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Nordvorpommern Kreutzmannshagen schon 1345 ein Pfarr-Ort
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00:00 29.03.2014
Die Kirche in Kreutzmannshagen hat einen frei stehenden Glockenstuhl. Fotos (2): Roswitha Pendzinsky
Kreutzmannshagen

Die Kreutzmannshagener Kirche ist ein Feldsteinbau mit architektonischen Details aus Backstein und wird 1426 erstmals erwähnt. Im Loitzer Bederegister wird Kreutzmannshagen jedoch schon 1345 als Pfarr-Ort genannt und deshalb nimmt man an, dass die Kirche älter ist. Das Kircheninnere ist mit Schildbögen und einer Voutendecke, das ist eine dreieckförmige Abschrägung, mit gemalten Deckenspiegeln aus dem Jahr 1760 versehen. Die Orgel mit dem neugotischen Prospekt stammt aus dem Jahr 1882 und wurde von Friedrich A. Mehmel aus Stralsund gebaut. Der berühmte Organist und Musikprofessor Matthias Eisenberg gab schon mehrfach Konzerte in der kleinen Dorfkirche zur Freude vieler Musikliebhaber.

Die heutige Kanzel wurde 1756 durch den Tischler Christian Pahlmann angefertigt. Gegenüber dem Eingang ist der Platz für den Taufstein und die Gedenktafel für die im Krieg gebliebenen Soldaten. Die Glocke wurde im 20. Jahrhundert in Apolda umgegossen. Der seit 1796 freistehende Glockenstuhl wurde 1984 abgetragen und 2001 wieder erbaut. Das war ein besonderes Ereignis für die Kirchgemeinde, da der Bau durch viele Spenden und ehrenamtlicher Helfer möglich wurde.

Die Ehrenamtlichen sorgen bis heute für Ordnung und Sauberkeit. Zu ihnen gehört Adolf Kasch. „Ich habe 2006 angefangen, die Glocken zu ziehen. Zuerst habe ich mit Martin Stark die Friedhofspflege gemacht, jetzt mit Richard Lutzke. Die Männer haben außerdem die Fenster und Tore sowie den Gartengeräteständer gestrichen. „2012 haben wir beide zusammen mit meinem Sohn Torsten die Leichenhalle neu eingedeckt", erzählt der 76-Jährige, der seit frühester Jugend eine enge Bindung zur Dorfkirche hat. „1954 wurde ich hier konfirmiert und unsere Goldene Trauung war damals die erste für unsere junge Pastorin Nicole Chibici-Revneanu. Das war sehr schön.“

Einmal im Monat wird Gottesdienst gehalten. „Wenn im Winter Gottesdienst ist, dann gehe früh morgens hin und mach‘ die Heizung an", berichtet der Kreutzmannshagener. Einen Wunsch hat der Senior an die Friedhofsbesucher: „Die Leute möchten doch bitte ihren Plastikmüll von Blumentöpfen wieder mit nach Hause nehmen und nicht die Mülltonne damit vollstopfen. Ich sortiere das dann wieder aus und stecke das in den gelben Sack. Und das Tannengrün, das kann doch gleich auf den Lagerfeuerplatz gelegt werden." Darüber regen sich auch die anderen Leute auf, die regelmäßig für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Gerade war wieder großer Frühjahrsputz auf dem Friedhof.

Noch ziemlich neu ist die im Jahr 2012 frisch geschaffene Rasengrabanlage. „Wir warten noch auf die lange angekündigte Traufpflasterung an der Kirche. Das können wir ehrenamtlich nicht leisten", berichtet Rita Alexander und hofft auf baldigen Beginn der Arbeiten. Die Nachbarin von Adolf Kasch engagiert sich gemeinsam mit ihrem Mann Dittmar ebenfalls für die Kirche. Sie ist froh, mit Kerstin Künstler eine Frau als Innenküster gefunden zu haben.

Auch die Friedhofsmauer setzten einige Dorfbewohner in Eigenregie instand. Eine kleine, aber treue und fleißige Kirchgemeinde. Gleich neben der Kirche auf der Wiese steht ein Storchennest. Von dort bietet sich ein weiter Blick in die Landschaft.



Roswitha Pendzinsky

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