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Kramerhof ist wieder flüssig: Ferienhausgebiet füllt Kasse

Kramerhof Kramerhof ist wieder flüssig: Ferienhausgebiet füllt Kasse

Der Verkauf des erschlossenen Grundstücks in Parow lässt die Gemeinde ebenso aufatmen wie die positive Entwicklung der Gewerbesteuer

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53 reetgedeckte Ferienhäuser sollen am Parower Hafen gebaut werden. Das erste Haus wurde bereits verkauft, so Investor NCC aus Fürstenwalde.

Quelle: Clemens Sommer

Kramerhof. Gleich zwei gute Nachrichten gibt es in der aktuellen Haushaltsdebatte der Gemeinde Kramerhof: Einerseits kann die Kommune vor den Toren der Hansestadt mit enormen Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer rechnen. Waren es 2015 beim historischem Tiefstand nur rund 300000 Euro, kann man in diesem Jahr auf knapp eine Million hoffen — so jedenfalls sagen es die Bescheide des Finanzamtes aus.

Noch eine zweite Entlastung spüren die Kramerhofer: Das Ferienhausgebiet in Parow konnte endlich verkauft werden. Millionen hatte die Gemeinde in die Erschließung gesteckt, musste die Planungen immer wieder abspecken. Nun endlich hat sich mit der Firma NCC hier ein Käufer gefunden. Und der erwies sich als zuverlässig. Hatte man in der 2015er-Haushaltsdebatte noch Bange, der Deal könnte platzen und die Gemeinde in extreme Schieflage bringen, gucken die Abgeordneten nach dem Zahlungseingang von 1,3 Millionen wesentlich entspannter in die Kasse.

Die schweren Jahre für die 1777 Einwohner zählende Kommune sind also vorbei? „Man muss das Jahr für Jahr betrachten. Wir können ja heute nicht sagen, wie sich die Gewerbesteuer 2017 entwickelt. Wir bekommen die Bescheide immer fürs laufende Haushaltsjahr“, tritt Kirstin Bosse auf die Euphoriebremse und sagt weiter: „Man darf bei der Betrachtung der letzten Jahre aber auch nicht vergessen, dass Kramerhof Planungen und Erschließungen immer aus dem laufenden Haushalt geschultert hat.“

Und auch wenn Bürgermeister Christian Seide (parteilos) als Optimist vom Dienst von schlechten Zeiten nie etwas hören wollte — investiert wurde immer. Das wird sich auch 2016 nicht ändern.

Schließlich steht mit der Wiederbelebung der Orangerie in Parow ein Riesenprojekt ins Haus, das man gemeinsam mit dem Storchennest-Verein aus Niepars durchziehen will. 680000 Euro sollen hier verbaut werden, um die historische Orangerie wieder nutzbar zu machen sowie weitere touristische Angebote zu schaffen. Der Storchennest-Verein hatte mit dem Projekt ein glückliches Händchen und marschierte gleich auf Platz 1 der Leader-Förderliste, wurde sogar Leitprojekt — und das wiederum bringt eine Finanzspritze von 528000 Euro mit sich. Den Rest samt 52000 Euro Kofinanzierungsanteil des Kreises muss nun die Gemeinde berappen.

Für einen Lagerschuppen an der Minimanufaktur sollen 6500 Euro ausgegeben werden. 46000 Euro hat die Gemeinde eingeplant, um die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung fertig zu stellen.

Hierfür hat Kramerhof einen Fördermittelantrag gestellt, der mindestens 20000 Euro bringen soll. Gebaut wird aber nur, wenn die Förderung fließt. Die 16700 Euro aus der Sonderhilfe des Landes, die 2016 das letzte Mal gezahlt werden, will Kramerhof ebenso wie die anderen fünf Gemeinden des Amtsbereiches Altenpleen in den Radwegbau von Prohn nach Groß Mohrdorf investieren. Das Projekt ist allerdings wegen der Trassen-Debatte etwas ins Stocken geraten. Kramerhof kommt 2016 trotz großer Projekte ohne neue Kredite aus. Lediglich eine Steueränderung haben die Abgeordneten beschlossen: Die Gewerbesteuerumlage wurde auf 380 Prozent erhöht, was dem derzeitigen Landesdurchschnitt entspricht. „Wir haben diesen Satz seit 2009 konstant gehalten. Wir haben uns nun dazu durchgerungen. Ich denke aber, die Erhöhung ist zu verkraften. Und wir müssen bedenken, dass wir sonst keine Fördermittel mehr bekommen“, erklärte Christian Seide. Der Haushaltsplan fand dann die Zustimmung aller Abgeordneten.

Von Ines Sommer

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