Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Nordvorpommern Lehren aus Großbrand in Biogasanlage
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Lehren aus Großbrand in Biogasanlage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 10.09.2016

Das Großfeuer vom 31. Juli in Oebelitz war am Donnerstagabend das Schwerpunktthema im Ausschuss für Prävention, Brand- und Katastrophenschutz des Kreistages.

160 Einsatzkräfte hatten an jenem Sonntagabend den Brand der Biogasanlage in Oebelitz nahe Richtenberg bekämpft. Getagt wurde beim THW in Barth.

Kreiswehrführer Gerd Scharmberg schilderte detailliert das Geschehen jenes Abends. Der Borner war, nachdem ihn die Leitstelle alarmiert hatte, sofort nach Oebelitz gefahren. Da sei der Gefahrgutzug bereits vor Ort gewesen, auch der Abc-Trupp aus Barth, um Messungen vorzunehmen. Ein Knackpunkt dieses Einsatzes: Das Verfahren dieser Biogasanlage läuft unter Nutzung von Schwefelsäure, das Behältnis war hohen Temperaturen ausgesetzt. Sollten Häuser in der Umgebung evakuiert werden oder nicht, das war eine der wichtigsten Fragen bei diesem Einsatz. Letztlich sei die Entscheidung gefallen, nicht zu evakuieren, so Scharmberg, der die Einsatzleitung in Oebelitz übernommen hatte. Glücklicherweise hätten sich die möglichen Gefahren nicht als solche entwickelt. Die Messungen zum Schwefelgehalt in der Luft lagen weit unter dem Grenzwert.

Aufgebaut wurde eine Untersuchungsstelle, um die Einsatzkräfte von einem Arzt durchchecken zu lassen. Da der Materialwagen der Feuerwehr aus Klockenhagen schnell eintraf, konnten die Kameraden auch sofort andere Kleidung bekommen. Die verwendete Schutzkleidung, inklusive der Atemschutzgeräte, wurde vor Ort auf einem Dekontaminationsplatz gelagert – und anschließend von einer Spezialfirma gereinigt.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus einem solchen Einsatz ziehen? Zum Beispiel, dass die Genauigkeit der ersten Meldung enorm wichtig ist. Gerd Scharmberg zog dafür das Protokoll heran. In der Erstmeldung an die Leitstelle war lediglich von einer „unklaren Rauchentwicklung in Oebelitz“ die Rede. Daraus habe man das Gefahrenpotenzial nicht ableiten können. „Die Qualität des sich entwickelnden Einsatzes hängt von der Qualität der Erstmeldung ab“, fasste es der Kreiswehrführer zusammen. Spätere Meldungen an die Leitstelle zu Oebelitz waren schon deutlich dringender. Auch, was die Nachforderung von weiteren Einsatzkräften betraf.

Wichtig sei auch, dass die Feuerwehren die Anlagen in ihrem Bereich kennen. Was in der Regel der Fall ist. Auch im Fall Oebelitz. Empfehlenswert sei, dieses Wissen von Zeit zu Zeit aufzufrischen, hieß es im Ausschuss. „Das sollte generell im Interesse der Betreiber und der Feuerwehren sein“, meinte Scharmberg.

Derartige Anlagen seien technisch sehr gut überwacht, betonte Markus Zimmermann, Fachdienstleiter beim Kreis. Die Anlage in Oebelitz verwende ein spezielles Trocknungsverfahren, sei die einzige Biogasanlage im Kreis, die so arbeite. Generell durchlaufen alle Anlagen ein Genehmigungsverfahren, in das das Staatliche Amt für Umwelt und Natur eingebunden ist.

Nach ersten Erkenntnissen hatten sich in Oebelitz Gärreste selbst entzündet. Trotz immensen Sachschadens konnte die Anlage nach dem Feuerwehreinsatz weiter betrieben werden. Alles gut gegangen. Der Velgaster Christian Griwahn, Vorsitzender des Ausschusses, zollte der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute ein großes Lob: „Das kann man gar nicht hoch genug schätzen.“

Peter Schlag

Rene Wedell hätte für seine Aquakultur gerne Förderung erhalten, wurde aber nur mit Forderungen konfrontiert

06.09.2016

Zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Leichtkraftrad kam es am Donerstag gegen 16.30 Uhr in der Schulstraße in Elmenhorst.

27.08.2016

Anna-Theresa Hick entscheidet als Drehbuchautorin über Wohl und Wehe des Piraten Klaus Störtebeker

27.08.2016
Anzeige