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Nordvorpommern „Man kann überall klopfen, wenn man Hilfe braucht“
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00:00 21.10.2017
13 Enten hat Petra Perleberg auch in diesem Jahr wieder großgezogen. Gestern wurden sie aber geschlachtet.

„Ich fühle mich absolut wohl in Behnkenhagen, ich möchte hier nicht mehr weg“, sagt Petra Perleberg. Gemeinsam mit ihrem Mann Harald bewohnt sie in der Ortsmitte ein altes Haus. „Es stammt aus dem 19. Jahrhundert“, sagt sie.

Vor 20 Jahren kam das Paar nach Behnkenhagen. „Eigentlich aus Zufall“, erinnert sich Petra Perleberg. „Wir hatten vorher nämlich noch nie etwas von diesem Dorf gehört.“ Damals wohnten Perlebergs im Gedserring in Greifswald. „Wo es uns auf 54 Quadratmetern in der Neubauwohnung im Ostseeviertel aber zu eng geworden war. In Behnkenhagen ergab sich dann die Möglichkeit, dieses alte Haus zu kaufen.

Mitten in der Natur. Wir waren sofort angetan, obwohl natürlich viel zu tun war“, sagt sie.

Über die Jahre haben die Perlebergs viel geschaffen. Stolz zeigt die Hausherrin ihr Anwesen, durch das sogar ein kleiner Bach fließt. 3000 Quadratmeter misst es. Jetzt sei alles modernisiert, erklärt sie. „Wir sind gerade fertig geworden“, sagt sie, hält einen Augenblick inne, und legt nach: „Obwohl man ja eigentlich nie fertig wird.“

Petra Perleberg stammt aus Diedrichshagen bei Greifswald. Und weil sie vom Dorf kommt, war der Einstieg in Behnkenhagen für sie nicht schwer. Im Gegenteil. Das neue Haus samt Grundstück bot ja viele neue Möglichkeiten. „Inzwischen haben wir hier sogar die Polterabende unserer Töchter ausgerichtet“, erzählt sie. Mit jeweils über einhundert Gästen. Die Mädchen sind inzwischen ausgezogen. Geblieben ist Kater Moritz. Jedes Jahr, erzählt Petra Perleberg, füttere sie auch Enten, die im Herbst geschlachtet werden.

Gestern war es wieder soweit. „Das Schlachten übernimmt mein Mann. Ich kann das nicht. Denn mit der Zeit wachden mir die Tiere immer sehr ans Herz“, sagt sie. 13 waren es in diesem Jahr, weil das eine Glückszahl ist. Die geschlachteten Enten werden demnächst alle verteilt. Es gibt viele feste Abnehmer in der Familie. Und Weihnachten sei ja so weit auch nicht mehr.

Petra Perleberg arbeitet als Lehrerin an der Berufsschule in der Greifswalder Siemensallee. Einkäufe und Arztbesuche erledige sie in der Hansestadt, erzählt sie. Das lasse sich mit der Arbeit gut kombinieren. Die tägliche Fahrerei von rund 14 Kilometern macht ihr nichts aus. Das wiegt das schöne Wohnen auf jeden Fall wieder auf, sagt sie. „Und die Gemeinschaft im Dorf.“ Denn die sei enorm groß. „Wir verstehen uns hier mit allen sehr gut“, so die Behnkenhagenerin erfreut. Jeder helfe jedem. Es sei faszinierend, erklärt sie: „Man kann überall anklopfen, wenn man ein Problem hat.“ Und weil alle so gut miteinander auskommen, wird auch einmal im Jahr zusammen tüchtig gefeiert. Immer bei jemand anderem. Jeder bringt dann zu essen und trinken mit, so wie er möchte. Das funktioniere sehr gut. Und es kommen auch immer fast alle.

Das einzige, was die Idylle und Ruhe in Behnkenhagen trübt, ist die nur einen Steinwurf entfernte Autobahn.„Als wir hierher zogen, gab es noch keine Autobahn“, erinnert Petra Perleberg. „Wir haben uns mittlerweile aber an die Geräusche gewöhnt.“ Da sie selbst Nutzerin sei, sehe sie dies auch nicht als zu großes Problem. Irgendwo müsse die Schnellstraße ja langführen, so die Behnkenhagenerin.

Reinhard Amler

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