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00:00 16.09.2017

20 Mal im Jahr etwa wird Simon Reich gestochen. Von seinen Bienen. Der Müggenwalder ist einer der wenigen Berufsimker in der Region und nennt derzeit 70 Völker sein eigen.

„Früher war das schlimmer, wenn mich mal eine Biene stach. Aber der Körper gewöhnt sich im Laufe der Jahre daran“, erzählt der sympathische junge Mann. Schwellungen und Rötungen habe er deshalb jetzt kaum noch.

Etwa 100 Völker brauche ein Imker, um gut davon leben zu können, weiß Simon Reich. Es komme aber auch auf die Betriebsweise an. Er selbst will deshalb auch noch aufstocken, habe in den vergangenen Jahren nach seiner Berufsausbildung viele Erfahrungen gesammelt. „Ich stamme ja nicht aus einer Imkerfamilie und musste sozusagen von Null anfangen und alles erst lernen“, erzählt er.

Wie viele Bienen zu seinen 70 Völkern zählen, weiß niemand ganz genau. Reich: „Das kann man nur schätzen. Bienen werden gewogen, um die Menge zu ermitteln“, sagt er. 0,01 Gramm rechne man dabei pro Tier. Ein Kilogramm sind also 10000 Bienen. In seinen Völkern leben derzeit geschätzt jeweils zwischen 30- und 40000 Bienen. „Das hier ist aber Nachzucht, darin sind junge Königinnen, die erst im nächsten Jahr ihre volle Wirtschaftskraft entwickeln“, weist er auf einige Bienenkästen im Müggenwalder Wald hin. Dort stehen einige seiner Völker, weitere in Grimmen, in Hohenwieden und wenige in Prerow. „Dort probiere ich den Standort Nationalpark aus, um Heidehonig zu produzieren“, erzählt Reich. In Prerow gebe es einen relativ kleinen Heidebestand und er teste, ob das für die Honigproduktion ausreiche. In anderen Jahren brachte der Imker Bienen auf die Insel Hiddensee zur Heide-Blüten-Zeit.

Im nächsten Jahr sollen zu den Nachzucht-Völkern der Reich’schen Imkerei jeweils zwischen 60- bis 80 000 Bienen zählen, hofft er. „Dann haben die Königinnen ihre volle Legeleistung“, informiert er.

Im dritten Jahr sei das schon wieder weniger – die Königinnen werden alt. Simon Reich: Die regelmäßige Erneuerung ist also sehr wichtig“. In der Natur, also in nicht bewirtschafteten Völkern, würden die Bienen ihre alte Königin dann aus dem Stock rauswerfen und die zurückgebliebenen Tieren würden sich eine neue Königin nachziehen.

Das Honigjahr 2017 war – wie bei den meisten Imkern hierzulande – auch bei Simon Reich nicht berauschend. 1500 Kilogramm Frühjahrshonig und etwa 500 Kilogramm Sommerhonig konnte er in seiner modern eingerichteten Werkstatt schleudern. „In anderen Jahren gibt es vor allem im Sommer mehr“, sagt er. Und 2016 sei ein Ausnahmejahr gewesen: Da habe es auch im Frühjahr wesentlich mehr Honig gegeben.

Zwar war der Ertrag in dieser Saison nicht besonders üppig, dafür aber die Ablegerbildung, freut sich Simon Reich über den Bienen-Nachwuchs. „Die Jungvölker haben sich sehr gut entwickelt, die Begattung der Königinnen ist relativ stabil. „Überhaupt ist 2017 ein Wachstumsjahr“, schätzt der junge Mann ein, der in seinem Beruf auch die Natur ringsum ausgiebig beobachtet.

In extra kleinen Bienenkästen leben derzeit nachgezogene Königinnen. „Zur Begattung und gezielten Anpaarung“, erklärt der Imker. Begattungskästen werden von ihm in jedem Jahr auf der kleinen Insel Koos im Greifswalder Bodden aufgestellt und erst im Juli wieder zurückgeholt. Imker sei in Deutschland ein anerkannter Ausbildungsberuf. Hierzulande gebe es aber mehr Hobbyimker, die leider immer weniger werden würden. Nur eine Berufsschule deutschlandweit in Celle bilde Imker aus, erklärt Reich. Die praktische Ausbildung erfolge bei einem Imkermeister oder – wie bei Simon Reich – im Bieneninstitut an der FU Berlin. 20 bis 25 Männer und Frauen beenden jährlich ihre Ausbildung in Celle und dürfen sich Berufsimker nennen. Was zeichnet nun die Berufsimker aus? „Beispielsweise, dass sie ihre Völker eher fit haben, meint Simon Reich. Damit meint er, dass die Bienen nicht erst im Sommer in Topform und bereit für die Honigproduktion sind, sondern schon zum Rapsblütetermin im Mai.

„Die Nachtragspflege, also alles, was derzeit mit den Bienen passiert, ist dafür wichtig.“ Die Pollenversorgung jetzt im Spätsommer und zu Herbstbeginn, beispielsweise mit Sonnenblumen, die allein der Versorgung der Bienen dienen, sei für die richtige Überwinterung ebenso wichtig wie die Behandlung im Herbst gegen Krankheiten.

Almut Jaekel

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