Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Neues Brandschutzgesetz: Wehren auf Prüfstand

Ribnitz/Grimmen Neues Brandschutzgesetz: Wehren auf Prüfstand

Kommunen in Vorpommern-Rügen müssen gemeinsam mit den Blauröcken Bedarfpläne aufstellen

Voriger Artikel
Amtsausschuss fördert Vereine mit 2000 Euro
Nächster Artikel
Leserwünsche am OZ-Reportermobil: Firmen-Lob, Gutshausbesuch und Café-Idee

Die Grimmener Feuerwehr ist gut aufgestellt: Beim Dachstuhlbrand am Alten Gemeindehaus verhinderte sie die totale Zerstörung. Für engere Wege fehlt aber besondere Technik.

Quelle: Almut Jaekel

Ribnitz/Grimmen. Stehen die Feuerwehren des Landes vor einem großen Umbruch? Zum 1. Januar ist ein neues Brandschutzgesetz in Kraft getreten, das einige Neuerungen mit sich bringt. „Das Gesetz war veraltet“, erklärt Hagen Heinze vom Fachgebiet Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Vorpommern-Rügen. „Es stammt aus dem Jahr 1991 und wurde 2001 zuletzt überarbeitet.“ Eine entscheidende Neuerung ist ein so genannter Brandschutzbedarfsplan, den jede Stadt und jede Gemeinde nun aufstellen muss. Anhand des Plans werden die Kommunen erkennen, ob sie eine leistungsfähige Feuerwehr haben oder nicht.

„Mecklenburg-Vorpommern ist eines der letzten Bundesländer, die das festschreiben“, meint Hagen Heinze. „Bislang hat das jede Gemeinde oder Stadt für sich alleine gemacht. Es gab aber keinen strukturierten Plan, an dem sie sich orientieren konnten.“ Die Leitlinien, welche Daten erhoben werden müssen, gebe es bereits. Neben der Einwohnerzahl und der Fläche würden auch Gefährdungspotenziale eine wichtige Rolle spielen. „Da geht es beispielsweise darum, ob Lkw mit gefährlichem Gut durch die Gemeinde fahren, Stromleitungen drüber gehen oder eine Chemiefirma ansässig ist“, erklärt Eixens Bürgermeister André Bonitz. „Ich befürchte, dass es bei vielen Gemeinden darauf hinausläuft, dass wir technisch ganz gut ausgestattet sind, dass uns aber das Personal fehlt.“ Die Konsequenzen müsse die Stadt oder die Gemeinde tragen. „Notfalls muss Geld in die Hand genommen werden, beispielsweise für eine Werbekampagne“, meint der Bürgermeister.

Hagen Heinze zeigt eine weitere mögliche Konsequenz auf, die sich aus dem Feuerwehrbedarfsplan ergeben könnte. „Es kann natürlich auch sein, dass eine kleine Gemeinde zu dem Schluss kommt, dass sie keine eigene Feuerwehr mehr aufstellen können und diese Aufgabe an eine Nachbargemeinde abgeben müssen.“

„Wir sollten jetzt nicht in blinden Aktionismus verfallen. Die Verordnung zu diesem Gesetz kommt ja erst noch raus, dann wissen wir genau, was von uns verlangt wird“, sagt Hans-Peter Tews. Der Velgaster Feuerwehr-Chef sieht keinen Grund zur Panik.

„Wir nehmen genau und in Ruhe unter die Lupe, welche Infrastruktur vorhanden und welche Technik notwendig ist, um Brandschutz, Brandbekämpfung und Hilfeleistungen zu gewährleisten“, erklärte auch Olaf Clasen, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Grimmen.

„Wir müssen uns jetzt anschauen, wie die Bebauung in der Stadt ist und welche Schwerpunkte bei Brandbekämpfung und Hilfeleistung es gibt“, sagte bereits auch Grimmens Bürgermeister Benno Rüster (CDU) zu diesem Thema. Beispielsweise seien die vorhandenen Fahrzeuge der Feuerwehr für Gartenanlagen wie Hoikenrade zu groß. „Die Kameraden kommen gar nicht überall hin und das kann sehr gefährlich werden“, sagt Rüster. „Wir brauchen ein Vorausfahrzeug, mit dem wir spezielle Lagen erkunden und auch mal enge Wege und im Gelände fahren und so die Einsätze schnell überschauen und vorbereiten können“, ergänzt Clasen.

Nach Auskunft von Hagen Heinze gibt es für die Bedarfsplanung lediglich einen groben Zeitplan. Demnach soll Ende des Jahres die Rechtsverordnung erlassen werden. „Dann haben die Gemeinden noch ein Jahr Zeit, die Pläne aufzustellen.“

Aus Sicht des Kreiswehrführers Gerd Scharmberg ist die Gewinnung des Nachwuchses eine der wichtiges Aufgaben für die Zukunft. „Wir müssen alles dafür tun, damit wir auch in den nächsten Jahrzehnten leistungsfähig sind.“

Von Anika Wenning und Almut Jaekel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bad Doberan
Minister Caffier (3.v.r.) lässt sich von Doberans Wehrführer Olaf Schulz (3.v.l.) das alte Fahrzeug erklären.

Das alte Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 kann ausrangiert werden. Für das neue, ein TLF 4000, ist der Bewilligungsbescheid über 113 000 Euro da.

mehr
Mehr aus Nordvorpommern
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.