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Löschangriff am Lagerfeuer

Nisdorf Löschangriff am Lagerfeuer

Die Amtswehr Altenpleen bildet den eigenen Nachwuchs im Jugendwettkampflager in Nisdorf aus.

Nisdorf. Da hat sich der Feuerwehrnachwuchs des Amtes Altenpleen schon ein lauschiges Fleckchen Erde ausgesucht, um seine drei Zelte aufzuschlagen. 21 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren und sechs Betreuer trafen sich am Freitagnachmittag nördlich von Nisdorf am Bodden zum 10. Jugendwettkampflager.

Zunächst aufbauen und Holz sammeln, dann Feuer machen. Dabei sind Trockenheit und Windrichtung zu berücksichtigen, Wasser sollte in der Nähe sein, und richtige Feuerwehrleute legen sicherheitshalber auch eine Schlauchleitung, erklären Mathias Lübke, Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Altenpleen, und sein Prohner Kollege Matthias Bahls die erste praktische Lektion vor dem Würstchengrillen.

Campen ist toll, sind sich Florian (13) und Luisa, beide von der Freiwilligen Feuerwehr Altenpleen, einig, „besonders das Schlafen im Zelt auf den Campingliegen“, präzisiert die Neunjährige. Trotzdem gab es Kinder, die das Wecken — aus voller Brust ins Zelt gerufen — am Samstagmorgen gar nicht abwarten konnten und schon lange vor dem kräftigen Frühstück mit Brötchen, Marmelade und Aufschnitt wach wurden. Vielleicht die Aufregung, denn für 14 Kinder stand eine Prüfung auf dem Programm. Für die „Jugendflamme“ Stufe 1 ist Feuerwehrgrundwissen und Praxis notwendig — Knoten schlagen zum Beispiel.

Doch am Samstag stolperte der Nachwuchs nicht einmal über den schwierigeren Schotenstich — alles bestanden. Und das heißt: Nudeln mit Tomatensoße für alle!

Lübke und Bahls, die Kochprofis an der Gulaschkanone, teilten kräftig aus. „Die Verpflegung ist okay“, bestätigen auch der neunjährige Dominique von der Prohner Wehr und der 12 Jahre alte David von den Altenpleener Blauröcken, und meinen: „Überhaupt ist alles toll, was wir hier machen.“

Erste Hilfe in stabiler Seitenlage, Abwurfball und Löschangriff, Bahls korrigiert und hilft aus dem Hintergrund einer Gruppe, in der „alte Hasen“ aus Prohn wie Tobias (15) und der 14-jährige Erik, der bereits in Stralsund Erfahrung bei der Feuerwehr sammelte, mit Neulingen wie Noah aus Groß Mohrdorf zusammen arbeiten. Der Neunjährige ist zum ersten Mal im Wettkampflager und strahlt übers ganze Gesicht: „Das Löschen find' ich mit am besten.“

Aber da wusste er noch gar nicht, was für eine Überraschung sich die Betreuer für den Nachwuchs ausgedacht hatten — nämlich eine Nachtwanderung durch den Wald. Kein Wunder, dass viele der Jugendlichen vor und nach so einem Wochenende voller Aktion und Abenteuer tagelang von nichts anderem mehr sprechen. Da sind Altenpleens Jugendwarte auch ein bisschen stolz auf ihre Nachwuchspflege, schließlich brauchen die Wehren auch in Zukunft Brandschützer.

Seine Zukunft hat der sechzehnjährige Ole, seit sechs Jahren bei der Jugendfeuerwehr in Prohn engagiert, schon genau geplant. Im kommenden Winter macht er die Truppmann-Ausbildung und mit 18 das Abitur — solange will er sich in seiner Feuerwehr engagieren. Dann jedoch, und da schwingt ein kleines bisschen Wehmut mit, geht es in die weite Welt hinaus, ins Binnenland zum Studieren. „Da werde ich wohl keine Zeit für die Feuerwehr haben“, vermutet er.

 

Susanne Retzlaff

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