Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Nach 25 Jahren: Die LPG-Ruinen verschwinden

Zimkendorf Nach 25 Jahren: Die LPG-Ruinen verschwinden

Zwei große Hallen und sechs Ställe gehörten zum Zimkendorfer Landwirtschaftsgelände. Jetzt wühlen sich die Abrissbagger durch.

Voriger Artikel
Bewerbung fürs Fachgymnasium
Nächster Artikel
Snowboard-Surfen im Riesengebirge

Zwei große Hallen und sechs ehemalige Bullenställe werden jetzt von der Firma Otto Dörner aus der Nähe von Parchim abgerissen.

Quelle: Fotos: Ines Sommer

Zimkendorf. Aufatmen in der Gemeinde Pantelitz, besonders im Ortsteil Zimkendorf: Die schlimmsten Ruinen im Gewerbegebiet des Dorfes verschwinden. Der Abrissbagger rollt schon emsig über das ehemalige Gelände der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Pantelitz und beseitigt 25 Jahre nach dem Ende der DDR nun endlich diese zum Teil gefährlichen Altlasten.

Bis zur Wende stand am Eingang: LPG Pantelitz „7. November“. Zwei große Hallen und sechs Ställe gehören zu dem drei Hektar großen Areal. „ In jedem der Ställe standen 200 Mastbullen. Zimkendorf war ein großer Standort der Tierproduktion“, berichtet Wolfgang Ottensmeier. Er muss es wissen, schließlich hat er jahrelang in der Anlage gearbeitet. Heute zeugen nur noch die Betonruinen von den einstigen „Hochproduktionszeiten“. Auch wenn es zum Teil keine Dächer mehr gibt — die Tränken sind noch genau zu erkennen.

Nach 1990 dümpelten die Hallen so vor sich hin. Später hat die Bruns Beteiligungsgesellschaft die Zimkendorfer Hallen gekauft und dort ihre Firma etabliert. „Der Inhaber hatte schon einiges abgerissen, nutzte die Hallen für den Vertrieb von Fenstern und Türen“, sagt Bürgermeister Fred Schulz-Weingarten. Doch 2003 ging das Unternehmen pleite, und seitdem verfällt das Gelände mit den Ruinen immer mehr. Dabei hatte die Gemeinde Pantelitz 2001 noch einen Bebauungsplan für das Areal aufgelegt — mit dem Ziel, hier Eigenheime zu errichten.

„Nach dem Firmen-Aus passierte erst einmal nichts. Wir haben jahrelang gekämpft, um diesen Schandfleck loszuwerden. Umso mehr freuen wir uns, dass das jetzt klappt“, so der Bürgermeister. Man habe jetzt 350000 Euro aus einem Landes-Förderprogramm zur Beseitigung von Altlasten bekommen. „Erstens wird sich das Land das Geld sicher irgendwie wiederholen, wenn wir dort mal gebaut haben.

Deshalb sehen wir die Geldspritze jetzt mal vorsichtig als zinslosen Kredit. Ein Haken war aber auch: Wir mussten Eigentümer der Fläche sein. Also mussten wir das Ganze erst mal kaufen. Schon das zog sich hin. Denn auf dem Grundstück lagen Schulden.“

Nach zähen Verhandlungen haben dann Finanzamt und Sparkasse auf ihre Forderungen verzichtet. „Wahrscheinlich wussten sie, dass sie eh nichts mehr bekommen“, vermutet Fred Schulz-Weingarten und ergänzt: „Im März 2014 wurde uns das Grundstück dann für den symbolischen Euro übereignet. Und jetzt konnten wir endlich den Abriss veranlassen.“ Und der ist jetzt in vollem Gange. Viel Bauschutt und Sondermüll aus den Asbestdächern wurde bereits abgefahren. „Das geht gut voran“, findet das Gemeindeoberhaupt und freut sich schon drauf, wenn der ganze Schandfleck dem Erdboden gleich gemacht ist und den Zimkendorfern erst einmal eine saubere Grünfläche entgegenleuchtet.

„Der alte Bebauungsplan hat ja noch seine Gültigkeit. Das heißt, wir geben das Ziel nicht auf, hier Häuser zu bauen. Aber das soll in Ruhe entwickelt werden. Wir wollen nichts überstürzen, denn wir brauchen ja auch erst einmal einen Investor. Alleine können wir Haus-, Straßen- und Erschließungsbaumaßnahmen gar nicht wuppen.“

Kosten: 350000 Euro
15 Jahre lag das alte LPG-Gelände nun brach. Jetzt wird es für 350000 Euro abgerissen.
Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Pantelitz hieß 7. November, benannt nach der Oktoberrevoultion 1917 in Russland, die nach unserem Gregorianischen Kalender erst im November stattfand.
3 Hektar groß ist das Areal, das zwei großen Hallen und sechs ineinander übergehende Ställe beherbergt.

 



Ines Sommer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordvorpommern
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.