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Nordvorpommern Skipper lieben das kleine Barhöft
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04:25 12.07.2013
Viele Segler nutzen in Barhöft die Möglichekit des Auftankens.
Barhöft

Frank Dettlaff liegt mit seinem Boot am Steg in Barhöft. Der Mann aus Kassel kam aus Barth hierher geschippert. „Morgen geht‘s weiter nach Altefähr“, erzählt er schon voller Vorfreude. „Dann folgen Stralsund, der Greifswalder Bodden und das Stettiner Haff. Ziel ist Wollin.“ Seit 15 Jahren segele er, erzählt der 68-jährige frühere Bauleiter. Auch Kell Arentoft hat derzeit in Barhöft festgemacht. „Wir kommen von Breege und sind einen Tag hier“, berichtet der Däne. Er ist mit seiner Frau Mette unterwegs auf dem elf Meter langen Boot. Seit Kindesbeinen ist er mit dem Wasser vertraut.

Nebenan wird gerade ein Schlauchboot an Bord gehievt. Eisschleckend stehen die sechsjährige Kamilla und ihr drei Jahre älterer Bruder Kristian auf dem Steg und schauen zu. „Morgen wollen wir nach Kühlungsborn mit dem Fernziel Lübeck“, erzählt ihr Vater Stefan Moll. Seit 30 Jahren fährt er zur See. Zwölf Jahre davon segelt seine Frau Marina bereits mit, die Kinder, seitdem sie auf der Welt sind. Die finden es toll auf dem Boot und packen kräftig mit an. „Die Städte an der Ostsee sind sehr schön“, schwärmt der Lübecker und zählt Rostock, Stralsund und Stettin auf.

Seit drei Jahren ist Sven Marquardt als Hafenmeister in Barhöft tätig. „Jetzt in der Saison laufen täglich zwischen zehn und 60 Schiffe die Marina an“, erzählt der 27-Jährige. Der Hafen hat eine Tiefe von drei Metern, sagt er. Grundsätzlich hat er es im Sommer mit sehr entspannten und netten Urlaubern zu tun. Erlebt habe er aber auch schon Hafenpreller, plaudert er ein bisschen aus dem Nähkästchen. „Die hauen ab, ohne Liegegebühr zu bezahlen.“

Wenn so etwas vorkommt, fährt der Hafenmeister ihnen hinterher und fordert das Geld samt 50 Euro Strafe ein. Zahlt der Segler nicht, wird die Wasserschutzpolizei verständigt. Die regelt dann alles Weitere. 37 Dauerliegeplätze und 68 Gastliegeplätze gibt es in Barhöft. Zu den Liegegebühren kommen pro Kopf und Tag noch 1,50 Euro für Dusche und Toilette.

Sehr oft ist der Hafenmeister aber auch Auskunftsbüro. „Die meistgestellte Frage ist die nach dem Wetter“, erklärt er. Oft wollen die Leute auch Ausflugstipps auf dem Landweg von ihm bekommen. Und natürlich hilft Sven Marquardt gern, wenn es darum geht, Proviant zu ordern oder einfach aufzutanken. Barhöft hat dafür eine perfekte Infrastruktur.

In seinem Büro sitzt derweil Björn Bode. Der Diakon von der Kirchenregion Ribnitz-Sanitz ist mit 18 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren sowie Helfern auf einem zweiwöchigen Segeltörn unterwegs.

Vier Tage waren sie auf dem Dänholm in Stralsund. Dort hatten sie ihr Basislager aufgeschlagen. Jetzt wollen sie weiter nach Wieck. Am Abend schaute der Diakon mit Hannes Krause, Judith Stelter, Max Bischoff und Dackelhündin Flocke am Strand vorbei. Aber die letzten zwei Tage war es zu kühl zum Baden. Die jungen Leute nehmen‘s gelassen.

In der „Proviantkiste“ am Hafen haben sich Pia (12) und Tabea (10) Puttjer gerade ein Eis gekauft. Die beiden Mädchen kamen mit dem Boot „Mormor“ und ihren Großeltern aus Zingst nach Barhöft.

Die „Proviantkiste“ gibt es bereits seit 1994. Betrieben wird sie von Familie Sprenger. „Wir haben unser Angebot stets erweitert. Dabei passen wir uns immer der Nachfrage an. Die Gäste wollen vor allem Angelbedarf“, erzählt sie, „Segler eine Zeitung.“ Viele kommen auch nur auf einen Imbiss vorbei. An warmen Tagen ist natürlich Eis sehr gefragt. Auch Bestellungen für Brötchen werden entgegen genommen. An den Wochenenden sind viele Tagesgäste in Barhöft. „Meist aus Stralsund“, weiß Kerstin Sprenger.

Während sich in der „Proviantkiste“ jetzt sogar eine kleine Schlange gebildet hat, ist Opa Heinz Schulz mit dem Motor seiner „Mormor“ beschäftigt. Seine Frau bereitet das Abendessen für ihn und die Enkelinnen vor. „Wir waren schon in Rostock, Schweden, Dänemark, Bornholm und auf, Rügen, berichtet der Bad Schwartauer. Seit 40 Jahren schippert mit Frau Doris, kennt sich also bestens aus.

Bernhard Zipfel ist indes nicht mit dem Schiff, sondern mit dem Wohnmobil in Barhöft. Denn auch das Campen ist hier mittlerweile auf dem EnBW-Parkplatz möglich. Dienstagabend kam der Schwarzwälder mit seiner Frau und dem sechsjährigen Hund der Rasse Bouvier des Flandres an. Vier Tage will er die Gegend erkunden, erzählt er. Dann geht es weiter nach Stralsund und Rügen.

Begeistert ist der Mann vor allem vom frischen Fisch, den er in Barhöft kaufen kann. Er wird auf der „Condor“, die im Hafen liegt, angeboten. „Zurzeit gehen wir auf Flunder und Scholle“, erzählt Christian Huck, der aus dem beschaulichen Gristow nahe Greifswald nach Barhöft gekommen ist. Seit Montag liegt das Boot der Gristower Fischer bereits im Hafen. Es fährt täglich hinaus und ist spätestens 15 Uhr zurück. „Solange wie der Fang gut ist“, bleiben wir hier“, meint Huck.

Die meisten sind nett, aber es gibt auch Segler, die hauen einfach ab, ohne Hafengebühr zu zahlen.“ Sven Marquardt (27), Hafenmeister in Barhöft

Ines Engelbrecht

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