Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Nordvorpommern Spot an: Heilgeistkirche soll angestrahlt werden
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Spot an: Heilgeistkirche soll angestrahlt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 19.10.2017
Bei Tag ein Schmuckstück: Die Heilgeistkirche in Abtshagen soll bei Dunkelheit angestrahlt werden. Es ist das erste Großprojekt des neu aufgestellten Fördervereins des Gotteshauses. Quelle: Foto: Raik Mielke/oz-Archiv

Vor knapp sieben Monaten stellte sich der Förderverein Heilgeistkirche Abtshagen neu auf. Jetzt gehen die Vorstandsmitglieder das erste große Projekt an.

Es gibt viele Ideen, was geschaffen werden soll. Wir werden eine nach der anderen angehen.Gerd Dürkoop, Vorsitzender Förderverein „Heilgeistkirche Abtshagen“

„Unsere schöne Kirche soll im Dunkeln angestrahlt werden“, informiert der Fördervereinsvorsitzende Gerd Dürkoop.

8000 Euro muss der Förderverein für dieses Vorhaben aufbringen. Das ist die Summe eines ersten Angebotes. „In Kürze will ein Fachmann eine Probebeleuchtung durchführen“, berichtet Dürkoop. Das Vorhaben steht. Jetzt gilt es für den Verein, die entsprechenden finanziellen Mittel zu akquirieren. Ein erster Versuch, Fördermittel einzuwerben, missglückte leider. „Unser Antrag auf EU-Fördermittel aus dem Leader-Programm ist leider an einigen Punkten gescheitert“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Entmutigen lasse sich der Verein davon allerdings keinesfalls. „Wir werden weiter nach Fördermöglichkeiten gucken und versuchen, Sponsoren für das Projekt zu begeistern“, sagt Dürkoop. Die Finanzierung der Folgekosten, wie beispielsweise der Stromkosten, dagegen sei bereits geregelt. „Diese werden jeweils zur Hälfte von der Gemeinde und der Kirche getragen“, berichtet Dürkoop.

Allein auf Förder- oder Spendengelder will man sich beim Verein aber nicht verlassen, sondern auch etwas bieten. Am Freitagabend fand mit dem Lyrischen Abend der Auftakt von kulturellen Veranstaltungen in der Heilgeistkirche. Und spätestens da zeigte sich, wie sinnvoll auch die Beleuchtung des Gotteshauses wäre. Hätten die Vereinsmitglieder nicht den Weg mit Kerzen ausgeleuchtet, wäre wohl so manch ein Besucher der Lesung von der Lyrikerin Uta Kubersky (75) aus Ahrenshoop ins Stolpern gekommen. Dieser Abend soll nicht der einzige gewesen sein. „Im November setzen wir uns wieder zusammen und wollen den Plan für das kommende Jahr besprechen“, berichtet Dürkoop. Frauen und Männer, die Ideen einbringen möchten oder sich ebenfalls für die 1380 fertiggestellte Kirche engagieren wollen, können sich gern an ihn oder seine Stellvertreterin, Pastorin Viviane Schulz, wenden. „Ich schätze die Arbeit des Vereins sehr“, sagt sie. „Das Schöne am Förderverein ist, das auch mal Veranstaltungen, die nichts mit der Kirche und dem Glauben zu tun haben, angeboten werden. So sieht man auch mal andere Menschen und lernt sie kennen.“ Das freue sie besonders, denn „ihr“ Haus solle schließlich allen offen stehen. Und so geht auch sie ungewohnte Wege. Nach der Lesung der Ahrenshooper Lyrikerin lud Viviane Schulz zu einem kleinen Snack und lockeren Gesprächen in der Kirche ein.

Auch wenn das Projekt „Anstrahlung der Kirche“ derzeit viel Aufmerksamkeit des Vereins in Anspruch nimmt, einige kleinere Projekte wurden bereits von den Vereinsmitgliedern umgesetzt. „Unser neuer Flyer ist fertig und im Umlauf. Eine Homepage wird gerade erstellt“, zählt Dürkoop auf. Und auch eine Bank auf dem Friedhofsgelände, die schon lange nicht mehr als Sitzmöbel geeignet war, wurde ersetzt. Für größere Vorhaben gebe es noch einige Ideen. „Die sind aber noch nicht spruchreif. Wir werden ein Projekt nach dem anderen angehen“, sagt Dürkoop.

Der Förderverein und die Heilgeistkirche

1995 gründete sich der Förderverein „Heilgeistkirche Abtshagen“. Anliegen des Vereins ist der Erhalt der Kirche nebst Anlage, Pfarrgarten und des Kriegerdenkmals.

Langjähriger Vorsitzender war Klaus Weißbrodt, einst Bürgermeister der Gemeinde Wittenhagen, zu der auch der Ort Abtshagen gehört.

Im März 2017 gab Klaus Weißbrodt den Vorsitz an Gerd Dürkoop ab und der Vorstand stellte sich neu auf.

Die Heilgeistkirche wurde – ausgehend vom Zisterzienserkloster Neuencamp (heute Franzburg) – 1380 fertiggestellt.

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Kirchbau einige Veränderungen erfahren. Mauerreste deuten beispielsweise auf die Planung eines massiven Turmes hin.

1667 wurde stattdessen ein hölzerner Turm angefügt, der 1999 durch Brandstiftung zerstört und 2000 wieder aufgebaut wurde.

Der Kirchraum ist geprägt durch eine relativ vollständig erhaltene und restaurierte neugotische Ausstattung.

Besonders sehenswert sind der mittelalterliche Taufstein und die freigelegten barocken Ausmalungen.

Die Orgel ist eine der wenigen original erhaltenen Werke des Orgelbaumeisters Carl August Buchholz von 1842.

Anja Krüger

Mehr zum Thema

Assistenten sollen Verwaltungsarbeit abnehmen

17.10.2017

Spenden werden nach Czaplinek gebracht

18.10.2017

Am 31. Oktober gibt es in St. Petri und St. Gertrud Konzerte, Führungen und Präsentationen

18.10.2017

Halloween und der Beginn der närrischen Zeit sorgen für reges Treiben in der Ausleihstation

18.10.2017

Für Unternehmen in Grimmen ist die A-20-Sperrung eine große Herausforderung. Das Handwerk fordert eine rasche Lösung.

17.10.2017

„DDR-Chefindianer“ und „Winnetou des Ostens“ bei Talk im Kulturhaus

14.10.2017
Anzeige