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Jessin Kein Wecker ruft mehr morgens um 6

Heiderose Krabbe, Chefin im „Haus Sonnenschein“ in Jessin, verabschiedet sich in den Ruhestand

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In der großen Abschieds-Geschenke-Kiste entdeckte Heiderose Krabbe (r.) unter anderem ihre alte Rechenmaschine. Mit im Bild: die Mitarbeiterinnen Angela Milde (l.) aus der Wäscherei und Doreen Holtz aus der Küche.

Quelle: Foto: Almut Jaekel

Jessin. „Immer, wenn mich ein Heimbewohner angelächelt hat, dachte ich: Es lohnt sich, hier zu arbeiten.“ Das sagte Heiderose Krabbe (62), noch bis zum Ende des Monats offiziell die Chefin im Pflegeheim Jessin „Haus Sonnenschein“ ihren Kollegen und Gästen bei ihrer Verabschiedung nach 27 Arbeitsjahren in der Einrichtung.

Haus Sonnenschein

Das Herrenhaus Jessin wurde um 1916 erbaut.

Seit mehr als 70 Jahren ist es Pflegeheim, heute betrieben von der Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten GmbH.

Es bietet: 46 Heimplätze, ein Pflegebad, Gemeinschaftsräume, einen Festsaal, Terrasse und Balkone, Raum für Betreuungsangebote, Küche und Wäscherei.

Heiderose Krabbe hatte aus diesem Grund zum Frühstück geladen, und gekommen waren nicht nur die Mitarbeiter – für die Heimbewohner gab es etwas später ebenfalls eine Kaffeetafel – sondern auch Partner ähnlicher Einrichtungen, von der Apotheke, dem Betreuungsverein und dem Sozialamt des Kreises Vorpommern-Rügen.

„Es war eine schöne Zeit, manchmal schwierig, manchmal traurig und manchmal habe ich auch gedacht: ,So ein Schiet, was hast du dir da nur aufgenackt“, blickte Heiderose Krabbe auf fast drei Jahrzehnte Berufsleben mit alten und pflegebedürftigen Männern und Frauen in „ihrem“ Haus Sonnenschein zurück. Höhen und Tiefen habe es gegeben, aber immer habe sie sich auf ihre Kollegen verlassen können. „Wir waren ein eingespieltes Team“, sagte sie und bedankte sich bei den Mitstreitern. Genauso sei es auch bei den Partnern außerhalb des Hauses gewesen und in der Zusammenarbeit mit dem Träger, den Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten, die das Heim vom Landkreis übernommen hatten.

„Ich hoffe, ich bleibe in guter Erinnerung“, machte Heiderose Krabbe den Abschied kurz und scheinbar schmerzlos und gab auch ihr ausdrückliches Einverständnis, dass die Kollegen ab jetzt aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen plaudern und von dem einen oder anderen Fettnäpchen, in das sie trat, erzählen und darüber lachen dürfen.

„Unsere Chefin hat immer versucht, alles möglich und es allen gerecht zu machen“, lobte Angela Milde, Mitarbeiterin der Wäscherei Heiderose Krabbe. Und wenn auch die Meinungen im Haus oft auseinander gingen, stand das Wohl der Heimbewohner bei der Leiterin immer an erster Stelle, und sie sei sich nie zu schade gewesen, selbst mit anzupacken.

Das musste Heiderose Krabbe gerade in diesem, ihrem letzten Jahr noch einmal im besonderen Maße, denn die Personalsituation war zeitweise sehr angespannt. Deshalb kann sie jetzt vor dem echten Eintritt in den Ruhestand nach 45 Arbeitsjahren schon mal Urlaub genießen. Die nächsten Tage hat sie wahrscheinlich erst einmal mit den Abschiedsgeschenken zu tun. Dazu gehörte eine aufblasbare Gehhilfe genauso wie der Arbeitskittel – versehen mit allen Unterschriften der Kollegen – und die alte „Rechenmaschine“ von Heiderose Krabbe. Alles zusammen verpackt mit vielen weiteren Geschenken in einer großen Kiste. Und danach? „Familie und Enkelkind sind dann dran“, sagte sie. „Mein Mann geht noch arbeiten, aber meine Freundin ist schon zu Hause und hat viel mit mir vor“, verriet sie. Und im Sommer warten Haus und Boot... „Vor allem werde ich genießen, dass ich morgens um 6 Uhr nicht mehr aufstehen muss.“

Das übernimmt ab November ihre Nachfolgerin Idun Dührkoop, bisher im DRK-Krankenhaus Bartmannshagen als Wirtschaftsleiterin beschäftigt.

Almut Jaekel

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