 Jahren in Rente gehen. Viel Zeit, um sich ausgiebig um Haus und Garten zu kümmern. Groß verreisen mag der Griebenower nicht. „Nur ein paar Tage, länger halte ich das nicht aus.“ In der alten Heimat war er nach dem Krieg zweimal, zum letzten Mal 1983. Damals besuchte er sein Geburtshaus. Das sei „ein Highlight“ gewesen, formuliert Sattler. „Aber ich habe geheult wie ein Schlosshund.“ Das alles habe er aber jetzt „abgehakt“.

Langeweile, sagt Adolf Saltzer, kenne er nicht. „Ich bin immer draußen und fühle mich dort am wohlsten.“ Im Garten gedeihen Zucchinis, Gurken, Bohnen, Zwiebeln und Kartoffeln. Unkraut scheint Mangelware. „Um die Feinheiten im Garten kümmert sich mein Frau“, verrät Adolf Saltzer.

Neben einer Schar von Hühnern bevölkern die Schwalben das Anwesen der Saltzers. Dutzende sausen im Tiefflug kreuz und quer übers Grundstück. Der Naturschutzbund zeichnete Saltzer mit einer Plakette aus: „Schwalbenfreundliches Haus“ ist darauf zu lesen. Fenster und Türen eines Stalls sind immer offen, damit die Vögel an ihre Nester kommen. Die Gefiederten hinterlassen natürlich überall Spuren.

„Ich muss oft scheuern“, sagt Adolf Saltzer lachend. „Aber das nehme ich in Kauf. Ich habe meine Freude dran.“

Fernsehen sei nicht seine Welt, bekennt Adolf Saltzer. Auch nicht in der dunkleren Jahreszeit. „Ich baue was im Schuppen oder ich lese.“ In einem dicken Ordner hat der 74-Jährige Fotos zur Griebenower Historie zusammengetragen. Saltzer zeigt Bilder vom Schloss mit den kunstvollen Putten davor, die irgendwann verschwunden sind, ebenso wie der schwere Marmortisch aus dem Bestand des Barockbaus. Ein seltener Schnappschuss zeigt das früher beliebte Griebenower Gasthaus, zu DDR-Zeiten wohl Geheimtipp, abgerissen 1997.

Ein Geheimtipp sind auch Saltzers Mega-Tomaten. Die stehen in Reih und Glied in Blumentöpfen, geschützt an einer Schuppenwand und gedüngt mit Hühnermist. „Da staunt jeder“, erlebt Adolf Saltzer immer wieder und verrät das Geheimnis seines spektakulären Gemüses. „Die Töpfe haben keinen Boden, damit die Pflanzen tiefer wurzeln können...“

Peter Franke

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